Sind wir nicht alle ein bisschen – Klone?

Die Insel

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Dass das Thema “klonen” in unserer Gesellschaft ein ständig aktuelles und kontroverses Thema ist, zeigt sich gut in der Filmbranche: Regelmäßig beschäftigen sich Regisseure mit dem Thema (nur zwei Beispiele: im Jahr 2000 “The 6th Day” und 2002: “Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“). “Die Insel” greift dieses Thema als Leitmotiv auf. Allerdings war die Befürchtung im Vorfeld groß, Actionmeister Michael Bay (u.a. Bad Boys I+II, Armageddon, The Rock) könnte aus dem Film eine reine Materialschlacht machen.

Zur Geschichte: 21. Jahrhundert: Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) hofft wie alle Erdbewohner darauf, für “Die Insel” auserwählt zu werden, dem letzten Ort, der nicht kontaminiert ist. Die Bewohner warten auf den Tag, an dem sie für den letzten nicht verseuchte Teil der Erde außerhalb dieses Refugiums auserwählt werden: Die Insel. Dann findet Lincoln heraus, dass alles um ihn herum eine Lüge ist und er in Wahrheit nur ein menschlicher Klon und Ersatzteillager für die Weltbevölkerung ist. Er versucht, mit der hübschen Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) zu fliehen, bevor sie ausgenommen werden können.

Der Aufbau der Filmstory ist sehr gut gelungen: Michael Bay verwendet den größten Teil der erste Hälfte des Filmes zur Darstellung der künstlichen Welt, in denen die Klone leben. Es wird die Neugier und das Hinterfragen der Welt durch Lincoln Six-Echo beobacht, aber auch die gleichförmige Gefolgsamkeit der Masse um ihn herum und das Hoffen auf die Errettung. Die Hauptcharakter werden glaubwürdig dargestellt und entwickelt, die “Klon”-Welt wirkt allerdings wie aus einer Zeitschriftenwerbung von einem Sportartikelhersteller und einem trendigen Club (leider auch wieder durchgehend mit unübersehbaren Product Placement). Zur Mitte hin kommt die “befürchtete” Action, welche sicher allerdings von der Menge her in Grenzen hält. Das letzte Drittel des Film schließt ausgewogen ab.
Bei der schnell geführten Kamera in den Actionszenen fällt die große Unschärfe auf, die aus der Verwendung der digitalen Aufnahmetechnik herrührt. Hier wäre die analogen Technik klar im Vorzug gewesen. An der Ausführung und Gestaltung der Actionszenen lässt sich nichts mäkeln, sie bewegen sich auf hohem Niveau.

Die drei Hauptdarsteller, Sean Bean, Ewan McGregor und Scarlett Johansson machen ihre Sache ausnahmslos gut, die Skripte sind, bis auf ein paar echt platte Äußerungen, gut geschrieben. Allerdings kann dies auch an der deutschen Synchronisation liegen.

Das Thema “Klonen” wird während des Filmes zwar von verschiedenen Standpunkten betrachtet, jedoch nicht intensiv besprochen. Dies ist, denke ich, aber auch nicht Ziel des Filmes. Zum Ende hin kann sich aber auch Michael Bay nicht verkneifen, einen Bezug der Ethik vom Klonen mit aktuellen Ereignissen zu ziehen.

Der Kinobesuch war ein Hochgenuss, es gab keinen Moment, wo ich mich gelangweilt hätte. Die Mischung von Action, Science Fiction und etwas Romantik wurde genau richtig gewählt. Höchstwertung für diesen Film.

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