War Photographer
Über HappyShooting bin ich auf den Dokumentarfilm “War Photographer” aufmerksam geworden. Davor war mir der Film überhaupt nicht aufgefallen. Im Jahre 2002 war der Film bereits für einen Oscar nominiert.
Zur Geschichte: Getreu dem Motto seines Vorbildes Robert Capa, das da lautet “Wenn das Bild nicht gut ist, dann war der Photograph nicht nah genug dran”, geht der 1948 in Massachusetts geborene Kriegsphotograph James Nachtwey näher ran als jeder andere seiner aktiven Kollegen. Kosovo, Palästina, Ruanda, Indonesien und Afghanistan heißen die Stationen, auf der die Kamera den Ausnahmejounalisten begleitet und dabei sowohl hautnahen Einblick in dessen Arbeit als auch in Situationen vor Ort vermittelt.
Der Film ist nichts für schwache Gemüter. James Nachtwey geht mit seinem Foto in Bereiche, wo es wehtut. Menschliches Leiden in Kriegs- und Krisenregionen und soziale Missstände sind sein Thema. Dabei fotografiert er nie mit Teleobjektiven mit großen Brennweiten, sondern geht ganz nah ran. Dabei entsteht jedoch nicht der Eindruck, er labe oder verdiene am Leid der Menschen. Sein Herantreten ist immer respektvoll und unaufdringlich. Die Bilder, die dabei enstehen, sind mehr als beeindruckend, bei manchen Bilder steht einem das Wasser in den Augen.
Der Kritikpunkt, der aufkommt, ist die Frage: Warum machen die Fotografen und Kameramänner das überhaupt? Was treibt sie an, solch unermeßliches Leiden festzuhalten. Ein befreundeter Kameramann von Nachtwey findet darauf keine Antwort, Nachtwey selbst versucht diese Frage zu beantworten.
Interessant bei dem Film ist die Technik, welches Sich der Zuschauer auf das Geschehen hat: Mittels eines Aufsatzes an der Fotokamera von Nachtwey blickt er in wechselnder Folge in die Fotografierrichtung des Fotografen und auf von schräg vorne auf den fotografierenden Nachtwey. Als Ergänzung wurde der Fotograf auf den meisten Station von einem Kamerateam begleitet.
Durch diese Mischung entsteht ein bewegender Dokumentarfilm, der mehrere Einblicke bietet: in das Handwerk eines Fotografen, in das Handwerk eines Kriegsfotografen und in die Hintergründe des Fotojournalismus.
Meine Empfehlung: 





