Abgedrehte Romanze

Um am Wochenende auch mal etwas Kühle zu erleben, haben meine Frau und ich uns Kinokarten für Sonntag Abend besorgt. Auf dem Programm stand somit Klimaanlage mit einer Komödie.

Garden State

Meine Empfehlung: Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Empfehlung

Dieser Film wird von vielen Kinokritikern im Vorfeld als Geheimtipp gehandelt. Warum? Nun, ein Grund mag sein, dass das Skript von dem gerade einmal 30jährigen Zach Braff stammt, der gleichzeitig auch noch Regie in diesen Film geführt hat. Zach Braff ist dem deutschen Filmpublikum vielleicht nur durch die Krankenhauskomödienserie Scrubs auf dem Sender ProSieben bekannt. Ein weiterer bekannter Name sticht als Produzent heraus: Danny DeVito.

Zur Geschichte: Der Gelegenheitsschauspieler Andrew Largeman (Zach Braff) kehrt nach neun Jahren zur Beerdigung seiner Mutter aus L.A. zurück in seine Heimat New Jersey. Damit scheint auch eine fundamentale Konfrontation mit dem übermächtigen Psychiatervater (Ian Holm), dem er einst den Rücken kehrte, unvermeidlich. Zum Glück lernt Andrew die fröhliche Samantha (Natalie Portman) kennen, die neues Licht in seine Tristesse bringt.

Das erste große Regiedebüt von Zach Braff schaut sich sehr locker: Der Film ist durchzogen mit vielen leichten Gags. Allerdings ist die Besetzung der Nebendarsteller, die Auswahl der Locations und die Handlung eine andere als bei den gewohnten Mainstream-Romanzen. Alles ist etwas zu abgedreht, um normal zu erscheinen, die einzelnen Leute in Andrew Largemanns Umgebung sind ebenso leicht spleenig oder einfach nur komisch.
Doch das macht den Reiz des Filmes aus: Fast fühlt man sich an das eigene Lebensgefühl erinnert, es gibt alte Schulfreunde und Bekannte, die überhaupt nichts machen, die immer noch das alte machen, die nur ziellos umhertreiben. Der Film zeigt diese “Heimkehr-Gefühle” in das alte Leben, in dem man in einer kleinen Stadt zur Schule gegangen ist, sehr gut. Die Dialoge sind anständig, die Handlung nicht zu kitschig, immer wieder arbeitet der Regisseur mit Szenarien, die fast Standbilder gleich kommen. Sehr wohlklingend ist der Hintergrundsound des Filmes (werde mir den Soundtrack zu Gemüte führen). In ganzer Summe wird dem Kinogänger eine leichte Mischung aus Komödie und Romanze geboten, die durch ihre Ungewöhnlichkeit eben nicht gewöhnlich daherkommt.

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