Heute wieder zwei neue Kritiken: “Was das Herz begehrt” und “Voll veheiratet”. Zwei Filme, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. In “Was das Herz begehrt” spielt übrigens die Oscar-nomierte Diane Keaton mit. Morgen gehts dann mit Bastian und meiner Frau in den Film “Lost in Translation”. Bekannter Hauptdarsteller hier: Bill Murray. Mal schauen, wann ich euch diese Kritik dann online stelle…
Was das Herz begehrt – Humorvolle Beziehungskiste
Empfehlung: 
Ist ein Film mit einer Oscar-nominierten Hauptdarstellerin interessanter als einer ohne? Für mich jedenfalls nicht. Mich reizt ein großer Name wie “Jack Nicholson” viel mehr. Einer, der in Filmen wie “Besser gehts nicht”, “Wolf” oder “Shining” wird auch sicher in einem solchen Film eine prima Leistung abliefern.
Zur Geschichte: Musikmanager Harry Langer (Jack Nicholson) mag nur junges Gemüse, auch wenn er selbst längst zum alten Eisen gehört. Die Lage ändert sich, als den Schwerenöter eines Tages mitten im Techtelmechtel mit der heißen Marin (Amanda Peet) ein Herzinfarkt aus dem Verkehr zieht. Gepflegt ausgerechnet von Marins Mutter Erica (Diane Keaton), beginnt sich sein Verhältnis zu Damen der eigenen Generation gründlich zu ändern. Im Kampf um Erica erwächst Harry jedoch ausgerechnet in dem jungen Doktor Mercer (Keanu Reeves) ein zäher Rivale…
Jack Nicholson spielt eine seiner besten Rollen in diesem Film. Die Wandlung vom anfänglichen alternden Macho, der nur mit Frauen unter 30 rummacht, bis hin zu seiner Erkenntnis, dass sein Lebensstil sehr leer und sinnlos ist, stellt er grandios dar. Auch Diane Keaton (Oscarnominierung für diese Rolle) spielt hervorragend die etwas kalte, alternde Frau. Für Leute, die was zum Hingucken brauchen, ist Amanda Peet eine sehr hübsche Tochter die auch eine solide Leistung bietet.
Der Spannungsbogen der Story ist ganz gut geraten, der Film legt flott los, nur zum Schluss lässt Hollywood mit einigem Kitsch grüßen. Die Musik ist gut ausgewählt, wenige harte Schnitte runden das Bild von einer sehr angenehmen Beziehungskomödie ab.
Voll veheiratet – Vorhersehbare Liebeskomödie
Empfehlung: 
Tja, Filme über Beziehungen und deren Wirren gibt es ja schon genug. Doch was passiert, wenn die beiden Hauptdarsteller von “Noch-Jungstars” Ashton Kutcher (aus “Ey Mann – Wo is’ mein Auto?”) und Brittany Murphy (aus “8 Mile”) gespielt werden und der Film in Splapstick-Nähe angesiedelt ist.
Zur Geschichte: Tom (Ashton Kutcher) und Sarah (Brittany Murphy) haben gegen den erbitterten Widerstand von Sarahs steinreichen Eltern geheiratet und brausen nach Europa in die Hochzeitsreise. Leider ist das Glück zu zweit dort nicht von langer Dauer, reiht sich doch auf transatlantischem Boden eine Horrorpanne an die nächste. Außerdem stiftet ein alter Rivale für Unruhe, der dem Paar bis in die entlegensten Winkel folgt.
Der Film klappert alle Klischees des “Alten Europas” ab, die der Durschnitts-Amerikaner sehen will: Die Franzosen als stets pikirtes, näselndes Volk, Mitteleuropa besteht nur aus den Alpen und in Italien wird ständig getanzt. Hinzu kommen die Blödeleien von Brittany Murphy als verzogene Teenie-Göre, die nur noch von Ashton Kutcher übertroffen werden. Die Handlung bewegt sich knapp über dem Niveau von Filmen wie “American Pie” oder die Vorgängerkomödie von Ashton Kutcher “Ey Mann…”. Tja, leider fällt mir nicht mehr ein, über was ich schimpfen könnte. Einzige Pluspunkte sind die seltenen Lacher, wenn sich zwischen den beiden grundverschiedenen Rollen, Steinreich zu etwas Minderbemittelt, ein paar Sekunden ein Beziehungskonflikt entwickelt. Sonst taumelt der Film gelangweilt von einem Schauplatz zum nächsten.





