Was taten die alten Römer in Aschaffenburg?

Am Samstag den 14. Mai fuhren meine Frau und ich in Richtung Aschaffenburg. Wir wollten uns die Stadt etwas anschauen, da Aschaffenburg das nächste Ausflugsziel eines ihrer Schulklassen sein würde.

Galerie - AschaffenburgBereits im Vorfeld standen zwei Sehenswürdigkeiten auf unserem Plan: Das Pompejanum Aschaffenburg und das Schloss Johannisburg. Ersteres ist ein kompletter Nachbau eines römischen Wohnhauses, welches von König Ludwig I. in Auftrag gegeben wurde. Zweiteres ist stattliches Renaissanceschloss, welches lange Zeit als Nebenresidenz der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten diente. Heute beheimatet das Schloss eine Gemäldeausstellung, sowie die weltgrößte Sammlung von Gebäudenachbildungen aus Kork.

Mit dem Auto waren wir knapp zwei Stunden unterwegs, dabei fährt man über die A7 an den äußersten Zipfel von Bayern. Die Beschilderung in der knapp 69.000-Kopf starken Städtchen ist gut, die Parkgebühren für einen halben Tag in einem innenstadtnahem Parkhaus betrugen gerade einmal vier Euro.

In der Stadt selbst findet man sich schnell zurecht, es gibt einen älteren Teil, der direkt neben dem Fluss Main liegt. Der jüngere Teil grenzt daneben an, mit einer heimeligen Fußgängerzone und einigen schönen Cafes. Etwas schwieriger war es, eine günstige Alternative für das Mittagessen zu finden. Wir missbrauchten dann nach kurzem ziellosen Herumlaufen einen Austeiler von Partei-Flyern und quetschten diesen aus. Er empfahl uns einen Chinesen, der zur Mittagszeit einen prall gefüllten Teller von einem Büfett für 4,90 EUR anbot.

Nach dem Essen ging es am Mainufer entlang zum Pompejanum, welches einen wunderbaren Blick über diesen bietet. Zwischen vielen Bäumen und überwachsenen Gängen findet sich die rot-gelb gestrichene Nachbildung des Römerhauses. Mit einem sechs Euro teurem Kombiticket (es gilt auch für das bereits erwähnte Schloss) für einen Erwachsenen kann man sich die sehr beeindruckenden Innenräume ansehen. Hier finden sich das wunderschöne Atrium, der Speisesaal mit den markanten Sitzliegen, aber auch triviale Räumlichkeiten, wie die Küche und der Abort. Es ist doch etwas anderes, Grundrisse oder Modelle von früheren römischen Häusern in einem Lateinbuch anzuschauen oder in einer lebensgroßen Nachbildung herumzulaufen.

Nach dem Pompejanum ging es zurück zum Schloss Johannisburg. Dieses bietet neben der bereits erwähnten weltgrößten Korkmodellsammlung noch eine kleine Gemäldeausstellung mit Bilder von einigen deutschen und holländischen Malern (unter anderem Lucas Cranach d.Ä.). Die Ausstellung über klassizistisches Mobiliar findet unter Fans sicher auch Begeisterte (wir haben nicht dazugehört).

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