Nachdem die erste Prüfung am Freitag ganz gut gelaufen ist und auch die Vorbereitung für die nächste Freitags-Prüfung (Volkswirtschaftslehre) ganz gut vorangehen, habe ich drei neue Filmkritiken geschrieben: “Coffe and Cigarettes”, “Traffic” und “American Beauty”. Und jeder Film ist in eine andere Bewertungskategorie reingerutscht. Aber lest selbst…
Coffe and Cigarettes – Kaffetrinken – schwarzweiß
Empfehlung: 
Von einem Film, der nur im Original mit deutschem Untertiteil und in schwarz-weiß gezeigt wird, erwarte ich von vornherein nur experimentellen Charakter. Doch nachdem wir zwei gute Kritiken gelesen haben und feststellten, dass das Thema bei guter Umsetzung auch interessant sein könnte, entschlossen wir uns, das Experiment zu wagen.
Zur Geschichte: Ein nervöser Roberto Benigni trinkt Kaffe im Akkord, während Steve Buscemi seinen Theorien über Elvis freien Lauf lässt. Cate Blanchett zieht sich vor dem Presserummel in die Hotel-Lounge zurück, wo ihre Cousine vom Land auf sie lauert (auch Blanchett). Jack White von den White Stripes stellt Meg White seine neue Innovation vor. Zwei Gangster in Little Italy (Joseph Rigano und Vinny Vella, die Mafiosi aus “Ghost Dog”) lassen die Gedanken um das Leben kreisen. Derweil leidet Iggy Pop unter dem Unverständnis eines gewissen Tom Waits, und ein Kellner namens Bill Murray serviert dem Wu Tang Clan frischen Kaffee.
Zwei Punkte vorneweg: Der Film ist zum Schreien komisch. Und der Film hat keine einheitliche Gesamtaussage.
Hier treffen einige bekannte Leute zum Kaffeetrinken und Rauchen zusammen, die sich etwas zu sagen haben (oder auch nicht). Natürlich sollte man sich auch auf etwas hintergründigen Humor, künstlerische Kameraeinstellungen und einfach “nur so” philosophierende Menschen einstellen. Doch entgegen meiner Erwartungen war der Film sehr interessant und die eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug.
Traffic – Lahmer Drogen-Thriller
Empfehlung: 
Ich hätte auf Bastian hören sollen: Als wir vor kurzem verschiedene Filme durchgesprochen haben, kamen wir dabei auf “Traffic”. Er sagte, dieser Film sei sch… …nicht gut. Doch bei einem Darstellerensemble mit Benicio Del Toro, Michael Douglas, Catherine Zeta-Jones und einigen Anderen, konnte ich mir schwer vorstellen, dass dieser Film nichts sei. Aber ich lasse mich ja gerne von dem Gegenteil belehren. Trotz Warnungen.
Zur Geschichte: Drei Tänze in einem Rauschgift-Reigen: Ein frustrierter mexikanischer Drogenfahnder will korrupte Landsleute ans Messer liefern… Eine High-Society-Ehefrau muss feststellen, dass ihr ganzer Reichtum auf Drogen-Geschäften ihres Gatten beruht. Von Cops beschattet, einem halbseidenen Anwalt beraten und den Partnern ihres Mannes unter Druck gesetzt, fällt sie eine folgenschwere Entscheidung… Ein konservativer Richter wird zum obersten Drogenjäger der USA berufen, ohne zu merken, dass die eigene Tochter längst abhängig ist…
Allein von dem was ich gehört und gelesen hatte, erwartete ich einen mehr oder minder knallharten Action-Thriller ala “Password Swordfish”. Doch was mir “Traffic” bot, war viel mehr (leider). So kommt der Film als Mischung aus Dokumentartfilm über das Drogenmilieu, einen Familiendrama und einem Thriller ohne Action daher.
Okay, die Idee, bei den Wechsel der Perspektiven immer andere Bildfarben zwecks Stimmung zu nehmen, ist nicht schlecht, geht aber mit der Zeit gewaltig auf den Senkel. Leider schleppt sich trotz der hochkarätigen Schauspieler die Story nur so dahin. Und für manche Szenen muss man leider auch etwas spanisch können. Dieser Film ist für die etwas, die demnächst ins Drogengeschäft einsteigen wollen. Oder aber einfach über die Thematik etwas philosophieren wollen.
American Beauty – Amerikanisches Drama
Nachdem der Film nun schon einige Jahre alt ist und auch fünf Oscars erhalten hat, packte ich die Gelegenheit vor kurzem beim Schopfe und schaute mir diesen Film endlich einmal an. Ob er nun für die Prime-Time geschnitten war, kann ich euch aber nicht sagen.
Zur Geschichte: Dem ausgebrannten Normalbürger Lester Burnham (Kevin Spacey) knallt eine Sicherung durch, als er die lolitahafte Freundin seiner missmutigen Tochter Jane (Thora Birch) kennen lernt. Sexuell frustriert setzt er sich eine Affäre mit dem Teenie-Traum in den Kopf. Er kündigt seinen Routinejob und beginnt sich wieder rebellisch wie ein Jugendlicher zu benehmen. Er freundet sich mit dem skurrilen Nachbarsjungen an, was Lester seinem fatalen Verhängnis einen Schritt näher bringt.
Leider bin ich bei diesem Film etwas befangen: Denn ich finde Kevin Spacey ist ein großartiger Schauspieler (u.a. “Die üblichen Verdächtigen”, “K-Pax”). Und doch kann ich nicht verstehen, wie ein solcher Film so viele Oscars bekommt. Okay, es mag für die Amerikaner interessant sein, einen solchen Film zu sehen, der sehr offen mit verschiedenen Moralvorstellungen der amerikanischen Gesellschaft hausieren geht. Auch ist der Film in manchen Szenen sehr “offenherzig”. Und doch zieht sich durch den Film eine solche Melancholie, dass er dadurch leider nicht so gut gefällt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man vom Film von vornherein gesagt bekommt, dass die Hauptfigur sterben wird. Vielleicht kann ich doch ein bisschen verstehen, warum ihn manche Leute toll finden. Schauspieler, Stimmung, Story, all das passt ja einigermaßen. War nur leider nicht mein Thema. Mabye zu amerikafixiert.





