Der Untergang
Meine Empfehlung: 
Empfehlung meiner Frau: 
Ach, was gab es wieder für ein Medienecho bei Ankündigung dieses Film und dessen Inhaltes: Die letzten Tage des Adolf Hitlers in seinem Führerbunker in Berlin und was alles rundherum geschah. “Darf man so etwas überhaupt verfilmen?”, “Ist Hitler nicht zu persönlich dargestellt” und viele weitere Fragen wurde aufgeworfen. Dabei war das Medienecheo bei einer solchen Thematik unvermeidlich und nachdem der Film von Oliver Hirschbiegel einige Tage gelaufen war, legte sich die Aufregung rasch.
Gerade wegen diesem Medienrummels und der Tatsache, dass meine Frau und ich von dem Thema “Nationalsozialismus” eigentlich genug haben, schauten wir uns den Film erst jetzt auf DVD an. Der Kauf-, sowie Leihstart der DVD begann vor einigen Tagen am 17.03.2005
Zur Geschichte: April 1945 im Führerbunker in Berlin: Während draußen die russischen Streitkräfte im mühsamen Straßenkampf die Reichshauptstadt von Ost nach West einnehmen, versuchen die einstigen Granden hinter meterdickem Beton die letzten Angelegenheiten zu ordnen. Hitler (Bruno Ganz) diktiert seiner Sekretärin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara) den letzten Willen und heiratet seine Eva (Juliane Köhler). Das Ehepaar Goebbels vergiftet seine Kinder, bevor es Hitler in den Freitod folgt. Unterdessen sinnieren die Generäle vergeblich, wie man sich der russischen Gefangennahme entziehen könnte.
Der Film springt häufig von Person zu Person und von Gegebenheit zu Gegebenheit. Somit versucht dieser, ein möglichst facettenreiches Bild der letzten Tage um Adolf Hitler und den Abläufen im Führerbunker zu skizzieren. Szenen von Häuserschlachten mit namenlosen Personen wechseln sich ab mit Gesprächen mit Generälen, Vertrauten und Angestellten Hitlers. Dabei schafft es der Film ausgezeichnet, die einzelnen Gefühlsregungen und Reaktionen der Personen zu zeigen: pure Ignoranz der Situation, Angst, Selbstmordgedanken, Fluchtgedanken werden gezeigt. Bis zum Filmtod von Bruno Ganz (der zwar gut spielt, aber nicht so überragend, wie er in der Presse gelobt wird) verfolgt man gespannt das Machtgefüge rund um Hitler. Nach dem Selbstmord Hitlers hat der Film dennoch eine Menge mehr zu bieten: Er zeigt das Taumeln des Regimes, wie es trotz der Nachricht des Todes seines Führers weiterhin Auszeichnung verteilt, Zivilisten wegen angeblicher “Feindbegünstigung” hingerichtet werden und die Organisationstrukturen weiterhin “funktionieren”. Der Film endet mit dem Entkommen der Traudl Junge.
Die negativen Punkte sind auch gleichzeitig die positiven. Klingt komisch, ist aber so. Das häufige Wechseln der Schauplätze und die vielen nennenswerten historischen Figuren verwirren den Zuschauer stark. Wenn man nicht gerade die damaligen Bilder der einzelnen Personen der kompletten Führungsriege um Hitler im Kopf hat, fragt man sich gelegentlich, wer das eben war. Auch die Szenen mit den Hauskämpfen mögen nicht so recht in den Rest des Filmes passen. Musikalisch ist der Film völlig in Ordnung, es wird auch nicht davor zurückgeschreckt, einfach eine Stille wirken zu lassen, ohne gleich Hintergrundmusik aufspielen zu lassen. Die Kostüme und Schauplätze wirken echt und das beklemmende Gefühl, durch ein Fenster zurück in die Zeit geschaut zu haben, hält einige Zeit nach dem Film noch an. In Summe eine gute Produktion, die ohne ein Urteil abzugeben, die damaligen Geschehnisse filmisch inszeniert.





