Dawn of the Dead
Empfehlung: 
Und wieder versucht ein Film im Zombie-Genre Fuss zu fassen. Doch nachdem die letzten Filme, die ich gesehen habe “28 Days Later” oder “Resident Evil: Apocalypse” besonders hervorzuheben waren, vermied ich den Kinobesuch für diesen Film. Vor einigen Tagen habe ich mir die DVD angeschaut. Hier ein paar Worte, wie mir der Film gefallen hat.
Zur Geschichte: Im Amerika der nahen Zukunft erheben sich aus ungeklärtem Anlass Tote aus ihren Gräbern und fallen mit beträchtlichem Appetit auf warmes Fleisch über die Lebenden her. Katastrophenpläne und Ordnungskräfte nutzen wenig, und im Nu ist die Zivilisation überrannt. Doch einige wenige Überlebenskünstler, wie zum Beispiel ein Quartett junger Leute aus Wisconsin, richten sich in der mit Wohlstandsgütern aller Art prall gefüllten Shopping Mall häuslich ein. Vorerst.
“Dawn of the Dead” ist einer der besten Horrorfilme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe: Immer wieder ein Spritzer Ironie und/oder Humor eingestreut, zwischen nervenaufreibenden Szenen ruhige Momente, geprägt von gespanntem Durschnaufen. Die Splattereffekte halten sich eigentlich in Grenzen, der Film zieht seine Spannung zum Anfang des Filmes aus seiner Gruppendynamik und der Verwandlung von friedfertigen Menschen in willenlose Zombies. Zum Ende hin nimmt die Handlung an Fahrt zu, die Actionsequenzen werden länger und wilder. Leider verliert dabei die Beziehungen innerhalb des Menschengrüppchens etwas an Tiefe und manche Handlungen erscheinen beim Nachdenken nach dem Film unlogisch. Doch dies tritt erst, wie bereits erwähnt, erst zum Ende des Filmes ein (und auch nur vereinzelt). Die Schauspieler sind größtenteils unbekannt, sie liefern eine gute Leistung ab. Einzig Ving Rhames, der zum Beispiel in “Mission Impossible”-Filmen und “Pulp Fiction” mitgespielt hat, dürfe einigen bekannt sein. Auch in der Hintergundmusik findet die angesprochene Ironie ebenfalls ihren Platz. Den Vergleich mit “28 Days Later” und den beiden “Resident Evil”-Filmen muss sich der Film gefallen lassen. Und er kommt dabei meiner Meinung nach gut weg.
Dawn of the Dead vs. 28 Days Later: 28 Days Later setzt viel zu stark auf die Kritik der Konsumgesellschaft und den Abgründen der menschlichen Handlungsweisen. Dabei erreicht er natürlich inhaltlichen Tiefgang, dies erwarter jedoch der Zuschauer nicht oder nur bedingt in einem Horrorfilm. “Dawn of the Dead” vermeidet einen solchen gezwungen Tiefgang und bringt nur gelegentlich in wenigen, einzelnen Szenen und Gesprächen sozialkritische Punkte ein. Deshalb ist hier ganz klar “Dawn of the Dead” der Gewinner.
Dawn of the Dead vs. Resident Evil 1+2: Ein Riesenvorteil der Resident Evil-Reihe ist die lange Tradition im Computerspielemarkt (aktueller Stand: 11 verschiedene Spiele) und deren sexy Hauptdarstellerin Milla Jovovich. Hiergegen kann sich Dawn of the Dead auf Sarah Polley stützen (u.a. in eXistenZ zu sehen gewesen), außerdem beruht die jetztige Fassung auf die legedäre Story des Originals aus dem Jahre 1978 von George A. Romero. Actionmäßig hat Resident Evil einen Tick mehr zu bieten, die Story ist bei Dawn of the Dead besser. Der Spannungsbogen bei Dawn of the Dead scheint mir intensiver zu sein (mit einem kleinem Abstrich zur Mitte des Filmes hin), die Story von Resident Evil 1 + 2 ist leider recht vorhersehbar.
Somit also Dawn of the Dead unter meinem Summenstrich der bessere Film. Auch das schön makabere Ende gefiel mehr sehr gut. Für alle Horror- und Zombie-Liebhaber (*grrins* ihr wißt, wie es gemeint ist) ein Pflichtfilm.





