Februar, 2006


27
Feb 06

Countrysingerei

Walk the Line

Meine Empfehlung: Filmempfehlung
Empfehlung meiner Frau: Filmempfehlung

Und wieder einmal eine Biografie. Diesmal eines Musikers. Man könnte meinen, Hollywoods Firmen verlegen sich nur noch auf sichere Produktionen mit garantieren Erfolgscharakter. Normalerweise bin ich auch nicht so der Liebhaber von in Drama umgesetzten Filmbiografien. Doch nachdem einige Darsteller für verschiedene internationale Preise nominiert wurden und der Film auf imdb.com eine durschnittliche Wertung von acht von zehn Sterne innehat, entschieden sich meine Frau und ich am Sonntag Abend spontan, dem Film im Manhattan eine Chance zu geben.

Zur Geschichte: Nach einer harten Jugend im ländlichen Arkansas der 40er Jahre, wo ihm der Vater die Schuld für den frühen Tod des Bruders gab, zieht es den gelernten Handelsvertreter Johnny Cash (Joaquin Phoenix) zur Army nach Deutschland und in den frühen Schoß einer eigenen Familie, mit der der umtriebige Freizeit-Musikant und allzu gute Drogenfreund jedoch nicht glücklich wird. Um so steiler ist die Karriere als Country-Musiker: Cash verkauft stapelweise Platten, tourt mit Elvis und Jerry Lee Lewis, wird zur nationalen Ikone. Die Liebe zur Country-Sängerin June Carter (Reese Witherspoon) stellt sich dagegen schwieriger dar.

Puh, harter Tobak. Nein nicht der Inhalt, sondern das, was dem Kinozuschauer abverlangt wird: Der Film erklärt die ganze Zeit über sehr wenig. Viele Handlungen passieren einfach, ohne dass man weiss, wie diese entstanden sind. Viele Lücken in der Geschichte enstehen durch sehr große zeitliche Sprünge. Diese verstreueten Einzelszenen werden nur durch teils sehr lang geratene Musikstücke auf der Bühne zusammengehalten.

Im Gegensatz zur der unzusammenhängenden Rahmenhandlung steht die Darstellung der Beziehungen von Johnny Cash zu seiner Ehefrau und zu seiner Liebe, June Carter. Hier spielen die beiden Haupdarsteller (Reese Witherspoon mit schwarzen Haaren) ihre Stärken aus. Die dargestellten Gefühle sind sehr intensiv, jedoch leidet auch das Ganze auch hier unter der zeitlichen und inhaltlichen Zerissenheit des Filmes.

Von den Kostümen und Umgebungen ist die präsentierte Zeit gut dargestellt. Jedoch taucht schon zu Anfang des Filmes ein eklatanter Fehler auf: In einem Gitarrengeschäft, das Johnny besucht, wird eine Gitarre gezeigt, die an der Gitarrendecke längliche Einschnitte zeigt. Dieses Merkmal kam jedoch erst später auf. Für eine musikalische Filmbiografie nicht hinnehmbar.

Als letzter Punkt kommt noch hinzu, dass man ein bisschei ein Faible für solche Countrymusik haben sollte.


25
Feb 06

Das Geschäft ums Öl

Syriana

Meine Empfehlung: Meine Empfehlung

Anscheinend ist es eine neue Strömung im amerikanischen Filmgeschäft: So erhalten Filme wie “Traffic“, “L.A. Crash” und nun auch “Syriana” Höchstwertungen und reihenweise lobenswerte Kritik im Feuilleton. Und auch George Clooney hat für diesen Film bereits einen Golden Globe erhalten. Auch die Presse greift das etwas kontroverse Thema auf.
Aufgrund dieser oben genannten Tatsachen, einem guten Trailer und einer guten Wertung in der Cinema und den Nürnberger Nachrichten, entschloss ich mich, mit Stefan heute den Film im Cinestar anzuschauen.

Zur Geschichte: Der reformfreudige arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) vergibt die Rechte zur Ölförderung und -produktion in seinem Heimatland lieber an die meistbietenden Chinesen und nicht an Connex, die Firma des smarten US-Geschäftsmannes Pope (Chris Cooper). Daraufhin schickt die CIA mit Bob Barnes (George Clooney) ihren besten und vielleicht auch verrücktesten Mann, um das Problem zur Not auf handfeste Art aus der Welt zu schaffen. Doch die Verhältnisse vor Ort sind komplizierter als erwartet.

Eigentlich greife ich ja ungern vor und bringe mein Fazit zuerst. Ist auch ziemlich unlogisch und doch: der Film plätschert von seinen 126 Minuten knapp 110 Minuten nur so dahin. In den letzten Minuten des Film erkennt man dann auf der imaginären Fieberkurve einen kurzen, leichten Auschlag. Danachh ist der Film vorbei.

Noch ein bisschen zum Inhalt: Die Geschichte ist eigentlich nicht schlecht. Allerdings wird durch die äußersts distanzierte Betrachtung der Handlung der Zuschauer nicht mit einbezogen. Selbst die gute Schauspielriege (Amanda Peet, Matt Damon, Jeffrey Wright und andere) kann hierbei nichts mehr wett machen. Durch die häufigen Szenewechsel schaffen es die Filmemacher außerdem scheinbar nicht, die Hälfte der Szenenschnitte ordentlich rüberzubringen. Auch der Reiz der Farbgebungen für verschiedene Handlungsstränge, welcher in “Traffic” verwendet wurde, wir in “Syriana” nur halbherzig umgesetzt. Die ständig eingesetzte, verwackelte Handkamera geht einem nach fünf Minuten auf die Nerven. Leider ein gehörier Fehlauswahl. Bei Stefan wird er sicher ein Anwärter auf den schlechtesten Film 2006.

Vielleicht hätten wir doch mehr auf Optik und nicht auf Inhalt setzen sollen und “Aeon Flux” auswählen sollen. Zwar hat Steffi den Film als ganz gut beurteilt, aber ziemlich wenig geschrieben. Vielleicht liegt das ja daran, dass der Hauptdarsteller weiblich ist und somit wahrscheinlich nicht viel über den Film zu schreiben übrigbleibt.


21
Feb 06

Comicverfilmungen

Über Cappellmeister bin ich auf den neuen Film mit Kenau Reeves aufmerksam geworden. Zwar habe ich vor längerem bereits Film “Scanner Darkly” etwas gelesen gehabt, jedoch waren das sehr frühe Produktionsinfos.

Das ungewöhnlichste an dem Film ist, dass die realen Schauspieler in ein Comic umgesetzt wurden. Von der Machart erinnert der Film an das Computerspiel “XIII” aus dem Jahre 2003. Auch hier wurde bewusst vom Fotorealismus abgerückt, um die Stimmung eines Comics einzufangen. Einen ersten Teaser und Trailer gibt es hier.


21
Feb 06

Morgendlicher Ausblick

Ausblick in der Arbeit

Zwar kann ich noch nicht viel von meiner neuen Arbeitsstelle berichten, doch das ist wirklich schön: Der Ausblick aus dem fünften Stock, morgens mit etwas Nebel. Links der Business-Tower der Nürnberger Nachrichten (diese habe eine schwenkbare Webcam auf der Homepage), bei klarem Wetter habe ich einen wunderschönen Blick bis zum Eichelberg. Ansonsten viel Stress, man möge mir die geringe Bloghäufigkeit die nächsten Tage über verzeihen.


17
Feb 06

Die Weber

Wer kennt nicht aus seiner Schulzeit noch das Gedicht von Heinrich Heine, die “Die schlesichen Weber” und das inhaltlich gleiche Drama von Gerhart Hauptmann: “Die Weber“? Tausend Mal gehört, mindestens zwei Mal auswendig gelernt. Nun hat Dirk Hesse in seinem Weblog eine “aktualisierte” Fassung von diesem Gedicht veröffentlicht, bezogen auf die “Blogger”. Aber lest selbst:

Die Blogger

Von Patrick Heinrich Gurris-Heine

Die bloggenden Webber
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am iBook und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir bloggen dein Leichentuch,
Wir bloggen hinein den dreifachen Fluch – Wir Webber, wir Webber!

Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Netzeskälte und Providernöten;
Wir haben vergebens gebloggt und geharrt,
Er hat uns gepixelt, gefoppt und genarrt – Wir webben, wir webben!

Ein Fluch dem Gates, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Nerds erbleichen läßt – Wir webben, wir webben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jedes System früh geknickt,
Wo Outlook und Modem den Wurm erquickt – Wir webben, wir webben!

Das Mäuschen fliegt, der Web-Stuhl kracht,
Wir webben emsig Tag und Nacht – Altjournaille, wir bloggen dein Leichentuch,
Wir scripten hinein den dreifachen Fluch – Wir webben, wir webben!


15
Feb 06

Schleichendes Posting

Wen es in letzer Zeit ziemlicht angenervt hat, dass WordPress beim Posten eines neues Beitrages so lange zum Reagieren braucht, erhält nun gute Nachricht: Owen Winkler hat sich in seinem Blog zu dem Thema geäußert und einen Workaround angeboten. Wer eine gute Übersetzung und eine kurze deutsche Erklärung zu der Problematik lesen will, dem lege ich wärmstens das Posting auf jowra.de nahe. Ich habe es ausprobiert und es klappt einwandfrei


15
Feb 06

In Neumondnächten

Verflucht

Meine Empfehlung: Filmempehlung

Wirklich gute Werwolf-Filme gibt es wenige. Vielleicht liegt das an der schweren Umsetzbarkeit des “Monsters”. In diesem Film ist dies nicht der Fall. Was sonst noch für die eher schlechte Wertung dieser DVD spricht, das will ich euch nicht ersparen (schließlich habe ich es mir auch angetan.

Zur Geschichte: Ellie (Christina Ricci) ist Talkshowproduzentin und kümmert sich nebenbei um ihren nervigen Bruder Jimmy (Jesse Eisenberg) und ihren beziehungsgestörten Freund Jake. Eines Nachts stoßen Ellie und Jimmy auf dem Mulholland Drive mit dem Wagen von Becky (Shannon Elizabeth) zusammen, bevor alle drei von einem undefinierbaren Biest angegriffen werden. Becky wird zerfleischt, Ellie und Jimmy gebissen. Anschließend scheinen sie sich nach und nach in Werwölfe zu verwandeln, was ihnen tagsüber ungeahnte Kräfte verleiht. Nur die Tötung des Oberwolfs kann sie von dem Fluch befreien.

Informiert man sich vor dem Film über die bisherigen “Leistungen” der Hauptdarsteller und deren geringes durschnittliches Lebensalter, so sollte man eigentlich vorgewarnt sein. “Verflucht” ist klar im Bereich “Teenieslasher” anzusiedeln. Amerikanische Serienstarkids geben sich die Klinke in die Hand und auch die sonst immer bezaubernde Christine Ricci bleibt, in dem Bemühen eine etwas reifere Geschäftsfrau zu mimen, auf der Strecke. Doch auch die anderen Schauspieler tragen ihr möglichstes dazu bei, höchstens zwei verschiedene Gesichtsausdrücke zur Schau zu tragen.

Das eher schlechte Skript und die stümperhafte Umsetzung tun ihr Übriges, um den Film in der B-Movie-Schublade verschwinden zu lassen. Leider sehe ich auch bei längeren Nachdenken keine positiven Eigenschaften an diesem Film.


13
Feb 06

Zombieland ist abgebrannt

Land of the Dead

Meine Empfehlung: Filmempfehlung

Filmplakat zu Land of the DeadZombies sind wieder am Kommen. Dies habe ich bereits bei der Kritik zu “Dawn of the Dead” gemutmaßt und Recht gehabt. Wenn selbst der Großmeister und eigentliche Erfinder des Zombie-Genres, George A. Romero, nach fast zwanzig Jahren für einen weiteren Film überzeugen läßt, kann dies eigentlich nur gutes bedeuten, oder?

Zur Geschichte: Nachdem ihren Gräbern entstiegene Leichen die Menschheit zu weiten Teilen infiziert oder verzehrt haben, ballen sich die Überlebenden auf hochgerüsteten, gut bewachten Inseln der Zivilisation, wo Kapitalisten der alten Schule den Ton angeben und das Proletariat bei wenig Panem und viel Circenses der Erweckung durch einen geeigneten Aufwiegler harrt. Als eines Tages ein enttäuschter Wachmann private Rache am herrschenden Kaufman übt, öffnen sich die Schleusen und der Kampf Mensch versus Zombie geht in die nächste Runde.

Auch wenn dies der Film von Romero ist, er muss ich den Vergleich mit “Dawn of the Dead” gefallen lassen. Nicht nur, weil die Titel der Filme ähnlich ist, sondern weil auch geschichtlich (wenn man von einer geschitlichen Entwicklung bei Zombiefilmen sprechen kann) Romeros Film ungefährt dort weitermacht, wo “Dawn of the Dead” aufgehört hat.

In diesem Vergleich zieht “Land of the Dead” den Kürzeren. Sein Vorgänger ist ironischer, boshafter, und schwarzhumoriger. Doch Romeros Film punktet auf anderen Ebenen. Erstmals natürlich die Neuigkeit schlechthin, die Zombies sich entwickeln zu lassen. Dies bringt eine interessante Dimension. Dann natürlich auch die Kritik an bestehenden politischen Strukturen. Doch Romero wäre nicht er selbst, würde er solche sozialkritischen Anklänge außenvorlassen.

Die Charakter sind gut gezeichnet, Denis Hopper als Megakapitalist kommt sehr stark an, Asia Argento muss die im Lederköstum steckende Kratzbürste spielen. Die übrigen Schauspieler sind größtenteils unbekannt. Die Rollenzeichnung des Hauptdarstellers ist zu stark heroisch und rein dargestellt.

Allerste Sahne sind (wie zu erwarten) die Darstellung der Zombies. Die Locationen sind gut fotografiert und die Grundstimmung der geteilten Gesellschaft ist gut dargestellt. Leider wird das Ende total vermurkst und verdirbt damit eigentlich einen guten Film, der allerdings nicht zur Spitzenklasse gehören würde. Meine Wertung ist “durchschnittlich”, mit Tendenzen zum “gut”.


13
Feb 06

Schreibtischwechsel

Irgendwie fühlt es sich komisch an, den Schreibtisch, an dem man gut viereinhalb Jahre saß, leerzuräumen. Natürlich ist es ja nicht so, dass ich, wie im Film, gehen muss und meine Kiste in der Gegend rumtrage (diese Szenerie wird ja gerne in amerikanischen Filmen verwendet).

Und doch stimmt es einem etwas nachdenklich. Tausende von Fällen bearbeitet, hunderte von netten und schwierigen Kunden bedient, Abschlüsse und Misserfolge gehabt. Und doch freue ich mich auf die neue Stelle. Vorteile: Gleitzeit, eingene Kantine und sicherlich genug interessante Arbeit und viel Streß für die nächsten Monate und Jahre.

Wen sich jemand fragen sollte, was ich genau mache auf der neuen Position: Ich bin in einer Abteilung, die für die Qualitätssicherung unserer webbasierenden Credit-Anwendung zuständig ist. Wir dienen als Schnittstelle zwischen den Abteilungen IT, Risikocontrolling und Produktmanagement.

Worauf ich mich auch bereits wieder freue, ist die Zusammenarbeit mit einem guten Freund und Bloggerkollegen von porters-world.de. Ich werde sicher bald darüber berichten.


12
Feb 06

Blogwerbung im Kommen?

Heute endlich geschafft, die Sendungen von Harald Schmidt vom Mittwoch und Donnerstag aus der Konserve heraus zu schauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Gästin der Gast, Charlotte Roche, von der MTV-Sendung “Fast Forward” auf ihrem Top eine Internetadresse abgedruckt hatte. Und diese Adresse war keine geringere, als die von BildBlog.de.

Kennt keiner der Erlanger Blogger irgendwen, der mal in nächster Zeit bei Harald Schmidt eingeladen ist? Dann könnten wir auf dessen Top/Hose/Schuhe/Käppi/Kopf auch all unsere Adresse abdrucken. Wäre sicherlich besuchersteigernd…