Gleiseis

Nach zwei Tagen Bahnverspätung reicht es langsam. Seltsamerweise hat es mich immer nur Abends getroffen, wenn man eh vom Tag fertig ist und nur noch heim will. Dann auch noch eine dreiviertel Stunde auf die Abfahrt des Zuges warten zu müssen ist nicht meine Vorstellung von Feierabend.

Beste Äußerungen waren eigentlich von der Bahn selbst (oder deren Angestellten). Am Mittwoch ging fast nichts mehr am Nürnberger Hauptbahnhof, alle Anzeigetafeln waren leer und es kamen ständig Durchsagen a la

Der Zug nach XY, der vor einer halben Stunde auf Gleis 1 abfahren sollte, fährt nun auf Gleis 23 in fünf Minuten los.

Ergebnis dieser Ankündigungen waren dann immer gut hundert bis zweihundert Leute, die daraufhin in die Richtung dieses Gleises stürmten. Nett war auch ein Telefongespräch eines Lokführers, welches ich zufälligerweise mitbekam:

Ja, ich fahr jetzt gleich los… ich glaube, nach Erlangen… mal schauen, wie weit wir kommen.

Wunderbar! Auch ein Schaffner der beim Anblick der Menschenmengen am Gleis umdrehte und wieder nach Hause ging (kein Scherz!) oder ein anderer, der schreiend rumlief, er wisse nichts, stärkten nicht unbedingt das Vertrauen in die Deutsche Bahn.

Unser Zug fuhr dann endlich los, als der Zug von Augsburg kommend am gegenüberliegenden Gleis ankam und der Lokführer aus dem eben angekommenen Zug ausstieg und in unseren einstieg.

Und die Probleme sind größtenteils hausgemacht: Rigide Sparpolitik, die die Trupps zur Enteisung von Weichen dezimierten und das regelmäßige Zurückschneiden von Bäumen reduzierten, lassen den größten Teil der Probleme jeden halbwegs vernünftig denkenden Mensch sofort erkennen. Tja, liebe Bahn, so wird das nichts, wieder eine Konkurrenz zur Straße zu werden.

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Ein Kommentar

  1. Solange die Bahn nicht immer genau dann fährt, wann ich das will, wird sie nie eine Konkurrenz für ein Auto sein. Ach hätt ich doch bloß eins… :-/