Eigentlich schon krass, was man immer liest, über den Klau von Inhalt oder Fotos aus Blogs, Webseiten oder von flickr.com.
Welcher Fall mir heute aufstößt, ist der von Mareen Fischinger, einer Freelancerin im Bereich professionelle Fotografie, deren Bilder ich schon länger beobachte und sehr ansprechend finde.
Mareen veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Bilder in ihrem Fotoblog und auf flickr, größtenteils in sehr guter Auflösung. Die norwegische Konservativen-Partei bediente sich an diesen Bilder und benutzte für ihre politische Zeitschrift ein Foto von Mareens Schwester. Gefragt oder über die Verwendung des Bilde unterrichtet wude die Fotografin nicht. Und dann die Frechheit, noch als riesiges Titelfoto.
Für mich besonders schlimm: Einmal die logische Konsequenz für Mareen, als profesionelle Fotografin, keine oder nur mehr niedrigaufgelöste Bilder ins Netz zu stellen und die andere Tatsache, dass das Bild für politische Zwecke mißbraucht wurde.
Ich hoffe, dass Mareen Recht erhält. Leider wird dieses oder ähnliches im schnelllebigen Internet immer wieder passieren. Nur eines verstehe ich nicht: Fragen kostet doch nichts, oder?
Mehr dazu in Maarens Blog oder in der flickr-Diskussion.
Update: Die Diskussion und Neuigkeiten zum Fall werden in dieser flickr-Group weitergeführt.
Update 2: Hier ein Beitrag des WDR zu dem Thema auf YouTube.






Ja, das ist mir schon klar, dass es ein Trade-Off gibt zwischen Bildern anschauen können und gleichzeitig schützen. Ich habe auch sehr lange überlegt, was mir wichtiger ist und watermarke inzwischen nur noch mit einem relativ kleinen Schriftzug in der Bildecke. Klar, mit Photoshop kann man den u.u. entfernen bzw. croppen. Die andere Möglichkeit ist halt, die Bilder nur in Webauflösung einzustellen, dann ist zumindest kein Print für ein Magazin mehr möglich, sondern “nur” noch der Klau für eine Homepage.
Tim, ein digitales Wasserzeichen ist eine Möglichkeit, schränkt aber das Anschauen und Genießen des Bildes teilweise deutlich ein.
Ich selbst stelle aus genau diesem Grund nur noch Bilder mit einem Watermark ins Netz. Klar, das schützt auch nicht in allen Fällen – aber zumindest können Bilder nicht ohne vorherige Bearbeitung abgedruckt werden.
@bloto: Sehr guter Einwand. Natürlich ist auch der Beitrag vom WDR urheberrechtsgeschützt. Allerdings stelle ich mir die Frage, ob die beiden Verletzungen des Urheberrechtes das gleiche sind. Rechtlich wahrscheinlich ja, moralisch meines Erachtens nicht.
Auf der einen Seite steht ein Bild einer Privatperson, das unerlaubt in einen politischen Zusammenhang gebraucht und gebracht wird, Auf der anderen Seite wird ein für die Öffentlichkeit (dem Fernsehpublikum) bestimmter Beitrag im immer noch gleichen Zusammenhang zum erneuten Wiederanschauen bereitgestellt.
Für mich sind es deshalb immer noch zwei verschiedene Dimensionen.
Keine Frage, das Flickr-Foto einfach auf dem Zeitschriften-Titel zu veröffentlichen ist eine krasse Urheberrechtsverletzung. Was ich an diesem Blog-Eintrag allerdings kurios finde: Zunächst wird diese Urheberrechtsverletzung als “krass” und “besonders schlimm” gebrandmarkt – und dann wird als “Update 2″ zu einem WDR-Beitrag auf Youtube verlinkt. Eigentlich sollte es doch offensichtlich sein, dass auch der WDR-Beitrag ein urheberrechtsgeschützter Beitrag ist, den auf Youtube zu veröffentlichen ebenfalls eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Da führt sich der Blogger selbst ad absurdum …
Ich hab das Problem gerade umgekehrt. Vor einiger Zeit hab ich ein Bild gefunden das ich nun gerne verwenden möchte, aber ich finde auf der ursprünglichen Webseite weder einen Copyright-Hinweis noch den leisesten Ansatz einer Kontaktmöglichkeit. Einfach so benutzen darf ich es deswegen noch lange nicht, aber was soll ich tun um denjenigen zu erreichen der das Bild veröffentlicht hat?
argh – horrorgeschichte.
jojo, digitale wasserzeichen und low-res fürs web – anders gehts fast nichtmehr…
ich bin zwar nicht professionell in sachen fotografie unterwegs, hab aber beruflich
viel mit solchn themen zu tun – was da abgeht – irre – da stellt man am besten nichts
mehr ins netz
grüße,
Saxi