Zwei RSS-Newsreader im Vergleich

Wer in letzter Zeit im Internet unterwegs war, findet diese immer häufiger: Newsfeeds. Sie versorgen uns stets mit den neusten News und Einträgen von immer mehr Internetseiten. So muß man nicht jeden Tag die jeweiligen Homepages ansurfen, um festzustellen, ob es bereits wieder etwas Neues gibt.

Auch Bastian und ich bieten einen Newsfeed für unsere Seiten an. Grund genug unsere bevorzugten Newsreader vorzustellen: Bastian stellt NetNewsWire (Lite) und ich Sage vor.

NetNewsWire (Lite)
NetNewsWire (NNW) dürfte der derzeit beliebteste und damit weitverbreiteste RSS-Reader für den Mac sein. NNW ist in zwei Versionen verfügbar: NNW (39,95 US$) und NNW Lite (Freeware). Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

NNW 2.0b25 NNW Lite 2.0b23
Layout
Email-like Ja Ja
Widescreen Ja Nein
Combined Ja Nein
Newsfeeds
Intelligente Listen Ja Nein
“New Item”-Liste Ja Ja
Kategorien Ja Ja
Nachrichten
Archiv Ja Nein
Suchen Ja Nein
Podcasting Ja Nein
Anzeige
HTML-Unterschiede Ja Nein
Style Sheets Ja Ja
Favicons Ja Ja
Download
Einstellung je Newsfeed Ja Ja
Activity-Window Ja Nein
Gzip Kompression Ja Ja
SSL Unterstützung Ja Ja
Kennwort-geschützte Newsfeed Ja Ja
Verschiedenes
Integrierter Browser Ja Nein
Import mit “Feed:” Ja Ja
Syncronisation Ja Nein
Post-to-weblog Ja Ja

In diesem Artikel werde ich mich in erster Linie auf NNW Lite beziehen.

Installation
Einfach downloaden (NNW Lite/NNW kaufen), DiskImage öffnen und NNW in den Programmordner ziehen. Installation abgeschlossen!

Benutzung
Die Ansicht von NNW gliedert sich in drei Hauptbereiche: links werden die abonnierten Newsfeeds angezeigt, rechts oben die Überschriften der jeweiligen Einträge und rechts unter der dazugehörige Eintrag inkl. Images angezeigt.

View

NNW bringt bereits eine große Auswahl an bekannten Newsfeed mit. Mit “Sites Drawer” wird die gesamte Liste (sortiert in verschiedenen Kategorien) sowie eine kurze Beschreibung angezeigt. Mit einem Klick kann die Homepage des Newsfeed angesurft oder der Feed sofort abonniert werden.

Sites_Drawer

Mit “Subscribe” und der URL können weitere Newsfeeds hinzugefügt werden. Die Liste läßt sich durch Kategorien auch sinnvoll und übersichtlich verwalten.

Subscription

Sobald neue Newsfeeds vorliegen, wird der jeweilige Name des Feed hervorgehoben. Zusätzlich werden alle neuen Einträge unter “New items” gesammelt und die Anzahl im DockIcon angezeigt. Die Refresh-Einstellungen können global aber auch individuell für Kategorieren und sogar für einzelne Newsfeed eingestellt werden.

Infos

Hier können auch Kennung und Passwort für geschützte Newsfeeds eingegeben und gespeichert werden.

Newsfeedeinträge können entweder im Anzeigebereich oder im externen Browser geöffnet und gelesen werden. NNW hat einen integrieten Browser und kann daher die Homepage selbst öffnen und anzeigen. Das Design des Feedinhaltes läßt sich mittels der enthaltenen oder auch eigener CSS Stile anpassen.

Besonderheiten
Der größte Vorteil von NNW gegenüber der Lite-Version ist der integrierte Browser, welcher auf Safari basiert. Der Browser bietet alle wesentliche Funktionen. Mit dem Tabbed-Browsing kann man durch die News surfen und gleichzeitig interessante Einträge im Hintergrund laden lassen.

Für viele Blogger wichtig: NNW kann mit Hilfe eine externen Webblog-Editors (z.B. MarsEdit) Einträge für das eigene Webblog erstellen und übertragen (leider konnte ich diese Funktion selbst nicht testen).

Fazit
NNW ist ein professioneller NewsReader mit vielfältigen Funktionen, um auch eine große Feedsammlung sinnvoll und unkompliziert verwalten und nutzen zu können. Insbesondere die Non-Lite Version bieten mit dem intergrierten Browser, Archiv und Suche wertvolle Features im Alltäglichen Gebrauch.

PRO:

  • einfache Bedienung
  • auch riesige Sammlung von Newsfeeds können sinnvoll und einfach verwaltet werden
  • Individualisierung durch Style Sheets

CONTRA:

  • integrieter Browser, Archiv und Suchfunktion sind kostenpflichtig
  • nur für Mac OS X verfügbar

Sage
Das größte Unterscheidungsmerkmal des nachfolgend vorgestellten RSS-Readers namens “Sage” zu anderen RSS-Readern ist die Tatsache, dass es kein Standalone-Programm ist, sondern als Plugin für den alternativen Internetbrowser Mozilla Firefox daherkommt. Dadurch ist der Nutzer jedoch nicht im Funktionsumfang eingeschränkt, sondern das Programm befindet sich in einer Umgebung, wo es hineinpasst.

Installation
Die Installation geht denkbar einfach vonstatten: Wie auf den Bildern beschrieben, bietet Mozilla von Haus aus viele Erweiterungen zum Download. Diese sind meist nur einige Hundert Kilobyte schwer. Will man eine Erweiterung installieren, ruft man über den Reiter “Extras” den Punkt “Erweiterungen” auf, es öffnet sich ein Fenster mit der Auflistung aller bisher installierten Erweiterungen.

In diesem Fenster klickt man nun den Text links unten “Erweiterungen herunterladen” an.

Der Browser bringt einen daraufhin in einem neuen Browsefenster auf die Webseite mit den möglichen Erweiterungen. Hier scrollt man so lange, bis man den Eintrag “Sage” gefunden hat oder man navigiert mit dem Kategorie “News Reading” direkt in die artverwandte Abteilung.

Hier ein kurzer Klick auf den Install-Button und nach wenigen Sekunden vermeldet ein letztes Fenster den Erfolg der gut 100kb-großen Installation, sowie ein Hinweis auf einen nötiwgen Neustart von Firefox (alle offenen Firefox-Fenster schliessen und den Browser nochmals neu aufrufen). Fertig ist die Installation.

Verwendung
Im alltäglichen Surfen hat man zwei große Möglichkeiten, Newsseiten für seinen RSS-Reader zu “abonnieren” (= die Seiten, welche einen dann über Änderungen informieren sollen):

Man surft die gewünschte Seite gezielt an, öffnet seine Sage-Sidebar (wenn aus Versehen mal geschlossen, kann diese jederzeit über den Menüreiter “Ansicht” -> “Sidebar” wiedereingeblendet werden) und klickt auf das “Lupen”-Symbol.

Daraufhin öffnet sich ein separates Fenster, in welchem die möglichen Newskanäle aufgelistet werden. Hier findet man meist mehrere Einträge, da es verschiedene RSS-Versionen gibt, angefangen mit 0.9x bis hoch zu 2.x. Einfach die höchste Versionenzahl suchen und auf “Nachrichtenkanal hinzufügen” klicken. Große/bekannte Seiten bieten sogar mehrere Newsfeeds an, diese dann zu bestimmten Themen oder Kategorien.

Die zweite Möglichkeit, an Newsfeeds zu kommen ist eher eine passive: Seit der Firefox-Version 0.93 und auch die neuesten Versionen zeigen am rechtesten unteren Rand ein oranges Symbol an, sobald ein Newsfeed entdeckt wurde. Hier einfach mit der linken Maustaste drauf und schon ist der Nachrichtenkanal hinzugefügt.

Hat man einmal ein oder mehrere Newsfeed für den RSS-Reader abonniert, genügt ein Knopfdruck auf das “Aktualisieren”-Symbol ganz links außen in der Sidebar und schon legt Sage los, um Änderungen auf den betreffenden Seiten zu suchen. Diese werden dann durch Fettschrift der entsprechende Seite und der entsprechenden Beiträge angezeigt.

Besonderheiten
Von vielen Besonderheiten kann ich bei Sage nicht berichten. Die wenigen Optionseinstellungen erschliessen sich den Benutzer von selbst, es gibt auch keine komplizierten Konfigurationsskripte oder ähnliches.

Als ein sehr guter Punkt ist die Art der Speicherung der persönlichen Newsfeeds. So werden diese als ganz normale Lesezeichen in Firefox als Extra-Ordner abgelegt. Dies hat den großen Vorteil, dass wenn man seine Lesezeichen sichert, auch gleichzeitig seine Lieblings-Newsfeeds mitspeichert. Die leichte Übertragbarkeit und/oder Wiederherstellung ist somit kein Thema.

Als weitere Besonderheit, die aber bereits erwähnt wurde, ist die Thematik der direkten Eingliederung in Firefox: Externe Programme bieten häufig Funktionen wie eine Offline-Archivierung, Ordnung nach bestimmten Themengebieten und bei mehreren Dutzend oder mehr abonnierten Newsfeeds eine größere Übersichtlichkeit. Mit solchen Funktionen kann “Sage” nicht dienen.

Fazit
So, nachdem alle Bereiche von “Sage” behandelt wurden, folgt letztendlich das Fazit. Der RSS-Reader “Sage” richtet sich an Nutzer, die von Ihrem RSS-Reader eine einfache Bedienung und eine minimalistische Übersichtlichkeit wünschen. Außerdem kommt “Sage” mit der einmaligen Möglichkeit daher, die Thematik “RSS” in ihrer gewohnten Surfumgebung, den alternativen und schlanken Browser “Mozilla Firefox”, zu nutzen. Dies bieten zwar bereits mittlerweile auch andere Browser an, meiner Meinung nach aber ziemlich rudimentär.

Wie im letzten Kapitel “Besonderheiten” angesprochen, richtet sich der “Sage” nicht an “Poweruser”, die dutzende oder hunderte Feeds in ihren Listen haben und die News auch offline auf der Festplatte brauchen. Diese sollten sich in Richtung eines externen orientieren (die Zeitschrift “ct” hat bereit vor kurzem über die Thematik berichtet, ein Auszug davon vor kurzem hier bei mir). Auf keinen Fall sollte man für ein solches Programm Bargeld bezahlen, die kostenpflichtigen Angebote haben ihre Daseinsberechtigung im professionellen Bereich und richten sich auch klar an diese Zielgruppe.

Galerie - Firefox-Plugin Sage

PRO:

  • einfache und unkomplizierte Handhabung
  • übersichtlicher Aufbau
  • integriert in Mozilla Firefox

CONTRA:

  • keine Möglichkeit, Feeds nach Kategorien zu ordnen
  • wenige Konfigurationsmöglichkeiten
  • integriert in Mozilla Firefox

Der Artikel wurde anhand von Sage 1.3.1 unter Verwendung von Mozilla Firefox 1.0.1 am 06.03.2005 erstellt.

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Ein Kommentar

  1. “Sage” hört sich sehr vielversprechend an. Werde mir das Plugin mal installieren. Danke für den Tipp.

    Man ließt sich.
    Jann