Meine Unworte des Dezembers 2005 stammen aus dem beruflichen Bereich. Das erste ist “reaktiver Mitarbeiter“. Als ich den Begriff das erste Mal hörte, dachte ich mir: WAS? Im zweiten Gedankengang fing ich an, nachzuforschen.
Laut wissen.de bedeutet reaktiv: [lateinisch] rückwirkend; als Reaktion (auf einen Reiz) auftretend. Hm, noch etwas wenig. Also weitergegoogelt. Bei olev.de (einem nach eigenen Angaben “Online-Verwaltungslexikon”) wird der Begriff folgendermaßen erklärt:
Handeln erst/nur auf Anstoß von außen, aufgrund von Fehlern, Mängeln, Forderungen, im Gegensatz zu aktivem oder proaktivem Handeln.
Das ist ja nun schön und gut. Jetzt wissen wir also, was “reaktiv” bedeutet. Doch ein “reaktiver Mitarbeiter”? Google scheint mir Recht zu geben, die exakte Googelei nach den beiden Worten ergibt keine Treffer.
Das andere Wort lautet “Fotokoll“. Die Google-Suchanfrage ergibt gerade einmal 70 Treffer, die meisten in Sprachen, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Auch die Suche nach einem “Photokoll” hilft nicht weiter. Ganz klar entlarvt: Ein Kunstwort und zwar ein ganz billiges. Zum Glück kein weit verbreitetes. Somit keine große Chance, in den allgemeingebräulichen Wortschatz einzugehen.





