Januar, 2006


11
Jan 06

Harte Klänge

Zwar gibt es diese CD schon seit Oktober 2000 auf dem deutschen Markt, doch als ich vor kurzem wieder einmal eine CD zum richtig abreagieren gesucht habe, bin ich über die Band “Papa Roach” gestolpert.

Bei den Liedern von Papa Roach hört man ziemlich genau deren große Vorbilder: “Rage Against the Machine”. Und genauso hart klingt auch deren Musik. Vergleichbar ist auch die Musik vom Stil her mit “Limp Bizkit” und “Linkin Park”. Wer keine E-Gitarren und Schlagzeug mas, wird in Papa Roach keinen Gefallen finden.

Mit “Infest” ist Papa Roach erst mit der vierten Platte der richtig weite Wurf gelungen. Dies war die Platte, welche sie richtig bekannt machte. Highlist auf der CD sind das “Last Resort” und “Blood Brothers”. Das erstere besticht durch die eingängigen Gitarrenspiele, Blood Brothers durch seine eigenwillige Dynamik.”Broken Home” ist zwar etwas langsamer gespielt, gehört aber auch zu den Top3 auf der Scheibe.

Einzig etwas schlechteres Lied ist das von elf Songs das Letzte: “Thrown Away”. Hier ist kein roter Faden zu erkennen.

Die CD Infest ist für günstiges Geld zu haben.


11
Jan 06

Neue Äpfel braucht das Land

Was haben wir Nerds und Geeks gegeifert: Neue ibooks und iMacs? Folgt dem Panther der Leopard? Was hat das neue iWork unter der Haube?

Die Rede ist von der Keynote von der Macworld Expo in San Francisco. Hierbei handelt es sich um einen berühmt-berüchtigen Vortrag vom Apple–Chef Steve Jobs. Bei der Messe wurden bekanntlich in den letzten Jahren neue Produkte vorgestellt, so auch der iPod und neue Versionen der Rechner und Betriebssysteme. Und natürlich kocht vor der Keynote die Gerüchteküche richtig hoch.

Was endgültig dabei raus kam, hier sind (wichtigsten) Neuvorstellungen:

  • Intel iMac Core Duo: nur Intels neuer Core Duo, sonst (fast) alles beim Alten
  • MacBook Pro: mit Intel-Prozessor und einem 15,4-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1440 x 900 Pixel
  • iLife 06: die neuesten Versionen der Digital-Lifestyle-Anwendungen iPhoto, iMovie HD, iDVD, GarageBand besteht und wird durch das brandneue iWeb ergänzt
  • iWork 06: das wichtigste fehlt, leider ohne Tabellenkalkulation
  • iPod Radio Remote: Kabel-Fernbedienung mit integriertem Radiotuner für den iPod nano und den iPod der 5
  • Mac OS X 10.4.4: verbessert nur allgemein die Zuverlässigkeit und Kompatibilität

So, dann mal fröhlich kaufen. Wer mehr Infos braucht, schaue auf mactechnews.de.


8
Jan 06

Erinnerungen an den Jahrhundertsommer

Sommer vorm Balkon

Meine Empfehlung: Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Empfehlung

Nachdem ich mir in der Woche bereits Film von den Hollywoodgrößen Woody Allen und Sam Mendes angeschaut hatte, kam mir dieser deutsche Film, der nicht als Blockbuster angekündigt war, sehr recht. Zurück auf den Boden der Tatsachen, ein leichten Hauch Independent. Schauspieler und Regisseur recht unbekannt und eine sehr deutsche Thematik.

Zur Geschichte: Wenn im heißen Berliner Sommer der Tag zur Neige geht, sitzen die Freundinnen, Singles und WG-Nachbarinnen Nike (Nadja Uhl) und Katrin (Inka Friedrich) gern bis tief in die Nacht auf dem Balkon und erörtern bei reichlich Wein ihre Probleme mit den Männern. Katrin, die arbeitslose Mutter eines Zwölfjährigen, fürchtet, bald zu alt für Jobsuche und Beziehungsmarkt zu sein. Nike dagegen scheint in Trucker Ronald (Andreas Schmidt) gerade den idealen Typ gefunden zu haben.

Mehreres vorneweg: Wer deutsche Filme und die damit einhergehende Komik (wohlgemerkt: nicht unter der Gürtellinie) nicht mag, dem wird dieser Film nicht gefallen. Auch wer Beziehungskiste und filmische Art wie “Die fabelhafte Welt der Amelie” nicht gefallen, wird diesen Film nicht mögen. Allen anderen wird ein wunderbarer, leichtfüßiger Film präsentiert, der das im Titel erwähnte Gefühl des “Balkon-Sommer” gut einfängt. Dabei bewegt sich die komplette Handlung in einer Berliner Wohngegend und auch die Schauspieler berlinern fast durchgehend.

Die einzelnen Rollen sind sehr gut besetzt, sie leben von Ihrer Schrulligkeit und der Authentizität der Schauspieler. Musikalisch klingen viele alte deutsche Klassiker an und untermalen den durchweg im Hochsommer gedrehten Film einmalig. Bei der ganzen schönen Stimmung bringt der Regisseur dennoch im mittleren Filmteil die harte Realität und auch die Auswirkungen auf die einzelnen Leben in der Vorstadt unter. Dabei wird es nicht melodramatisch, aber doch sehr gefühlsintensiv.

Die gelengentlich zu starken Independent-Szenen im Film, der ihn einen Tick zu schräg wirken lässt, halten mich von einer Höchstwertung ab. Storytechnisch kann er ohne weiteres mit dem vor drei Tagen bewerteten “Match Point” mithalten. Großes deutsches Kino, zu finden in kleinen deutschen Kinos.


6
Jan 06

Krieg – aber kein Feind

Jarhead – Willkommen im Dreck

Meine Empfehlung: Empfehlung

Eigentlich wollten ja Bastian und ich in den neuen Film mit Keira KnightleyDomino” gehen. Auch wurde er von Sebbi und Capellmeister positiv bewertet. Doch nachdem Stefan nicht so begeistert war, haben wir uns von ihm breitschlagen lassen und waren am Donnerstag im Cinestar in “Jarhead”.

Zur Geschichte: 1989 meldet sich Anthony ‘Swoff’ Swofford (Jake Gyllenhaal) wie zuvor schon sein Vater und Großvater zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan (Peter Sarsgaard) und Chris (Lucas Black) kämpft er sich durch die Grundausbildung und landet schließlich in der Einheit von Sergeant Sykes (Jamie Foxx) im Rahmen der Operation Desert Shield in Kuweit, wo es nach der Vertreibung irakischer Invasoren brennende Ölfelder zu bewachen gibt. Und wenig anderes.

Steigen wir gleich ein: Von dem Film wird oder wurde zu viel erwartet. Er ist keine Kritik an dem jetzigen oder damaligen Irak-Krieg. Auch ist er keine Komödie über die USA und ihre Streitzüge. “Jarhead” zeigt im Grunde nur die Abgründe von Soldaten, die auf die Schlacht warten.

Und somit beschäftigt sich auch der Regisseur die ersten zwei Drittel der Handlung mit der Beobachtung der Soldaten, die sich in der Wüste langweilen, abstumpfen, durchdrehen und … warten. Dabei sind manche Schlaglichter sehr intensiv und interessant. Jedoch ist der oft getroffene Vergleich mit “Apocalypse Now” völlig unverhältnismäßig. Auch die tiefen Blicke hinter die Fassaden wie in “American Beauty” schafft Sam Mendes nicht (mehr). Vielleicht liegt dies auch an dem zu stark ins Moderne getrimmten Soundtrack oder zu häufigen Zitaten anderer Filme.

Legt der Film zur zweiten Hälfte in filmischem Tempo zu, lässt er in der Qualität nach: Unsaubere Schnitte und schlechte Farbübergänge häufen sich, das Ende ist für den Kinozuschauer verstörend und einfach misslungen. Die moralische Konsequenz der einzelnen vorher schablonenhaft charakterisierten Figuren bleibt komplett aus. Einzig die sehr starken Bilder und Einstellungen, die teils sehr gespenstig und apokaliptisch wirken, retten zum Ende sehr viel.


5
Jan 06

Wenn der Ball voll in Schwarze trifft

Match Point

Meine Empfehlung: Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Empfehlung

Zum Glück gibt es Woody Allen. So titeln des öfteren die Printmedien zu dem Regisseur. Denn er gehört zu einer der Konstanten im Filmgeschäft. Jedes Jahr ein Film, meist ansprechende Themen, meist Beziehungskisten und meist qualitativ hochwertig. Auch wenn die Qualität manchmal schwankt. Doch Filme von ihm kann man gefahrlos anschauen.

Zur Geschichte: In seiner Eigenschaft als neuer Trainer eines superedlen englischen Clubs freundet sich Ex-Tennisprofi Chris (Jonathan Rhys-Meyers) mit dem aus allererstem Hause stammenden Tom Ewett (Matthew Goode) und dessen Verlobter Nola (Scarlett Johansson) an. Obwohl er in Wahrheit nur Augen für Nola hat, lässt er sich auf eine Beziehung und schließlich sogar Ehe mit Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) ein – schon, um stets in Nolas Nähe sein zu können. Als die Ehe von Tom und Nola in die Brüche geht, stehen unangenehme Wahrheiten an.

Der Film ist ein typischer Woody Allen-Film aber auch wieder nicht. Einerseits wird und ein sehr gute Dreier-Beziehungsgeschichte erzählt, der Geschichtsverlauf selbst ist ruhig erzählt und alle Kameraeinstellungen und stilistischen Mitteln entsprechen dem Regisseur. Andererseits ist Woody Allen zum ersten Mal zum Drehen nicht nach New York, sondern nach London gegangen. Mit diesem Wechsel des Schauplatzes ändert er auch konsequent einige andere Dinge: Die sehr stark untermalende Hintergrundmusik, die fast allgegenwärtig ist, ist kein Jazz mehr, sondern passend zur britischen Metropole und der Gesellschaftsklasse in der der Film spielt, Opern. Wäre man ein Opernkenner, so könnte man sicher Zusammenhänge zwischen den ausgewählten Lieder und der aktuellen Filmhandlung herstellen.

Auch die beiden Hauptprotagonisten (Scarlett Johansson und Jonathan Rhys-Meyers) machen ihre Sache extrem gut. Ab dem ersten Zusammentreffen knistert es zwischen den beiden, vorerst aus Konkurrenzdenken, später aus Liebe. Den Umbruch nach dem ersten Teil des Filmes, der mit einigen sehr gut pointierten Wortwitzen eher an eine Komödie erinnert, geschieht fließend und sehr subtil. Plötzlich befindet sich der Zuschauer in einer Tragödie und man meint als Zuschauer das Ende zu erahnen. Doch Woody Allen hält noch eine kleine Überraschung bereit.

Nun aber das Schwerste: Warum ich keine Höchstwertung für den Film vergebe, obwohl ich ihn bisher als durchweg guten Film beschrieben habe. Es sind ein paar Kleinigkeiten, die mich stören, mehr nicht. Möglicherweise würden andere Zuschauer hierüber ohne weiteres hinweg sehen:

Die Opernuntermalung wird für mich etwas zu oft eingesetzt und wirkt nervend. Zum absoluten Ende des Films gibt es ein paar kleine, wenige Schwächen im Textskript und die beiden Rollen und Synchronstimmen der Kommissare wurden meiner Meinung nach falsch besetzt. Wer über solch Nebensächliches hinwegschauen kann, findet im “Match Point” eine großartige Beziehugstragödie.


4
Jan 06

Unworte

Meine Unworte des Dezembers 2005 stammen aus dem beruflichen Bereich. Das erste ist “reaktiver Mitarbeiter“. Als ich den Begriff das erste Mal hörte, dachte ich mir: WAS? Im zweiten Gedankengang fing ich an, nachzuforschen.

Laut wissen.de bedeutet reaktiv: [lateinisch] rückwirkend; als Reaktion (auf einen Reiz) auftretend. Hm, noch etwas wenig. Also weitergegoogelt. Bei olev.de (einem nach eigenen Angaben “Online-Verwaltungslexikon”) wird der Begriff folgendermaßen erklärt:

Handeln erst/nur auf Anstoß von außen, aufgrund von Fehlern, Mängeln, Forderungen, im Gegensatz zu aktivem oder proaktivem Handeln.

Das ist ja nun schön und gut. Jetzt wissen wir also, was “reaktiv” bedeutet. Doch ein “reaktiver Mitarbeiter”? Google scheint mir Recht zu geben, die exakte Googelei nach den beiden Worten ergibt keine Treffer.

Das andere Wort lautet “Fotokoll“. Die Google-Suchanfrage ergibt gerade einmal 70 Treffer, die meisten in Sprachen, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Auch die Suche nach einem “Photokoll” hilft nicht weiter. Ganz klar entlarvt: Ein Kunstwort und zwar ein ganz billiges. Zum Glück kein weit verbreitetes. Somit keine große Chance, in den allgemeingebräulichen Wortschatz einzugehen.


4
Jan 06

Blondinenwitz

Einen wirklich lustigen Witz über eine Blondine lest ihr bei Sebbi.


4
Jan 06

Sehen und gesehen werden

Ein schönes nachweihnachtliches Geschenk hat mein nachfolgender Gebühren Besucherzähler mir beschert. So bin ich zum ersten Mal über 10.000 (in Worten: zehntausend) Besuche in einem Monat gekommen. Hey, wo bleiben die großen Werbeangebote? Coca Cola, Nike, Apple, … ich wäre an Gesprächen interessiert. ;-)

Zugriffe, Stand 03.01.06

Und nein, ich war es nicht alles selbst. Vielen Dank an die regelmäßigen Leser meines Blogs. Ich werde mich weiterhin um eine große Zahl an interessanten Artikeln bemühen.


3
Jan 06

Ein- oder Ausgang

Erlanger Bürger, die regelmäßig in der Innenstadt einkaufen oder bummeln gehen, werden sicher schon den Ausverkauf des Schuhgeschäftes “Shoe Time” neben H&M bemerkt haben.

Zukünftiger Eigang der Erlanger Arcaden

Der Räumungsverkauf hat jedoch nichts mit dem schlechten Umsatzzahlen zu tun, sondern einen ganz anderen Grund. Dieser ist zurzeit in Erlangen unübersehbar: Der Neubau der Erlanger Arcaden (die bisher dazu geschriebenen Artikel verlinke ich nicht, bitte die Suchfunktion verwenden). Denn anstelle des Schuhgeschäftes und des Bauernmetzgerladens wird ein Eingang zu den Erlanger Arcaden gebaut. Also eine weitere Lücke in den Häuserreihen. Aber man gewöhnt sich ja an alles.


3
Jan 06

Powervoller Mädchenchor

Grenzenlos Scala & Kolacny Brothers

Ein Mädchenchor? Ja, ihr habt richtig gelesen. Normalerweise zwar nicht mein Ding, doch als ich im Oktober den Chor bei Sarah Kuttner in ihrer MTV-Sendung (übrigens sollte MTV meiner Meinung den Preis für eine der unübersichtlichsten Seiten im Netz erhalten) sah, landete die CD sofort für Weihnachten auf meinem Amazon-Wunschzettel.

Eine sehr gute Fan-Seite unter scalachor.de beschreibt den Chor folgendermaßen:

Wer oder was ist Scala?

Man könnte Scala kurz so beschreiben: ein Jugendchor aus Aarschot (Belgien) mit ungefähr sechzig jungen Mädchen (zwischen 14 und 24 Jahren), geleitet von zwei begabten Brüdern, und nun genießen sie nationale und internationale Anerkennung.

Obwohl der Chor eigentlich belgischer Herkunft ist, wird auf dem Album ausnahmslos deutsch gesungen. Die Lieder sind alle von deutschen Interpreten und werden perfekt “nachgesungen”. Aktuelle Bands, wie “Juli” oder “Wir sind Helden” wechseln sich mit lang bekannten, wie “Die Toten Hosen” und “Kraftwerk” ab. Und das erstaunlichste ist, dass durch den klaren Gesang und die minimalistische Begleitung durch das Klavier und gelegentlich ein paar Streicher, die Wahrnehmung sich ganz auf den gesungenen Text verschiebt.

Kein Novum, aber doch selten. Denn der Erfolg einer Platte oder Band hängt mittlerweile nicht mehr von den Texten ab, sondern ob Musik eingängig ist. So würde sich auch der Erfolg einer solch okkulten Band wie “Him” erklären lassen.

Zu den absoluten Höhepunkten gehören die Lieder “Modell” (von Kraftwerk), “Alex” (von den Toten Hosen) und “Mutter” von Rammstein. Gänsehautfeeling garantiert, jedoch Stille und Zeit sind wichtig. Denn die CD ist keine laute Platte. Jedenfalls nicht von der Lautstärke. Zu finden auf amazon.de.

Meine Empfehlung: Meine Empfehlung