Stefan hat mir vor kurzem die DVD´s “Shaun of the Dead” und “Die Regeln des Spiels – Rules of Attraction” ausgeliehen. Natürlich ein guter Grund, kurze Filmkritiken darüber zu schreiben.
Shaun of the Dead
Meine Empfehlung: 
Schon allein vom Namen her lehnt sich dieser Film eng an den jüngsten Genremeister im Zombiebereich, “Dawn of the Dead“, an. Und das war nicht der einzige Zombiefilm in der jüngsten Vergangenheit: Man denke an die eher trashige “Resident Evil“-Reihe oder der philosophisch angehauchte “28 Days Later“. Somit war eine Veralberung nur eine Frage der Zeit.
Zur Geschichte: Weil Shaun (Simon Pegg) angeblich nichts als Videospiele und Promille im Kopf hat, gibt Liz (Kate Ashfield) ihrem langjährigen Freund genervt den Laufpass. Als obendrein auch noch die Toten aus ihren Gräbern steigen und mit mächtigem Appetit auf warmes Fleisch über die Nachbarschaft herfallen, sieht Shaun endlich ein, dass die Zeit gekommen ist, für etwas zu kämpfen. Gemeinsam mit seinen Slackerkumpels macht er sich auf, Liz zu retten, so viele Köpfe wie möglich zu zertrümmern und den womöglich einzig sicheren Ort der Welt zu erreichen: die Stammkneipe.
Der Film wandelt die ganze Zeit auf dem schmalen Grad zwischen hitergründiger Komik und dumpfen Schenkelklopfern. Vor allem zu Anfang wirft der Regisseur mit dem Hauptdarsteller einen interessanten und ironischen Blick auf unseren fast schon zombiehaften Alltag. Häufiges Schmunzeln ist vorprogrammiert. Dazwischen ein kleines Beziehungsgeflecht zum besten Freund, der gerade gewordenen Ex-Freundin und deren ablehenden Mitbewohner. Der Film verwendet viel Zeit darauf, das Leben zu porträtieren und die sehr geringen Unterschiede nach dem “Zombie-Befall” aufzuzeigen. Auch das lange Hinauszögern der Erkenntnis der Hauptcharaktere, dass etwas nicht stimmt, beobachtet man als Zuschauer belustigt.
Leider verliert der Film im letzte Drittel deutlich an Qualität. Nicht in bildlicher Hinsicht, eher in erzähltechnischer. Die Beziehungsstränge verdichten sich, obligatorisch sterben ein paar Protagonisten. Zum Ende hin nur die Augenzwinckerei, dass die eigentlichen Zombies, wir, über die “richtigen” Zombies siegen.
Die abfallende Erzählkurve kann man jedoch keinesfalls den größtenteils unbekannten Schauspielern anlasten. Diese gehen voll in ihren Rollen auf und liefern authentische Gefühle. Auch die Sets in Großbritannien sind sehr gut ausgesucht. Wäre noch ein würdiger Abschluss gelungen, wäre wahrscheinlich die Höchstwertung drin gewesen.
Die Regeln des Spiels – Rules of Attraction
Meine Empfehlung: 
Roger Avary ist gebürtiger Kanadier, Quasi-Schüler von Quentin Tarantino und mutig. Er versucht mit “Die Regeln des Spiels – Rules of Attraction” eine zeitgemäße Interpretation der Buchvorlage von Bret Easton Ellis zu verfilmen, die eine Fortsetzung zu “American Psycho” ist (American Psycho wurde im Jahre 2000 verfilmt).
Zur Geschichte: Sean Bateman (James Van der Beek) ist Nobelstudent am renommierten Camden College und Bruder eines Serienkillers, der sich als “Wall-Street-Ripper” einen Namen gemacht hat. Seans einzige Ziele: Drogen konsumieren und willige Kommilitoninnen von ihrer Jungfernschaft befreien. Die meisten seiner Freunde, darunter der ewig in den Falschen verliebte Paul (Ian Somerhalder) und die zarte Lauren (Shannyn Sossamon), denken ähnlich. Daran kann auch der irgendwann anstehende “Ernst des Lebens” wenig ändern…
Es ist deutlich zu sehen, dass der Regisseur bei Filmen wie “Reservoir Dogs” und “Pulp Fiction” mitgearbeitet hat. Erzählerisch wird gerne mit Vor- und Rückblenden gearbeitet, lange Kamerafahrten durch den Ram werden zum Einfangen der Stimmung benutzt. Allderdings gibt es auch genug Unterschiede: Um zwischen einzelnen Handlungssträngen hin- und herzuspringen wird der Film verlangsamt rückwärts abgespielt. Dei Filmdramatik wird durch ein paar exzessiv dargestellte sexuelle Szenen aufgepeppt.
Und doch lenken die modernen filmischen Mittel und Methoden nur vom eigentlich Kern ab: Der Film ist eine Dreiecksgeschichte mit einigen Nebenschauplätzen. Nun wird die Geschichte mit gut gesetzten Schockmomenten auf modern gemacht. Hinzu kommt noch die beretis erwähnte “etwas andere Art” zu filmen. Im Endeffekt dümpelt aber die Story vor sich hin, ein richtiger Höhepunkt ist nicht zu sehen.









