Children of Men
Nachdem ich bereits im Januar über die Buchvorlage zum Film “Children of Men” berichtet hatte und damals sehr überzeugt war von dem Buch, folgt heute die Filmrezension dazu. Children of Men ist schon seit einiger Zeit aus den Kinos, die DVD ist seit Anfang Mai im Handel verfügbar. Deshalb lege ich meinen Schwerpunkt auf den Vergleich von Buch zu Film, ohne dabei die Optik aus den Augen zu verlieren.
Zur Geschichte: Im Jahre 2027 hat die Menschheit die Zeugungskraft verloren und eiert in einem letzten anarchistischen Aufbäumen dem eigenen Aussterben entgegen. Mittendrin: Theo (Clive Owen), einst idealistischer Kämpfer für eine bessere Welt, jetzt resignierter, angepasster Regierungsagent in einem mitleidslosen Wettlauf um die Macht auf den kriminellen Straßen. Sein neuer Auftrag ist anders als die anderen: Er soll die junge Kee (Claire-Hope Ashitey) beschützen. Auf Kee hat es die ganze Welt abgesehen. Denn Kee ist schwanger.
Der Film könnte zum Buch nicht unterschiedlicher sein: In der Romanvorlage besteht die Rebellengruppe “The Fishes” nur aus einer Handvoll Leuten, der Hauptakteur Theo ist ein Verwandter des allmächten Premieministers und seine Ex-Ehefrau spielt im Buch keine Rolle, beziehungsweise taucht nicht als Widerstandskämpferin auf. Doch abgesehen von diesen offensichtlichen Unterschieden liegt der Kern im Detail. Das Buch schlägt um einiges leisere Töne an, als der Film. Vieles der Handlung, der Beweggründe der Personen und der allgemeinen Lage im Land geht im Film verloren. Alfonso Cuarón vereinfacht das Buch für den Film, das ist logisch und notwendig. Er spitzt aber auch zu: Die Schauplätze wirken kriegerischer, die Welt gewalttätiger. Hätte Cuarón diese Dramaturisierung nicht durchgeführt, wäre der Film wahrscheinlich langweilig gewesen und hätte eher wie eine Expertise oder “Zukunfts-Milieustudie” gewirkt.
Somit ist das Buch nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt gut umgesetzt. Der Autorin des Buches wird der Film nicht gerecht. Der Massentauglichkeit schon. Betrachtet man den Film losgelöst von der Vorlage, ist die gute imdb-Wertung von acht Sternen verständlich.
Meine Empfehlung: 





