Nicotina
Meine Empfehlung: 
Bastian und ich waren uns ziemlich sicher, dass dies der erste wirklich mexikanische Film war (mal abgesehen von dem pseduo-mexikanischen Film “Desperado” mit Antonio Banderas?), den wir bisher gesehen haben. Naja, irgendwann ist immer das erste Mal. Ob die Mexikaner gute Filme drehen können, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Zur Geschichte: In Mexikos pulsierender Metropole träumen viele Leute täglich vom schnellen Geld. Lolo (Diego Luna) ist einer von ihnen, und weil er gut mit Computern umgehen kann, soll für ihn der Traum jetzt wahr werden. Diamanten im Austausch gegen gehackte Schweizer Bankverbindungen heißt das Geschäft, und die Russenmafia zeigt Interesse. Weil aber weder Lolo noch seine amateurhaften Partner solchen Dimensionen gewachsen zu sein scheinen, tauchen bald jede Menge schräger Vögel auf, um an dem Deal teilzuhaben.
Die oben genannte Story klang für uns beide nicht schlecht und so entschieden wir uns für diese Independent-Produktion im Manhattan anzusehen. Einen gewaltigen Vorteil haben die meisten Independent-Filme: Es läuft fast keine Werbung im Vorfeld.
Wie von einer solch kleinen Produktion ausgehend, habe ich im Kino keinen einzigen der Schauspieler gekannt, doch als ich auf imdb.com die Eckdaten des Filmes durchschaute, stellte ich fest, dass mir einer der Darsteller schon mal über den Weg gelaufen ist. So spielte Diego Luna bereits in dem Film “Terminal” mit Tom Hanks mit. Ansonsten aber sind die Rollen mit international unbekannten Personen besetzt und auch Regisseur und Skriptreiter sind mir nicht geläufig.
So kann man sich also voll auf die Story und die dargebotenen Schauspielkünste konzentrieren. Und diese sind beide gar nicht so schlecht. Zwar braucht die teils witzige, teils actionlastige Handlung ein bisschen Zeit, um in Fahrt zu kommen, entwickelt sich aber ab dem ersten Drittel sehr positiv. Über die einzelnen Personen im Film wird wenig berichtet, zentraler ist eher, wie sie jetzt handeln oder handeln werden. Die Startschwierigkeiten könnten aber auch an den ungewohnten Schnitten und dem gewöhnungsbedürftigen Geschichtsaufbau liegen: Anfangs wird zwischen zwei der Hauptdarsteller eine länger währende Unterhaltung im Pulp-Fiction-Stil a la Hamburger & Co. geführt, immer wieder unterbrochen von Einblicken in das Leben des Computercracks und Spanners, der die Daten-CD besorgt.
Der Film hat mir gut gefallen, da er unkonventionell, mit frischen Darstellern und einer merkwürdigen, leicht komischen Story aufwartet. Nicht umsonst hat er in Mexiko einige nationale Auszeichnungen erhalten.





