Broken Flowers
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Der diesjährige Sieger des Filmfestivals in Cannes kommt mit einem großen und einem vielversprechenden Namen auf die Leinwand: Der Star aus unzähligen Filmen, wie “The Royal Tenenbaums” und “Lost in Translation” (um nur zwei zu nennen), Bill Murray, arbeitet mit dem noch recht unbekannten Jim Jarmusch zusammen. Dieser ist durch den ungewöhnlichen Schwarz-Weiß-Kaffeefilm “Coffee and Cigarettes” aufgefallen (Filmbesprechung hier). In dem letztgenannten Film haben sich die beiden auch kennen gelernt. Wir waren gespannt, wie sich die erneute Zusammenarbeit zeigt.
Zur Geschichte: Der alternde Schwerenöter Don Johnston (Bill Murray) hat gerade mal wieder eine Beziehung in den Sand gesetzt, als ihn ein mysteriöser anonymer Brief erreicht und von der Existenz eines vor 20 Jahren gezeugten Sohnes in Kenntnis setzt. Neugierig geworden, und weil er ohnehin gerade nichts Besseres zu tun hat, bricht Johnston auf zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Dabei will er den vier Frauen (Frances Conroy, Jessica Lange, Sharon Stone, Tilda Swinton), die theoretisch als Mütter in Frage kommen, einen Besuch abstatten.
Jim Jarmusch setzt die Fähigkeit von Bill Murray, welche in “Lost in Translation” entdeckt wurde, wundervoll ein: Der Hauptdarsteller bleibt in vielen Einstellungen stumm, viele erwartete Entgegnungen in Gesprächen bleibt er schuldig. Vielmehr wird die Antwort durch die intensive Mimik von Bill Murray gegeben, man sieht sofort, was der alternde Don Juan denkt. Hier wurde bewusst von den früheren plappernden Rollen des Protagonisten weggegangen. Ganz im Gegenteil erscheint sein hobbymäßig detektivisch veranlagter Nachbar (großartig: Jeffrey Wright). Dieser schickt seinen einsamen Kumpan mit vielen Worten und Tipps auf die Reise nach der Enträtselung des Briefes.
Als Zuschauer sitzt man gespannt im Kinosessel und erwartet jede neue Begegnung mit der nächsten Ex-Freundin, die kaum verschiedener sein könnten. Hier reicht die Spanne von wiedervereinter Liebe bis zum Einstecken von Prügel.
Die Kameraführung ist ruhig, sie passt sich in Ihren Bewegungen dem Hauptdarsteller an. Dieser ist, genauso wie der Zuschauer, dazu verdammt lange Zeit ein und dieselbe Einstellung zu sehen. Das Abblenden in Schwarze ist ein beliebtes Mittel. Hier setzt der Regisseur deutliche Absätze in der ungewissen Reise des Don Johnston. Musikalisch wird der Film sachte durch jazzige und bluesige Töne begleitet.
Im ganzen ist “Broken Flowers” ein sehr ruhiger Film und erinnert zeitweise in seinen an Stilleben grenzenden Filmweise an “About Schmidt“, ist aber deutlich amüsanter. Auch passiert mehr im Laufe des Filmes, dies wird nur sehr ruhig verpackt. Die Reaktion von Bill Murray auf das um ihn herum steht im Vordergrund. Und das ist höchst unterhaltsam. Mit dem abrupten Ende hat sich jedoch Jim Jarmusch keinen Gefallen getan. Nicht das offene Enden zu solchen Filmen nicht passen würden. Jedoch hätte ein etwas sanfteren Ausklang den Film gut getan. Dies als einziger Kritikpunkt an einem sonst harmonischen Film, der den Zuschauer unterhaltsam in die Suche nach etwas Fehlendem hineinnimmt.