Bereits seit dem 12.ten Mai ruft der “Berch” (fränkisch für Berg) in Erlangen seine Anhänger. Wer nicht aus Erlangen ist, muss wissen, dass die “Bergzeit” die fünfte Jahreszeit in Erlangen ist.
In der Zeit um Pfingsten (immer ab dem Donnerstag vor dem Pfingstsonntag) findet in Erlangen die drittgrößte Kirchweih Bayerns statt (nach München und Straubing). Besonderheit dabei ist, dass die Biergärten direkt auf den “Kellern” stehen, wo früher in langen Stollen im Berg das Bier gelagert wurde und während des Berges daraus verkauft wird. Auch sitzt man bei der Bergkirchweih direkt unter den vielen Bäumen, mit denen der Berg bewaldet ist.
Wer schon einmal in Erlangen war, wird sich fragen, wo denn dieser Berg sei. Auswärtige müssen nämlich wissen, dass Erlangen sehr, sehr flach ist und es nur eine “Erhebung” gibt, eben den Berg.
Sogar zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag hat es der Berg gebracht, die offizielle Homepage trägt passenderweise die Adresse: “der-berg-ruft.de“.
Früher gab es dann auch extra zur “Berg-Zeit” die Bergferien für alle Studenten der Uni Erlangen. Diese wurden jedoch vor einiger Zeit abgeschafft. Das macht aber überhaupt nichts, die meisten Dozenten lassen Ihre Kurse und Seminare mangels Teilnehmerzahl zu Gunsten des Berges ausfallen oder legen Exkursionen in diesen Zeitraum.
Ausschankschluss ist um 23.00 Uhr, dann ergießt sich ein nicht endend wollender Strom von Menschen in die Innenstadt, wo kräftig weitergefeiert wird. Entlang der Hauptstraße bilden sich dann vor den Kneipen riesige Menschentrauben, die Gaststätten verkaufen direkt auf die Straße hinaus, die Erlanger Innenstadt gleicht dann einem riesigen Straßenfest.
Doch der letzte Punkt ist auch seit einigen Jahren die größte Kritik: So können es einige Leute nicht lassen, mit den gekauften Flaschen Scherbenhaufen zu produzieren oder zu randalieren. Der bisherige Höhepunkt stellte dabei das letzte Jahr da, als die Innenstadt Frühmorgens an Berlin nach der Loveparade erinnerte. Deshalb wurde auch für dieses Jahr ein Gläser- und Flaschenverkaufsverbot für die Kneipen ausgesprochen, welches bisher sehr gute Wirkung zeigte.
Wer sich noch entschließen sollte, auf den Berg zu steigen, um die Super-Stimmung und/oder das gute Bier zu genießen, kann dies noch bis zum 23.ten Mai tun. Denn dann wird symbolisch das Bierfass zusammen mit der “fünften Jahreszeit” an dem Keller beerdigt, wo nächstes Jahr der Bieranstich stattfinden wird.





