Man muss nicht nach Bayreuth auf die Festspiele fahren, um Wagner zu sehen und zu hören. Um noch genauer zu sein, man muss nicht nach Bayreuth fahren, um den Ring zu sehen. Nein, natürlich nicht den “einen Ring, sie alle zu knechten”. Die Rede hier ist vom “Ring des Nibelungen“, einer Oper über vier Abende. In Summe gesehen sind die vier voneinander unabhängigen Oper, die aber thematisch zusammenhängen, wohl die zeitlich längsten Werke von ihm. Nicht nur in der Spielzeit, sondern auch in der damaligen Fertigstellung hat Richard Wagner Jahre gebraucht, um diesen Zyklus zu vollenden.
Und wenn man schon mal die Möglichkeit hat, alle vier Opern in Nürnberg zu sehen, sollte man das ausnutzen. Und natürlich haben wir das gemacht. Schon allein deshalb, weil wir viel einfacher Karten erhalten haben, als für Bayreuth
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Am gestrigen Sonntag war nun der letzte Abend und auch wenn es mir sehr gefallen hat, muss ich sagen, dass ich froh bin. Denn jede einzelne Oper ist mit zwei eingerechneten Pausen etwa fünfeinhalb Stunden lang. Ich muss dazu sagen: ich bin kein ausgemachter Klassikfan. Und doch herrscht in mir eine gewisse Neugierde, Aufführungen in Theater oder Oper zu besuchen, die zu den Klassikern gehören, solange es in der Nähe aufgeführt wird. Ich würde nicht ewig weit fahren, um ein bestimmtes Stück zu sehen.
Doch zurück zu Wagner: Die musikalische Qualität der Nürnberger Staatsoper kann ich leider nicht beurteilen, als Laien hat es mir jedoch sehr gut gefallen. Die wohl bekannteste Passage ist der Walkürenritt, der auch in diversen Filmen zu hören ist (Link zur WMA-Audiodatei). Doch selbst als völlig unbedarfter Zuhörer habe ich nach dem ersten Abend bereits erste wiederkehrende Motive in den drei weiteren Opern wiedererkannt.
Bühnenbildtechnisch ist die Geschichte ebenfalls gut ausgestaltet. Von sehr minimalistischen Aufbauten bis sehr schmuckvollen Kulissen reicht die Darstellung. Der Gesang der Schauspieler hat mir eher weniger gegeben, spielte aber in vielen Szenen sehr gut mit der Musik des Orchesters zusammen. Alles in allem eine sehr lohnenswerte Erfahrung. Jedoch brauche ich nun bis zur nächsten Oper eine größere Pause. Als nächster Programmpunkt sehen wir uns eventuell “Dantons Tod” im Nürnberger Schauspielhaus an.