Juli, 2005


19
Jul 05

des Nachts

Mensch, ist bei uns viel Verkehr. Das könnte man denken, wenn man die beiden Bilder sieht. Der eigentliche Grund war, dass ich eine Möglichkeit gesucht habe, die Langzeitbelichtung meiner Kamera auszuprobieren

Ich weiß, eigentlich hatte ich die Bilder aus dem Schlossgarten vom Samstag und den Bericht zum Besuch des Nürnberger Theaters versprochen. Doch zur Zeit habe ich in der Arbeit sehr viel um die Ohren und bin Abends dementsprechend fertig und schreibfaul. Aber ich vergesse es nicht.


16
Jul 05

…und schon ist der Samstag wieder rum

So, den ganzen Nachmittag im Schlossgarten gelegen, gefaulenzt und Fotos gemacht. Heute Abend geht es ins Nürnberger Theater, auf dem Spielplan steht “Shakespeare sämtliche Werke – leicht gekürzt”. Eine Komödie, laut unseren Bekannten sehr amüsant.

Die Kritik und die Bilder des Schlossgartens folgen wahrscheinlich erst am Montag, da am Sonntag ein (fast) ganztätiger Besuch bei meinen Eltern ansteht. Euch einen schönen Sonntag.


15
Jul 05

Will die Welt wirklich alles hören?

Vor ein paar Tagen bereits habe ich kurz über die neue Podcasting-Funktion von Apples Musikwiedergabeprogramm iTunes berichtet. Bastian hat mir dann netterweise ein paar Podcasts empfohlen und auch durch eigene Suche habe ich verschieden Sendungen angehört.

Dabei sind mir einige recht bemerkenswerte Punkte aufgefallen. So lassen sich meilenweite Unterschiede in der Aufnahmequalität feststellen: Auf der einen Seite stehen Podcasts mit einer glasklaren Sprachqualität, regelmäßig eingesetzte auflockernde Elemente (zum Beispiel.
Erkennungsjingles, Eingangs- und Schlussmelodien) und einem klaren inhaltlichen Aufbau. Auf der anderen Seite werden Aufnahmen präsentiert, die so wirken, als ob sie im Freien mit einem Handy-Mikrofon neben einer Großbaustelle aufgezeichnet wurden.

Meiner Meinung nach lässt sich ein direkter Vergleich zu der Qualität von Homepages im weltweiten Datennetzt herstellen: Auch hier gibt es weniger gute Seiten (positiv ausgedrückt), die von Usability, Farbwahl und Design noch nie etwas gehört haben und absolute Kleinode, die sowohl vom Content, als auch vom Aufbau überzeugen.

Wobei ich nicht sagen will, dass hinter einem nicht so guten Podcast eine schlechte Internetpräsenz stehen muss. Mir geht es mehr um den generellen Trend. Auch wenn der Hype um das neue Publikationsmedium “Podcast“ stark ist und derzeit viele auf den Zug aufspringen: die Angebote der Toplisten werden sich annähern, die Qualität der bekannten (oder derjenigen, die bekannt bleiben wollen) wird steigen und bald wird es auch für dieses Medium viele Howto´s und vielleicht sogar Standards geben (ein sinnvolles Standard wäre zum Beispiel ein kurzer Abriss des Inhalts am Anfang einer längeren Podcast-Folge).

Mich persönlich haben die vorhanden Podcasts nicht ganz überzeugt. Viele waren noch mit den bereits oben genannten Unzulänglichkeiten belastet. Auch fehlt diesem Medium die Möglichkeit, einen Absatz gedanklich beim Lesen zu überspringen oder vorzublättern.
Was allerdings für die Podcasts spricht, ich die Unterstützung für sehbehinderte Mitmenschen. Hier finden sich keine oder nur wenige Stolperfallen. Durch die Audiodateien gehen auch Dialekte und regionale Unterschiede in der Sprache nicht verloren, im Gegensatz, sie werden sogar noch verbreitet.

Und während sich Podcasts langsam durchsetzen, steht schon die nächste logische “Medien-Unart“ in den Startlöchern, der Videoblog. Breitbandanschlüssen sei Dank, werden wir nicht nur auditiv, sondern bald auch noch visuell mit den kleine Sorgen unserer nächsten Mitmenschen bedacht. Ob es andere interessiert oder nicht. Die Aussage meiner besseren Hälfte, Privatleute überschätzen sich mit solchen öffentlich gemachten “Publikationen“ ist nicht aus der Luft gegriffen. Und als Schlusssatz passt ein Satz, von dem ich nicht mehr weiß, woher er stammt: “Und wir werden sehen, wo die Reise hingeht.“


12
Jul 05

Wie alles mit einer Fledermaus begann

Batman Begins

Meine Empfehlung: Empfehlung

Nach langen Jahren ohne Batman endlich wieder ein Film mit dem maskierten und geflügeltem Superhelden. Nach den eher schlechten Filmen in der Vergangenheit, die mehr schlecht als recht umgesetzt wurden, soll der von Christopher Nolan abgedrehte Film eine Wende bringen. Ob dieser Regisseur, der in Vergangenheit eher durch bodenständige Thriller aufgefallen ist (Memento, Insomnia), den Restart schafft, bleibt abzuwarten.

Zur Geschichte: Nachdem er als kleiner Junge die Ermordung seiner Eltern mitansehen musste, führte das Schicksal den seither vor Rachedurst überquellenden Bruce Wayne (Christian Bale) bis nach Ostasien. Dort macht ihn ein weiser Ninja-Häuptling (Liam Neeson) mit dem kleinen Einmaleins des One-Man-Guerillakriegs vertraut. Zum Kampf fertig ausgebildet kehrt Wayne zurück ans familiäre Anwesen in der Nähe von Gotham City und sucht die Konfrontation mit den profiliertesten Schwarzwesten der Stadt. Dabei gehen ihm sein Butler (Michael Caine), der “Haustüftler” seines Vaters Firma (Morgan Freemann) und eine der wenigen korrupten Polizisten (Gary Oldman) zur Hand.

Über eines ist der Zuschauer schon nach den ersten Minuten sehr froh: Der jetzige Batman-Film fällt zum Glück nicht mehr so quietschbunt aus, wie der letzte. Und er wird seinem vorauseilenden Ruf gerecht: Hier kommt eine Geschichte von Batman daher, die sehr düster erzählt wird.

Nachdem dieser Film die Anfänge von Batman und den Wandel von Bruce Wayne zum gewalttätigen Rächer erklären soll, lässt sich die Geschichte anfangs viel Raum, um die Auslöser zu erzählen. Dabei konzentriert sich der Film jedoch sehr auf die Vater-Sohn-Beziehung, später auf die Meister-Schüler-Beziehung. Die aus den beiden Verbindungen entstehenden Konflikte durchziehen den Film wie ein roter Faden. Sehr im Hintergrund bleibt der weibliche Counterpart mit Katie Holmes. Dieser wäre zwar noch ausbaufähig gewesen, hätte aber nichts zur Verständnis beigetragen und den Film nur noch länger gemacht.

Die Handlung entbehrt zwar an vielen Punkten nicht an Action, die Kampfszenen sind leider sehr schnell geschnitten und unscharf aufgenommen. Auch die Gimmicks stehen, bis auf das Batmobil, nicht im Vordergrund. Die hochrangig besetzen Nebenrollen werden nur für gelegentliche auflockernde Sidekicks benutzt. Einzig Gary Oldman spielt hier als älterer Cop stark auf und sticht somit heraus.

Die Leistung des Hauptdarstellers, Christian Bale, ist meiner Meinung nach unanfechtbar. Man merkt ihm die innere Zerrissenheit zwischen dem Willen nach Gerechtigkeit und dem Verlangen nach Rache ständig an. Somit ist Batman kein astreiner guter Held, sondern ein Mensch, der zwischen den beiden genannten Extremen schwankt. Diese Vorgehensweise, den Titelhelden nicht als lupenreiner und von allen Makeln befreiten Helden hinzustellen, ließ sich auch bereits bei Spiderman (Kritik zu Teil 2) beobachten.

Der Film legt wieder eine gute Grundlage für das Batman-Universum und lässt über die leichten Schwächen des Filmes hinwegschauen. Alles in allem ein sehr angenehmer Film, bei dem ich jedoch lange gebraucht habe, um mich zu einer Wertung durchzuringen. Dies lag an der Tatsache, dass man leicht das angestrebte Ziel hinter der eigentlichen Handlung übersieht, der Grund für die Entstehung von Batman.


11
Jul 05

DIE ultimative Homepage

Wie können Leute nur so etwas fabrizieren? Per Zufall gefunden: Stubi’s private Homepage. Kein weiterer Kommentar meinerseits.


10
Jul 05

Über Messer und Kampfkünste

House of Flying Daggers

Meine Empfehlung: Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Empfehlung

Durch den damaligen chinesischen Kassenschlager “Tiger & Dragon” sind chinesische Filme, lange nach den teilweise sehr seichten Prügelfilmen rund um Bruce Lee, wieder arg im Kommen. So ist “House of Flying Daggers” bereits der dritte Film, der mit ähnlicher Beschaffenheit die deutschen Kinos erreicht.

Zur Geschichte: Im China zur Zeit der Tang-Dynastie bedrohen Rebellen unter dem Namen “House of Flying Daggers” das regierende Herrscherhaus. Die Offiziere Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) erhalten den Auftrag, die scheinbar blinde Tänzerin Mei (Zhang Ziyi) zu verhören, die angeblich die Tochter eines Rebellenführers ist. Als man mit herkömmlichen Methoden nicht weiterkommt, soll Jin undercover das Rebellen-Geflecht infiltrieren und Meis Vertrauen gewinnen. Natürlich verliebt er sich in die schöne Verdächtige.

Der Film muss sich den Vergleich mit den beiden vom Thema her sehr ähnlichen Filmen “Hero” und “Tiger & Dragon” (hier leider keine Kritik von mir) aus dem Jahre 2002 und 2000 gefallen lassen. Denn wieder werden unglaubliche und sehr ästhetische Kämpfe und Bilder gezeigt. Wobei der jetzige Film weder die Farbgewalt von “Hero”, noch die ausufernden Zweikämpfe von “Tiger & Dragon” erreicht.

Von der Story her wird nichts überraschendes geboten: Eine Dreiecksbeziehung zwischen drei Personen, angesiedelt zwischen zwei konkurrierenden Gruppen. Einzig die sehr zurückhaltende Erzählungen und die damit lange im dunklen bleibende Motivation der einzelnen Hauptdarstellern vermittelt etwas Spannung. Ansonsten schleppt sich der Film etwas dahin.

Der Regisseur muss eine Vorliebe für halb abgerissene Kleidung bei Frauen haben, denn die eigentlich als gute Schauspielerin gewertete Zhang Ziyi muss hier durch einige dieser Szenen. Ich persönlich (und da bin ich mit meiner Frau einer Meinung) siedele den Film ganz klar hinter “Tiger & Dragon” an ein bisschen schlechter als “Hero”.


10
Jul 05

Veränderung eine großen Blickwinkels

Im Sommer 2004 hatten die Erlanger Bürger mit einer Mehrheit von 60 zu 40 für den Bau der Erlanger Arcaden gestimmt, im Juli wurde ein entsprechender Stadtratsbeschluss getroffen. Dies würde im Rahmen eines Bürgerbegehrens (ähnlich einem Volksbegehren) herausgefunden. In der heißen Phase, kurz vor der Abstimmung, wurde teilweise mit heftigen Bandagen und massiven Werbeetats auf beiden Seiten gekämpft.

Was sind die Erlanger Arcaden? Nun ein sehr umstrittenes Projekt, bei dem die Postzentrale und das Gebäude des Zollamtes zu Gunsten eines großflächiges Einkaufszentrum niedergerissen werden. In den damaligen Bericht liest sich das dann wie folgt:

In den Erlangen Arcaden sind 17 500 Quadratmeter Handelsfläche, 2500 Quadratmeter für Gastronomie, Gesundheit und konsumnahe Dienstleistungen sowie eine Postfiliale vorgesehen. Eine Ladenpassage bindet die Arcaden an die Fußgängerzone an.

Die bisherige Postfiliale soll während der Bauzeit ein Ausweichquartier ganz in der Nähe – auf einem Grundstück der Bahn an der Nägelsbach-/Ecke Güterbahnhofstraße — den Betrieb für die Kunden uneingeschränkt aufrechterhalten.

Im Rahmen des Bauvorhabens wird die Verkehrs-Infrastruktur rund um das Arcaden-Gelände verändert. Die an den Arcaden liegende Güterbahnhofstraße wird ausgebaut und mit einer Rampe an die Werner-von-Siemens-Hochstraße angebunden – ermöglicht durch einen wesentlichen finanziellen Zuschuss der mfi AG.

Die Umsetzung dieses Vorhabens wurde sehr stark, vor allem vom Erlanger Fachhändlern, kritisiert. Denn man befürchtet ein Aussterben der Einzelhändler und einen höheren Leerstand von Gewerbeimmobilien. Als Beispiel wurde hier das ziemliche erfolglose Einkaufszentrum in Regensburg mit den gravierenden Folgen angeführt.

Der Investor strebt die Baugenehmigung für Sommer 2005 an und anscheinend geht es langsam voran: Wie viele Erlanger schon mitbekommen haben und auf den Bildern zu sehen ist, hat die Deutsche Post bereits ihr Ausweichquartier bezogen. Das heißt, in nächster Zeit wird es von meiner Webcam ein bisschen was zu sehen geben und wenn die Erlanger Arcaden fertig sind, muss ich meine Banner neu gestalten (was frühestens in ca. eineinhalb Jahren sein wird).


10
Jul 05

Unwetter in Erlangen

Eben haben wir uns noch bei strahlenden Sonnenschein überlegt, ob wir einen kurzen Spaziergang zum Erlanger Eishaus machen, fünf Minuten später schüttet es aus allen Kübeln. Siehe auf dem Bild.

Plötzliches Unwetter in Erlangen


7
Jul 05

Was haben wir verbrochen…

… das wir im Juli ein solch schlechtes Wetter haben. 13 Grad (noch im Plus) sind einfach zu wenig! Und wenn ich dann die Wettervorhersage mit 7 – 10 Grad höre, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Und zusätzlich noch dieser unsägliche Regen.

Doch ein Vorteil hat es: Es entstehen sehr schöne Bilder. Wie heute Vormittag im Botanischen Garten. Viel Spaß beim Betrachten.


7
Jul 05

Paranoia gefällig?

Der Manchurian Kandidat

Meine Empfehlung: Empfehlung

Ein Urlaub, in dem man nichts festes geplant hat, ist doch großartig. Somit habe ich dann auch spontan die Möglichkeit, zwei DVDs an einem Tag zu schauen, ohne dass diese Zeit für andere wichtige Dinge fehlt. Die eine DVD war “Der Manchurian Kandidat”, von welcher ihr gerade die Kritik lest, die andere ist “House of Flying Daggers”. Doch genug der Einleitung, mal sehen ob Denzel Washington immer noch gute Thriller spielt und ob Regisseur Jonathan Demme wieder einen solchen Knaller abliefert, wie 1991 mit “Das Schweigen der Lämmer“.

Zur Geschichte: Eigentlich sollte Major Ben Marco (Denzel Washington) seinem Kameraden Reymond Shaw (Liev Schreiber) ja ewig dafür dankbar sein, dass ihm dieser im Golfkrieg so heldenhaft das Leben rettete. Doch ausgerechnet nun, wo sich Shaw unter der Regie seiner hyperehrgeizigen Mutter (Meryl Streep) um das Amt des US-Vizepräsidenten bewirbt, keimen ernste Zweifel in dem traumatisierten Kriegsveteranen, ob damals wirklich alles so zuging, wie es seine Erinnerung suggeriert. Bei der Suche nach Aufklärung stößt Marco prompt mitten in ein Wespennest.

Der eben geschaute Film teilt sich wieder in zwei große “Zonen” auf: Da sind einerseits die Hauptdarsteller, allen voran Merly Streep und Denzel Washington. Diese spielen ihre Rollen vorzüglich. Merly Streep, die besorgte und entschlossen Mutter und Senatorin, die ihren Jungen zur Präsidentschaft führen will, dafür aber auch einige moralische Grenzen zu überschreiten bereit ist. Und Denzel Washington, ein Major, der für sein Vaterland im Irakrieg 1991 gedient hat und dem von allen Seiten eingeredet wird, seine Träume seien nur ein Golfkriegs-Trauma. Beide überzeugen auf voller Linie, Liev Schreiber als zukünftige Präsidenten-Marionette kommt auch gut andere.

Und auf der anderen Seite ist wieder die Story: Ein paar größere Lücken, gelegentlich etwas zu wirr, manchmal zu sprunghaft. Und doch bringen diese unsteten Wechsel und Kameraführungen die Planlosigkeit mit, die Nahaufnahmen der Gesichter (fast schon Fisheye-mäßig) intensivieren die von paranoiden Hinweisen gespickte Story.

Ein ordentlicher Showdown fehlt auch nicht, nur die Lösung des Rätsels wird leider schon in Bruchstücken früh angedeutet, was aber die Spannung noch erhöht. “Der Manchurian Kandidat” ist ein beklemmender Thriller, mit einigen sehr guten Ansätzen. Wären die Schusseligkeiten in der Story nicht gewesen, hätte es die Höchstnote gegeben.