Match Point
Meine Empfehlung: 
Empfehlung meiner Frau: 
Zum Glück gibt es Woody Allen. So titeln des öfteren die Printmedien zu dem Regisseur. Denn er gehört zu einer der Konstanten im Filmgeschäft. Jedes Jahr ein Film, meist ansprechende Themen, meist Beziehungskisten und meist qualitativ hochwertig. Auch wenn die Qualität manchmal schwankt. Doch Filme von ihm kann man gefahrlos anschauen.
Zur Geschichte: In seiner Eigenschaft als neuer Trainer eines superedlen englischen Clubs freundet sich Ex-Tennisprofi Chris (Jonathan Rhys-Meyers) mit dem aus allererstem Hause stammenden Tom Ewett (Matthew Goode) und dessen Verlobter Nola (Scarlett Johansson) an. Obwohl er in Wahrheit nur Augen für Nola hat, lässt er sich auf eine Beziehung und schließlich sogar Ehe mit Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) ein – schon, um stets in Nolas Nähe sein zu können. Als die Ehe von Tom und Nola in die Brüche geht, stehen unangenehme Wahrheiten an.
Der Film ist ein typischer Woody Allen-Film aber auch wieder nicht. Einerseits wird und ein sehr gute Dreier-Beziehungsgeschichte erzählt, der Geschichtsverlauf selbst ist ruhig erzählt und alle Kameraeinstellungen und stilistischen Mitteln entsprechen dem Regisseur. Andererseits ist Woody Allen zum ersten Mal zum Drehen nicht nach New York, sondern nach London gegangen. Mit diesem Wechsel des Schauplatzes ändert er auch konsequent einige andere Dinge: Die sehr stark untermalende Hintergrundmusik, die fast allgegenwärtig ist, ist kein Jazz mehr, sondern passend zur britischen Metropole und der Gesellschaftsklasse in der der Film spielt, Opern. Wäre man ein Opernkenner, so könnte man sicher Zusammenhänge zwischen den ausgewählten Lieder und der aktuellen Filmhandlung herstellen.
Auch die beiden Hauptprotagonisten (Scarlett Johansson und Jonathan Rhys-Meyers) machen ihre Sache extrem gut. Ab dem ersten Zusammentreffen knistert es zwischen den beiden, vorerst aus Konkurrenzdenken, später aus Liebe. Den Umbruch nach dem ersten Teil des Filmes, der mit einigen sehr gut pointierten Wortwitzen eher an eine Komödie erinnert, geschieht fließend und sehr subtil. Plötzlich befindet sich der Zuschauer in einer Tragödie und man meint als Zuschauer das Ende zu erahnen. Doch Woody Allen hält noch eine kleine Überraschung bereit.
Nun aber das Schwerste: Warum ich keine Höchstwertung für den Film vergebe, obwohl ich ihn bisher als durchweg guten Film beschrieben habe. Es sind ein paar Kleinigkeiten, die mich stören, mehr nicht. Möglicherweise würden andere Zuschauer hierüber ohne weiteres hinweg sehen:
Die Opernuntermalung wird für mich etwas zu oft eingesetzt und wirkt nervend. Zum absoluten Ende des Films gibt es ein paar kleine, wenige Schwächen im Textskript und die beiden Rollen und Synchronstimmen der Kommissare wurden meiner Meinung nach falsch besetzt. Wer über solch Nebensächliches hinwegschauen kann, findet im “Match Point” eine großartige Beziehugstragödie.