Anfang März ist es nun wieder endlich soweit: Mit drei Kollegen meines Clans DKLF bin ich unterwegs, um ein komplettes Wochenende durchzudaddeln. Wir werden uns mit Nonstop-Spielen, viel Fastfood und noch mehr Koffein über Wasser halten.
Einige werden den Kopf schütteln über solche Zeitgenossen, die bereit sind, sich für eine komplettes Wochenende von jeglicher Frischluftzufuhr abschneiden lassen und sich mit ein paar Hundert anderen Verrückten in eine Halle sperren lassen. Worin liegt die Faszination “Lanparties“?
Ein gewichtiges Argument für uns etwas “Ältere” (damit gemeint sind Leute, die noch in der prä-Breitbandflatratezeit mit Online-Zocken angefangen haben) ist natürlich ein technisches: Die Möglichkeit, ohne irgendwelchen Latenzen und Verzögerungen gegen andere zu spielen. Früher, bei geringeren Bandbreiten der Internetanschlüsse, waren Verzögerungen beim Spielen von bis zu einer ganzen Sekunde keine Seltenheit. Und diese Sekunde entschied nicht allzu selten über den virtuellen Exitus meiner Spielfigur. Durch das Ausschließen des Nadelöhrs “Telefonleitung” im Lanparty-Sektor ist dies ein hoher Atraktivitätspunkt.
Doch auch die Möglichkeit, Leute kennenzulernen, Gespräche mit Gleichgesinnten zu führen und seine Clankollegen mal wieder in “Real Life” zu treffen, findet bei den Besuchern von Lanparties Anklang. Zu wissen, von lauter gleichgesinnten “Verrückten” umgeben zu sein, die auch nichts besonders dabei finden, stundenlang in einen Computer zu starren, bietet Wohlfühlgefühl (was für ein Satz, was für ein Wort). Für Franken unumgänglich, wird dabei auch bei solchen Veranstaltungen der Genuß von heimischen Bier kultiviert und gefördert.
In den letzten Jahren als Gimmick hinzugekommen sind “Siteevents”: Hüpfburg, Exzessiv-Catering, Rodeoreiten uns sonstige Sperenzchen sind nicht so wichtig, aber als Ablenkung zwischendurch ganz angenehm.
Warum gerade Amberg? Nun, in Bayern ergibt sich die schwierige Situation für Lanparty-Organisatoren, daß eine Vermietung von Schulhallen, Schullandheimen und ähnlichen Lokalitäten an Lanpartybetreiber nicht mehr genehmigt wird. Somit müssen die Lanparties auf teure Kongress- und Stadthallen ausweichen. Mit diesen sind höhere Kosten verbunden, das Risiko für die Veranstalter steigt enorm. Deshalb finden sich in Bayern nur sehr wenige große Parties mit der Gästezahl ab 300 Leute. Im laufenden Jahr sind in der näheren Umgebung bisher nur drei Stück angekündigt worden. Wer sich weitere Infos über bald laufende Veranstaltungen suchen will, sollte auf den beiden deutschen Community-Seiten lanparty.de und planetlan.de vorbeischauen.
Zu der Amberger Lanparty: Diese findet vom 01. – 03. April mit maximal 374 Zockern statt. Ich werde versuchen, am Freitag, gleich nach der Arbeit, so gegen 18.00 Uhr loszufahren, um dort bis 19.00 Uhr zu sein. Sonntag fahre ich dann spätestens so gegen 15.00 Uhr wieder Richtung Heimat, um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen. Wer mehr zu der Lanparty wissen möchte, hier die Homepage.





