Neues aus Zamonien

Wider Erwarten habe ich es doch dem nächsten Weihnachtsfest geschafft, die nächsten Bände der Zamonien-Bücher von Walter Moers zu lesen. Dies gelang mir nur durch hartes und konsequentes Lesen auf meinen zehn minütigen Zugreisen morgens und abends als auch in den Wartezeiten (teilweise länger als die eigentlichen Zugfahrten :-( ).

Für die nicht so regelmäßigen Leser meines Blogs: Ende Dezember habe ich endlich mit dem Lesen des ersten Romanes aus dem Reich Zamonien von oben genannten Schriftstellers angefangen, “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“. Das Buch war ganz gut, deshalb machte ich mich ziemlich zügig daran, die weiteren Bücher von Walter Moers zu dem Thema zu lesen.

Die von mir eingeschlagene Lesereihenfolge der bisherigen Zamonien-Bücher empfehle ich auch jedem Neueinsteiger. Diese wären wie folgt:

  1. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär
  2. Rumo und Die Wunder im Dunkeln
  3. Ensel und Krete

Neben den drei genannten Büchern gibt es auch noch andere Roman mit ähnlichem Hintergrund. Diese werde ich in nächster Zeit vorstellen. Doch nun erstmal die Kritiken zu den beiden letztgenannten Büchern.

Rumo

Mit dem Hauptcharakter in diesem Roman wählt der Autor eine Figur, die mir aus dem ersten Buch bereits als Nebenfigur bekannt: Rumo, ein Wolpertinger und von Beruf der Leibwächter des zwielichtigen Unterweltbosses Volzotan Smeik. Was ist ein Wolpertinger? Wikipedia beschreibt ihn wie folgt:

Der deutsche Schriftsteller Walter Moers, gab in seinem Werk “Rumo & Die Wunder im Dunkeln”, dem Wolpertinger ein neues Aussehen. Dabei handelt es sich aber um einen zamonischen Wolpertinger. So sind in seinem Werk die Wolpertinger eine Mischung aus Wolf und Reh. Somit besitzen Sie die Angriffslust und Stärke eines Wolfes aber sind grazil und beweglich wie ein Reh.

Das Buch beschreibt jedoch die Kinder- und Jugendjahre von Rumo: Seine Herkunft, die Verschleppung durch Zyklopen, die Suche nach dem silbernen Geruchsfaden, das Finden und Leben in der Wolpertinger-Stadt “Wolperting” und einige weitere Abenteuer.

Walter Moers beschreibt dabei das Wachstum und die Entwicklung von Rumo sehr detailreich und lebhaft. Frei von den Zwängen, erst einmal die Welt Zamonien beschreiben zu müssen, entwickelt sich die Handlung im ersten Teil viel schneller und ereignisreicher fort, als in die “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär”. Es macht Spaß, den Reisen und Ereignissen des jungen Wolpertingers zu folgen.

Erst zur Mitte des Buches, als Rumo in die “Untenwelt” vorstößt und der Autor zwangsläufig die “neue” Umwelt beschreiben muss, verlangsamt sich die Handlung etwas, nimmt aber zum letzten Drittel sehr dynamisch an Fahrt auf. Im Vergleich zum ersten Buch der Zamonien-Welt ist “Rumo und Die Wunder im Dunkeln” spannender und schneller zu lesen. Zwei Empfehlungen seien eventuellen Lesern mitgegeben: Das Buch ist kein Kinderbuch, speziell der zweite Teil im Buch, die “Untenwelt”, ist sehr düster und die Handlung enthält teilweise für Kinder sehr brutale Szenen. Zweitens sollte unbedingt “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär” vorher gelesen werden.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung

Ensel und Krete

Mit “Ensel und Krete” werden sowohl von den Hauptfiguren als auch von der Art des Schreibens teils neue Wege eingeschlagen. Ensel und Krete sind zwei Fhernhachenkinder, ein kleinwüchsiges, harmoniebedürftiges Volk aus Zamonien. Die beiden sind aus früheren Bänden noch nicht bekannt.

Der Schauplatz des Abenteuers der beiden Fhernachen ist der “Große Wald”, in denen die Buntbären hausen und welcher als Urlaubsgebiet für Zamonien gilt. Als jedoch Ensel und Krete von den gesicherten Wegen abweichen und sich im Großen Wald verlaufen, erleben sie einiges.

Beim Lesen des dritten Buches muss man sich immer wieder klar vor Augen halten, dass “Ensel und Krete” eine Märchenparodie ist. Zusätzlich simuliert Walter Moers im Roman, als ob das Buch von ihm “nur” aus dem zamonischen vom Großautor “Hildegunst von Mythenmetz” übersetzt wurde. Das Buch beinhaltet außerdem immer wieder Einschübe von Kommentaren von Hildegunst von Mythenmetz.

Um es klar zu sagen: Das Buch ist sicherlich nicht schlecht, jedoch sprachen mich weder die stilistischen Mittel der Einschübe und der Übersetzungssimulation an, noch trat die Veralberung des Märchens so klar zu Tage, als dass ich diese als witzig empfunden hätte.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung

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6 Kommentare

  1. Steffi, kannst du Gedanken lesen oder hast du meinen Blog gehackt? Beide Buchkritiken waren, als du deinen Kommentar geschrieben hast, bereits in Mache. Der Artikel zu deinem erstgennanten Buch habe ich eben freigegeben.

  2. Walter Moers ist der Hammer…ich liebe den! Der Stil…wahnsinn. Lies mal Stadt der träumenden Bücher oder auch sehr geil, WIlde Reise durch die Nacht!!

  3. Ein etwas älteres Buch für Kinder (angeblich, kann man drüber streiten) mit vielen Zeichnungen. Sehr witzig das!

  4. Nein, sagt mir nichts. Ein Comic von Moers?

  5. Der Zeichenstil ist so geil. Kennst du die Schimauski-Methode?