So, heute endlich zur Kritik des Stückes “Amphitryon” des Erlanger Theaters. Zuerst mal die Beschreibung des Stoffes, nachzulesen auch auf der Homepage des Theaters Erlangen (übrigens seit dieser Spielzeit mit neuem Design):
Alkmene erwartet die Rückkehr ihres Gatten Amphitryon aus dem Krieg, in dem der die Athener besiegt hat. Doch statt dessen kommt Jupiter, der Göttervater, in der Gestalt des Amphitryon und verbringt mit Alkmene die längste aller Liebesnächte. Als am nächsten Morgen der echte Amphitryon nach Theben zurückkehrt und Alkmene ihm von der vermeintlich gemeinsam durchlebten Nacht erzählt, fühlt dieser sich von seiner Frau betrogen. Die Verwicklung und das Gefühlschaos Alkmenes erreichen ihren Höhepunkt, als sie erneut von Jupiter in der Gestalt ihres Gatten aufgesucht wird und dieser ihr erklärt: “Es war kein Sterblicher, der dir erschienen ist, Zeus selbst, der Donnergott, hat dich besucht.”
Tja, eigentlich lässt diese Geschichte eine mehr oder minder komische Inszenierung erwarten. Doch alles von Anfang an.
Die Schauspieler agieren auf dem Platz vor dem Hause des Amphitryon. Schon bereits hier ist die Perspektive verschoben, die Schauspieler haben außerdem keine Möglichkeiten zu sitzen, entweder sie stehen oder liegen auf dem schiefen Boden.
Die Leistung der einzelnen Protagonisten ist durchwachsen. So trifft der Diener Amphiytrons genau die richtige Tonlage, balanciert zwischen Verzweifeln, Humor und Ironie. Bei ihm kommt am besten die zerrütende Fragestellung rüber “bin Ich noch wirklich Ich?”.
Amphiytron hingegen wirkt in der Ausgestaltung der Rolle etwas steif, er schafft es nicth gänzlich zu überzeugen. Besser ist hier schon Alkeme, sie spielt die reine Ehefrau, die in ihrem Gefühlschaos nicht mehr weiss, wer ihr richtige Ehemann ist.
Die Figur Jupiters ist nicht gerade sympathisch angelegt. Deshalb hat sie mir nach dem Abend eigentlich am wenigsten gefallen. Jetzt aber nach einpaar Tagen, muss ich sagen, daß die Geringschätzung für die Sterblichen und der Blich auf ihren Daseinkonflikt sehr gut realisiert werden.
So bleibt mir nach dem Stück zu sagen, daß die Inszenierung sehr gut war und die Schauspieler gute Leistungen gebracht haben. Ich persönlich werde jedoch das Stück von Kleist nicht zu meinen Lieblingsinszenierungen zählen.





