19
Mai 13

Interview: Architekturfotograf Johannes Heuckeroth

Die hier auf meinem Blog noch recht junge Kategorie “Interviews” möchte ich weiter fortführen, diesmal mit dem Mediengestalter Johannes Heuckeroth.

Hallo Johannes. Herzlich willkommen auf meinen Blog, ich freue mich auf das Interview mit Dir. Aufmerksam geworden bin ich auf Dich Anfang 2008 auf flickr mit einem weitwinkligen Bild aus dem Lankreis Fürth bei Nürnberg. Damals auf Locationsuche für ein Projekt fiel mir dieses eine Bild von Dir auf. Doch erstmal erzähl doch ein paar Takte zu Dir.

Hallo Manuel! Ich arbeite als Designer fest angestellt in einer Agentur und beschäftige mich mit dem Konzipieren und Gestalten von allen Arten der Kommunikation. Privat habe ich mich in meiner fotografischen Tätigkeit ganz der Suche nach dem visuell Reizvollen verschrieben. Hin und wieder gibt es Überschneidungen und ich kann beide Bereich verbinden. Zum Beispiel mit meiner Bachelorarbeit “Dreaming of Dubai” mit der ich im vergangenen Sommer mein Designstudium in Nürnberg abgeschlossen habe.

Aufgrund Deines Berufes als Mediengestalter: war es unumgänglich für Dich, irgendwann beim Thema Fotografie zu landen? Oder lief dein Weg zur Fotografie gänzlich anders ab?

Schwierig zu sagen – ich habe mich schon vor meiner Berufswahl mit dem Medium Fotografie beschäftigt, die intensive Bindung kam allerdings tatsächlich erst während meiner damaligen Tätigkeit als Mediengestalter. Der ursprüngliche Impuls bestand einfach darin, dass ich Dinge dokumentieren wollte die um mich herum passierten. Sicher hatten später dann auch meine Tätigkeiten im Beruf damit zu tun, dass ich merkte, dass die Fotografie neben der reinen Dokumentation noch viel mehr mögliche Funktionen hat und welche Kraft man mit ihr entfesseln kann.

Johannes Heuckeroth - liège.guillemins

Johannes Heuckeroth – liège.guillemins

Schaut ein Betrachter Dein heutiges Portfolio an, findet er hauptsächlich Architekturfotos. Dies war jedoch nicht immer so, bis Anfang 2008 findet sich ein bunter Mix an Themen in Deinen Fotos. Wie kamst Du dazu, Dich auf die Architektur einzuschießen?

Am Anfang probiert man viel aus und ich habe mich erstmal auf das gestürzt was mich direkt umgeben hat: die örtliche Landschaft und alles was damit verbunden ist. Irgendwann hatte ich dann (zumindest nach meiner damaligen Sichtweise) alles fotografiert was visuell interessant war. Generell bin ich immer auf der Suche nach dem Ästhetischen, dem Visuell beeindruckenden, dem Spektakulären. Da die fränkische Landschaft da nicht so viel hergibt, war es vermutlich der nächste logische Schritt sich mal die Städte und deren Bauwerke anzusehen. Im Laufe der Zeit habe ich dann gemerkt, dass ein Gebäude ein sehr dankbares Motiv ist. Es steht einfach da und wartet darauf fotografiert zu werden. Perfekt für meine Arbeitsweise. Ich will mich nicht absprechen, nichts organisieren, ich will einfach zu dem Zeitpunkt denn ich für richtig halte ein Foto machen.

Viele Deiner Bilder von Gebäuden und Szenerien wirken trotz der vielen Details sehr minimalistisch komponiert. Wie findest Du Deine Objekte? Und wie lange brauchst Du, um das Endbild im Kasten zu haben?

Meine Objekte finde ich in der Regel über das Internet und versuche im Vorfeld möglichst viele Umstände zu recherchieren um zu erschließen was nötig ist um das jeweilige Objekt möglichst perfekt zu fotografieren. Zeitlich lässt sich das schwer beschreiben, meistens geben die Begleitumstände die Zeit vor. Für die meisten meiner Motive reise ich extra an und habe dann nur ein sehr begrenztes Zeitbudget, in dem ich dann versuche möglichst viel herauszuholen. Wenn ich mich einem Objekt oder einem Standort längere Zeit widme muss dieser entweder verdammt gut sein damit sich der Aufwand lohnt oder er liegt in der näheren Umgebung.

Johannes Heuckeroth - malmoe.stadsbibliotek

Johannes Heuckeroth – malmoe.stadsbibliotek

Für Deine Fotos, speziell draußen, spielt das Wetter eine wichtige Rolle. Wie beherrscht Du diese Unwägbarkeit?

Ich lasse mich auf das ein was kommt. Auch hier spielen die Begleitumstände und der Fakt, dass ich meistens reisen muss um die Objekte meiner Begierde zu fotografieren eine entscheidende Rolle. Wenn es regnet, regnet es eben. Entweder man lässt es bleiben oder man versucht das rauszuholen was geht. Mehr Spielraum bleibt mir da meistens nicht. Manchmal stellt sich z.B. Regenwetter im Nachhinein als perfekt für die Wirkung des Bildes heraus, obwohl man damals beim Fotografieren total frustriert war.

Du bewegst Dich viel auf öffentlichen Plätzen. Wie reagieren die Menschen um Dich herum, die Passanten, Eigentümer und eventuelles Sicherheitspersonal?

Ich versuche Menschen möglichst aus dem Weg zu gehen, was sich aber auf Grund der Öffentlichkeit nicht immer vermeiden lässt. Falls es zu Begegnungen kommt, passiert da in der Regel nichts Spannendes. Wenn ich Abends regungslos minutenlang neben meiner Kamera stehe und auf die blaue Stunde warte erntet man natürlich viele fragende Blicke. Wenn mich jemand direkt anspricht sind das meistens Personen mit sehr interessanten Ansichten, vor 4 Wochen war ich Frankfurt und fotografierte gerade den Neubau der EZB als mich ein Passant ansprach und mich auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Architektur des Gebäudes und der Schieflage des Euros hinwies ..

Johannes Heuckeroth - desert.city.metro

Johannes Heuckeroth – desert.city.metro

Deine Bilder wirken sehr surreal. Hand auf Herz: wie viel Nachbearbeitung steckt durchschnittlich in einem Bild? Was magst du lieber: die Nachbearbeitung oder das Fotografieren vor Ort.

Die Nachbearbeitung ist auf jeden Fall ein absolut entscheidender Teil meiner Arbeitsweise und der Wirkung meiner Fotos. Zeitlich kann das stark variieren, liegt im Normalfall aber im Bereich mehrerer Stunden pro Bild. Es überwiegt also der Aufwand in der Nachbearbeitung. Spaß macht mir grundsätzlich beides, auch weil es für mich untrennbar zusammen gehört. Allerdings erreiche ich in der Nachbearbeitung auf Grund des hohen Zeitaufwands öfters einen gewissen Frustfaktor als beim Fotografieren an sich.

Johannes Heuckeroth - vm.houses

Johannes Heuckeroth – vm.houses

Wie kommst Du zu der sehr prägenden Farbgebung vieler Deiner Bilder, das leicht kühle, bläuliche und das eher sepia-/sandfarbene?

Das ergibt sich zu einem Teil aus den natürlichen Gegebenheiten meiner Motive, die ich in der Nachbearbeitung verstärke. Also zum Beispiel ein blauer Himmel, oder die sandfarbene Landschaft Dubais. Zudem ist es einfach eine persönliche Präferenz und Mittel um einen durchgängigen Stil zu erreichen.

Ein paar praktische Tipps für den Laien, wenn er sein eigenes Haus fotografieren möchte?

Da kommt es natürlich erstmal drauf an: Wozu will er sein Haus fotografieren? Um es zu verkaufen? Um damit anzugeben? Um einen gewissen Zustand zu dokumentieren? Je nachdem könnte es völlig unterschiedliche Kriterien zur Vorgehensweise geben.

Im Jahr 2012 fand ich Deine Bilder in diversen Abdrucken und Wettbewerben. Du hast sogar einige Preise gewonnen. Bestätigt Dich das in Deiner Arbeit? Kam das von selbst oder musstet Du die Leute darauf “anstupsen”?

Zu den meisten Wettbewerben muss man seine Arbeiten einreichen, das kommt also nicht von selbst. Falls man Erfolg hat, bestätigt das einen in gewisser Weise natürlich etwas und freut einen. In erster Linie sind Wettbewerbe für mich aber Werkzeuge um mehr Aufmerksamkeit für meine Arbeiten zu erzielen oder mit möglichen Gewinnen verbundene Mittel zu bekommen und diese für meine fotografische Tätigkeit zu nutzen.

Ist und bleibt Deine Fotografie für Dich Hobby oder ist es mittlerweile mehr als nur ein Zeitvertreib?

Rein vom Stellenwert in meinem Leben ist es auf jeden Fall viel mehr als ein Zeitvertreib. Allerdings verdiene ich nicht meinen Lebensunterhalt damit und im Vergleich zu meiner Tätigkeit als Designer nimmt die Fotografie einen wesentlich kleineren Teil meiner Lebenszeit ein.

Johannes Heuckeroth - paris.la.defense.blue.seven

Johannes Heuckeroth – paris.la.defense.blue.seven

Zum Abschluss noch ein paar knappe Fragen mit eventuell ebenso knappen Antworten: Stativ oder Freihand?

Solange auf Grund der Lichtsituation kein Stativ nötig ist, benutze ich auch kein Stativ.

Aufnahmen nachts oder am Tage?

Beides!

Ist ein Beanbag ein ernsthaftes Werkzeug für einen Architekturfotografen?

Das kann ich nur für mich beantworten: ich habe eines und benutze es nie.

Ein einzelnes Weitwinkelbild oder Stitchen?

Stitchen birgt sehr viele Möglichkeiten in sich die ich oft und gerne nutze.

Herzlichen Dank für Deine Zeit und Mühe, mir meine Fragen zu beantworten.

Wer mehr von Johannes sehen und erfahren möchte, folgt Ihr auf Facebook unter http://www.facebook.com/pfnphoto und schaut auf Ihrer Webseite http://pfnphoto.com/ vorbei.


16
Mai 13

Yellow Girl

Nachdem nun endlich der Frühling mächtig zugelegt hatte, musste ich die kurze Blütezeit des Rapses nutzen um dieses herrliche, leuchtende Gelb auf Film zu bannen. Ein kurzer Rundruf zeigte außerdem, dass die liebe Jennifer Weller ein knallgelbes Cocktailkleid im Schrank versteckt hatte – wunderbare Voraussetzungen. Doch nach der bereits dritten Terminverschiebung, unter anderem wegen schlechten Wetter und noch nicht so ganz geöffneten Raps-Blüten, machten wir uns schon Sorgen, ob das noch etwas vor den Pfingstferien werden würde.

Aber diese Woche passte einfach alles zusammen. Wetter, Temperatur, Blütenstand waren alle einwandfrei. Und hier die Ergebnisse unseres kurzen und intesiven Fotoshootings.

Yellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow GirlYellow Girl

Und zum Abschluss noch zwei Making-Of Bilder des Fotoshootings:

Making Of - Yellow GirlMaking Of - Yellow GirlMaking Of - Yellow Girl


10
Mai 13

Schwabach setzt ein Zeichen gegen Rechts

Heute, am 10. Mai 2013, fand auf dem Schwabacher Marktplatz eine Kundgebung gegen die NPD statt. Anlass war ein von der NPD für 10 bis 18 Uhr beantragter Infostand in der Innenstadt. Dieser blieb jedoch lediglich von 10 bis 11 Uhr aufgebaut. An der Kundgebung nahmen über 300 engagierte Bürger teil, die deutlich Flagge gegen Rechts zeigten. So soll es sein!

Demonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in Schwabach


09
Mai 13

Schwabach ist und bleibt bunt

Demonstration gegen die NPD in SchwabachDemonstration gegen die NPD in Schwabach

Selten werde ich hier auf dem Blog politisch, doch dies liegt mir am Herzen:

Heute erst so richtig im Internet und den sozialen Medien angekommen ist die Nachricht von Mittwoch Abend: die NPD plant für den morgigen Freitag, 10. Mai 2013 einen Informationsstand im Stadtzentrum von Schwabach.

Flugs wurde und wir eine Gegendemonstration auf die Beine gestellt, das Schwabacher Tagblatt auf nordbayern.de und der Schwabacher CSU Stadtrat Sven Heublein in seinem Blog berichten.

Wer sich und Unterstützer zur Unterstützung einladen möchte, findet hier die Facebook-Veranstaltung dazu.

Dann bleibt nur zu hoffen, dass die Schwabacher Bürger ein klares Zeichen setzen und viele kommen und nicht brückentags- oder Vatertags-feiermüde sind.

Update 1: Auch der Bayerische Rundfunk Mittelfranken berichtet heute auf seiner Homepage.


05
Mai 13

Interview: Fotografin Sabine Sailer

Wer meinem Blog schon länger folgt oder die Kategorien durchschaut, dem fällt auf, dass ich hier versuche, nicht nur meine eigenen Bilder zu posten. Ich schreibe auch zu anderen Fotothemen immer wieder Beiträge. In Vergangenheit waren dies Bücherrezensionen, Beiträge zum Fotografieworkflow und ausführlichere Berichte zum Ablauf von Fotoshootings.
Mit der heutigen Kategorie beginne ich etwas, was mich schon länger reizte: mit kurzen Interviews von Kreativen aus meinem Bekanntenkreis. Beginnen möchte ich mit der jungen Fotografin Sabine Sailer.

Hallo Sabine. Erstmal vielen Dank für die Bereitschaft für dieses Interview. Ich folge Dir und Deiner Fotografie schon etwas länger. Da Dich sicher einige Leser noch nicht kennen, sag doch ein paar Worte zu Deiner Person. Wie bist zur Fotografie gekommen? Wo liegen Deine Wurzeln?

Mit Fotografie hab ich mich schon als kleines Kind beschäftigt. Als ich meinen ersten Computer bekommen habe, fing es schon mit dem Herunterladen von Bildern an. Ich verbrachte stundenlang im Internet und suchte mir gezielt Bilder aus, die mir von der Aufmachung, Farben und Ausschnitt gefallen haben. Der gesamte Speicher wurde nur für Bilder verwendet. Daraufhin hab ich mir eine digitale Kamera gewünscht und somit fing das Ganze dann quasi an. Ich verbrachte nur noch Zeit draußen und fotografierte alles was mir vor die Linse kam. Später schenkte mir meine Mutter eine analoge Spiegelreflexkamera, bei der wirklich erstaunlich gute Bilder für den Anfang raus kamen. Somit stand für mich fest, ich muss Fotografin werden! Ich bin richtig aufgeblüht und fand es schon immer interessant so zu fotografieren, wie man mit seinen Augen sieht. Und das ist eben die Schwierigkeit, was mir dann auch den Anreiz gegeben hat, eine Ausbildung anzufangen, um mir das nötige Wissen anzueignen.

Sabine Sailer - Selbstportrait

Sabine Sailer – Selbstportrait

Du hast Dich in Zeiten der Liberalisierung des Fotografenhandwerks für einen klassischen Weg des Praktikums und der Ausbildung zum Fotografen entschieden. Was hat Dir das persönlich für Deine Fotografie gebracht?

Für meine Fotografie hat es mir sehr viel gebracht. Ich muss ganz ehrlich sagen, in der Ausbildung hat man nicht sonderlich viel gelernt was ich mir erhofft hatte. Man wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen, auch der Berufsschulstoff war sehr, sehr alt, meistens nur auf die analoge Fotografie bezogen, wo wir aber heutzutage im digitalen Zeitalter der Fotografie sind. Ich bin trotzdem sehr froh, noch viel von dem analogen Welt gelernt zu haben, weil ich genau dadurch die Fotografie anders sehe als Fotografen die vielleicht jetzt erst eine Ausbildung dazu machen. Und die auch nicht mehr die Möglichkeit haben, noch viel von der analogen Fotografie zu lernenm außer man liest es in Büchern nach. Man geht ganz anders an die Sache ran und denkt viel mehr über sein Bild nach. Früher musste alles genauestens berechnet werden, weil alles mit Kosten verbunden war. Heutzutage macht man mal schnell ein Bild und sieht es gleich auf der Kamera und kann es gegebenenfalls sofort löschen. Dadurch geht sehr viel von der Fotografie kaputt, weil viele meinen, das Handwerk beruflich einfach ausüben zu können.
Da ich in meiner Ausbildungszeit fast immer auf mich alleine gestellt war, musste man viel Verantwortung übernehmen und das hat mich letztendlich jetzt zu meiner Selbstständigkeit gebracht und zu dem Wissen und der Kreativität, die ich jetzt habe.

Nach Deiner Ausbildung hast Du nicht den bequemen Platz des in einem Studio angestellten Fotografen gewählt, sondern bist das Wagnis einer selbstständigen Tätigkeit eingegangen. Was hat Dich zu dieser Entscheidung gebracht?

Ich finde als Fotograf kann man nur seinen eigenen Weg gehen, um seiner Kreativität so seinen vollen Lauf zu lassen. Als Angestellte in einem Studio muss jeder einen gewissen Stil der über Jahre lang besteht weiterverfolgen und ich bin der Meinung das würde mich persönlich nicht weiterbringen. Ich will immer wieder Neues ausprobieren und nie auslernen. Man entwickelt sich ständig weiter. In einem Studio wäre so etwas nicht machbar für mich, somit blieb dann nur die Möglichkeit den Weg der Selbstständigkeit einzuschlagen. Und ich muss sagen, besser hätte es gar nicht kommen können.

Sabine Sailer - Selbstportrait

Sabine Sailer – Selbstportrait

Weshalb Du mir ursprünglich aufgefallen bist, sind die vielen Selbstportraits, die Du in witziger, emotionaler, frivoler und ernster Weise regelmäßig von Dir aufnimmst und auch in den sozialen Netzwerken hochlädst. Erzähl doch etwas mehr, woher dieser Antrieb dazu kam.

Anfangs fing es mit den Selbstportraits wegen längerer Wartezeit auf einige Kunden oder teils komplett Ausfällen an. Um die Wartezeit irgendwie zu überbrücken, spielte ich ein wenig mit den Lichtern und versuchte dies und das um das dann auch bei Kunden anzuwenden.
Anfangs war es nur zur Überbrückung der Zeit, im Nachhinein muss ich sagen, macht es mir inzwischen sehr viel Spaß und ich finde es auch immer wieder interessant was alles in einen Menschen steckt und was er für verschiedene Facetten an sich hat und wie unterschiedlich man das alles in Bildern festhalten kann.

Nun ganz praktisch: was gilt es für den geneigten Leser technisch zu beachten, wenn er Selbstportraits mit einem gewissen Anspruch fotografieren möchte?

Ganz klar, braucht man eine Kamera, eine große Speicherkarte – wegen ganz vielen Fehlschüssen, ein Stativ, am besten einen Funkauslöser – gegebenenfalls Studiolampen oder natürliches Licht (wie es einem persönlich gefällt) und vor allem viel Geduld :-)

Sabine Sailer - Selbstportrait

Sabine Sailer – Selbstportrait

War es für Dich anfangs schwer, sich selbst zu fotografieren? Viele kennen das ja aus vielleicht ersten eigenen Erfahrungen: man kommt sich doof vor. Wie soll man schauen? Manch einer ist eventuell überkritisch mit seinem eigenen Aussehen.

Ja es war anfangs sehr schwer, weil man nicht so wusste wie man sich positionieren soll, ob der Blickwinkel passt und wie man überhaupt gerade in die Kamera schaut. Dazu das ständige Hin- und Hergelaufe, weil dann die Lichteinstellung nicht passte oder die Blende und Zeit falsch eingestellt war. Der Zeitaufwand ist sehr groß.

Wie man schauen soll – ich schätze das jeder Mensch auf seine Art und Weise überkritisch mit sich ist. Das bleibt einem selbst überlassen wie man schaut, doch wenn man locker an die Sache herangeht und Spaß dabei hat, kommt meist das beste Ergebnis dabei raus.

In Zeiten von Photoshop: Erliegst Du manchmal der Verlockung, alles an Dir zu bearbeiten, beziehungsweise zu korrigieren? Bearbeitet man bei sich selbst mehr als bei Anderen? Was denkst Du?

(Lacht) Dazu muss ich sagen, anfangs hab ich sehr viel retuschiert. Weil es auch noch in einem drin war, allein schon von der Ausbildung her. Da wurden Menschen teils so verfälscht, dass sie gar nicht mehr Sie selbst waren. Anfangs habe ich auch bei mir sehr viel retuschiert, aber inzwischen retuschiere ich nur noch minimal. Klar, wenn da und hier ein Pickelchen ist. Aber im Großen und ganzen lass ich mich selbst und auch meine Kundenbilder sehr originalgetreu.
Das einzige wo ich immer sehr viel photoshoppe sind die Farben, Verläufe und Effekte.

Sabine Sailer - Portfoliobeispiel

Sabine Sailer – Portfoliobeispiel

Es kann teils sein, das andere die auch Selbstportraits von sich machen, viel retuschieren, weil wie Du oben schon erwähnt hast, evtl. sehr überkritisch mit sich selbst sind.

Wie reagiert Dein Umfeld auf die vielen eigenen Aufnahmen von Dir? Positiv oder eher „na, was für eine Egozentrikerin“?

Die meisten reagieren positiv. Viele sind auch immer wieder gespannt, was ich neues aus mir zauberw und mich neu darstelle. Dadurch bekomme ich auch immer sehr viele neue Aufträge, weil die Leute einfach sehen, was man aus sich alles machen kann. Jeder Mensch hat viele Facetten und diese alle aber in Bildern darzustellen finden viele immer wieder interessant. Und das spornt die Leute richtig an, dann ein Shooting zu buchen. Ich habe eigentlich noch fast keine negative Kritik bekommen, aber vielleicht behalten die Leute es dann doch lieber für sich.

Deine Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Kreativität in den Bildideen aus. Woher nimmst Du diese, was sind Deine Inspirationsquellen?

Meine Inspirationsquellen sind meistens die Leute an sich. Wenn ich unterwegs bin, sehe ich immer so viele interessante Menschen. Die Kleidung von Ihnen, die Frisuren, das ganze Auftreten an sich. Dann stelle ich mir im Kopf schon immer passende Haltungen vor oder was man alles mit Ihnen machen könnte. Ich finde es auch egal wie einer aussieht, was er macht oder wie seine Einstellung ist. Man kann mit jedem Foto eine Geschichte erzählen.

Sabine Sailer - Portfoliobeispiel

Sabine Sailer – Portfoliobeispiel

Zu guter Letzt noch einige ganz kurze Fragen und Deiner Meinung dazu: Studio oder On Location?

Da ist meine Meinung 50 zu 50. Ich finde im Studio kann man sehr viel ausprobieren, durch die ganzen Lampen. Wiederum finde ich das Studioaufnahmen doch sehr „kalt“ wirken.
Im Gegensatz dazu on Location, da sieht man richtig das Leben in den Bildern und die „Wärme“. Mir gefällt aber beides sehr gut.

Festbrennweite oder Zoom?

Ich persönlich kann mit Festbrennweiten nichts anfangen. Ich liebe dagegen das Zoom.
Allein wenn man im Park oder im Urlaub ist und man sieht von weiten etwas und möchte das unbedingt festhalten oder sich verstecken und einfach den Moment von einem springen Hund oder etwas ähnlichem festhalten, ist ein Zoom einfach das richtige für mich. Hätte ich eine Festbrennweite, müsste ich immer hin und herlaufen und könnte teils den Moment gar nicht so festhalten wie ich mir das vorstelle. Beispielsweise auf den Hund bezogen: Er würde dann auf mich aufmerksam werden und das Bild wäre sozusagen kaputt.

Analog oder Digital?

Analog oder Digital ist ein Riesenthema für mich. Da ist meine Meinung fast 70 zu 30 für die analoge Fotografie. Ich finde analoge Fotografie atemberaubend. Man muss sich stark mit der Kamera befassen und wissen wie man was einstellt um genau das zu bewirken was man sich vorstellt. Es wird ein gewisses „Know how“ von früher benötigt, was meines Erachtens heute im digitalen Zeitalter schwer zu erlernen ist. Es geht bei der analogen Fotografie darum, das noch bewusst über das Motiv, die Lichtverhältnisse und der Ausschnitt nachgedacht wird. Es muss alles an der Kamera richtig eingestellt werden, weil man sozusagen nur diesen „einen richtigen“ Schuss hat. Wenn wir so weiter machen, stirbt die analoge Fotografie so wie wir sie kennen und was sie beschreibt, aus. Wenn die analoge Fotografie ausstirbt, kann sich jeder mit einem Smartphone als Fotograf identifizieren. Wie es dann weitergeht, sollte man sich mal vorstellen. Im Gegensatz zur digitalen Fotografie ist es einfach toll, weil man so viel ausprobieren kann und wenn es nichts wird, kann man einfach noch einmal ein Foto machen und den Rest sofort löschen.

Weitwinkel oder Tele?

Hier auch 50 zu 50. Ich finde als Fotograf, und das ist auf mich bezogen, will ich mich nicht unbedingt auf ein Objektiv festlegen. Man braucht für alles was man fotografieren will ein anderes Objektiv. Man kann mit beiden sehr tolle Sachen machen! :-)

Vielen lieben Dank für Deine Zeit und Deine Offenheit, Sabine

Wer mehr von Sabine sehen und erfahren möchte, folgt Ihr auf Facebook unter http://www.facebook.com/SabineSailerFotografie/ und schaut auf Ihrer Webseite http://www.sasa-knipst.de/ vorbei.


30
Apr 13

Der Frühling ist endlich da!

Nun wurde es aber auch endlich Zeit. Seit ein paar Tagen blühen die Kirsch- und die Apfelbäume. Heftig, bedenke ich, dass letztes Jahr zu dieser Zeit bereits ein gutes Dutzend Fotoshootings Outdoor bei besten Wetter bestritten hatte.

Und auch mit dem heutigen Model verbindet sich meine Vergangenheit. Recht genau vor zwei Jahren war ich mit Melinda in Schwabach zum ersten Mal unterwegs. Und damals wie heute das Gleiche: sie machte sich hervorragend vor der Kamera. Und wir hatten echt Glück mit dem Wetter. Freitag vormittag noch sonnig, zog es zum Nachmittag immer mehr zu – von Westen kamen stets dickere Wolken.
Das brachte mich von meinem Vorhaben ab, nur mit natürlichen Licht zu arbeiten. Ein Blitz und eine Softbox mussten her, welcher bereitwillig von Dominik gehalten wurde.
Es war sogar so warm, dass Melinda ohne weiteres barfuß durch das Bild lief…

Melinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der FrühlingMelinda & der Frühling


25
Apr 13

Buchrezension: Kreativ fotografieren mir der Nikon D600

Kreativ fotografieren mit Nikon D600

Kreativ fotografieren mit Nikon D600

Nach einiger Zeit gibt es mal wieder eine Buchrezension von mir zu lesen. Großer Unterschied zu den bisherigen Rezensionen: mit dem Autor des Buches, dem Österreicher Markus Wäger, war ich vor Jahren gemeinsam auf einem Fotoworkshop. Aber keine Sorge, diese flüchtige Bekanntschaft mit ihm (und 20 anderen Kursteilnehmern) hat natürlich keinen Einfluss auf meine Wertung.

Schon allein der Buchtitel lässt vermuten, dass man hier ein etwas anderes Buch zu einem bestimmten Kameramodell eines spezifischen Herstellers in der Hand hält. “Kreativ fotografiern mit…” verspricht nicht das seitenlange Erklären von Knöpfen, Einstellrädern, Menüs und Untermenüs der Kamera. Markus Wäger wählt einen anderen Ansatz: das Buch liest sich wie eine Mischung aus Lehrbuch und Praxisleitfaden zum Fotografieren – absätzeweise musste ich mir als Leser wieder in Erinnerung rufen, dass es in diesem Buch eigentlich um die Nikon D600 geht.

Das Buch mit den 270 Seiten ist in fünf große und für jeden Fotografen essentielle Bereiche unterteilt: Perspektive, Schärfe, Belichtung, Komposition und Entwicklung. In den einzelnen, übersichtlich gehaltenen Kapiteln erklärt Markus die Grundlage und bringt viele Fotos und Grafiken mit gut beschriebenen Untertiteln. Seine Ausführungen führen dann beinahe automatisch zu den dazu möglichen Einstellungen an oder in der Kamera.

Das Buch richtet sich nicht an Handbuchfummel oder Schnellausprobierer der neuesten Technik, die sie in den Händen halten. Mit dem Hintergrundwissen, den theoretischen Leitlinien und den vielen Beispielen in Bildern drängt der Schreiber den Leser fast schon zur tieferen Beschäftigung mit der Fotografie und demnach auch mit der Nikon D600. Sprachlich erfrischend geschrieben ist das Buch wunderbar zum darin Versinken und Schmökern.

Zum Schluss gilt zu sagen: das Buch wird seinem Titel gerecht. Definitiv eine Kaufempfehlung.


23
Apr 13

Leonce und Lena

Wie bereits vor ein paar Tagen in der lokalen Presse angekündigt, führt die Theatergruppe des WEG Schwabach heute und morgen Abend (23.04.13 und 24.04.13) um jeweils 19.30 Uhr ein Theaterstück nach Georg Büchners “Leonce und Lena” auf. Zusätzlich zu dem Pressebild von mir hier noch ein paar weitere Bilder der Generalprobe, die mir gefallen haben.

Leonce und Lena - Copyright Schwabacher Tagblatt

Leonce und Lena – Copyright Schwabacher Tagblatt

Leonce und LenaLeonce und LenaLeonce und LenaLeonce und LenaLeonce und Lena


19
Apr 13

Bilder Outdoor präsentiert

Wer am Wochenden noch nichts vorhat und in Schwabach ist oder vorbeikommt sollte unbedingt einen Abstecher zur Outdoor-Ausstellung des Fotoclub Schwabach im Schwabacher Stadtpark machen. Eine halbe Stunde in toller Naturumgebung schöne Bilder anschauen lohnt sich. Außerdem sind auch zwei Bilder von mir dabei.

Outdoor Austellung Fotoclub Schwabach

Outdoor Austellung Fotoclub Schwabach


11
Apr 13

Passion – Sarah Lorraine

Heute zeige ich Euch nunmehr das dritte Video in kurzer Folge. Nach den Videos von Teresa und Tom kam Sarah-Lorraine auf mich zu mit einer schönen Idee, die wir gemeinsam umsetzten.

Keine Sorge, ich werde nicht zum Videografen. Es macht mir einfach Spaß, zu Filmen. Ist es doch was ganz anderes, als die Fotografie. Und ich bin auch lange noch nicht zufrieden mit den Ergebnissen – was aber an mir und nicht an den Modellen liegt. Sowohl technisch als auch visuell habe ich noch viel Luft nach oben, um mich zu entwickeln. Und bisher kam ich auch nicht in die Verlegenheit, eine komplette Geschichte erzählen zu müssen. Gefilmt alles mit der D7000 und zwei Tageslichtlampen.