Italienische Geschichten

Maria, ihm schmeckt’s nicht!

So, seit Ewigkeiten mal ein Buch gelesen. Aber eigentlich nicht aus eigenen Antrieb, sondern aus sanften Zwang. Dies entwickelte sich wie folgt:

Vor kurzem hatte ich Geburtstag und bekam viele Dinge von meinem Wunschzettel geschenkt. Unter anderem sogar ein Buch. Und man glaube es kaum, es ging nicht um Fotografie oder Computer. Doch damit nicht genug, ich hatte gerade die ersten sechs Seiten angeschnuppert, da mopste es meine Frau und las es innerhalb von zwei Tagen durch. Nun lag also dieses Buch auf unserem Wohnzimmertisch, bereits von meiner Frau gelesen und eigentlich mir geschenkt. Nun musste ich doch ran.

Das Buch heißt “Maria, ihm schmeckt’s nicht!” und wurde von Jan Weiler geschrieben. Jetzt fällt mir auch wieder ein, warum ich das auf dem Wunschzettel hatte: Vor knapp einem Jahr habe ich Weilers erstes Buch gelesen, “In meinem kleinen Land“. Dieses war ganz gut und dann dachte ich mir, warum nicht auch noch sein zweites Buch bei Gelegenheit lesen.

Zur Geschichte: Als der alte Ego des Romans mit der Heirat seiner Frau in eine italienische Familie heiratet, sind Eigenarten und Aufeinandertreffen der Kulturen vorprogrammiert. Bei den vielen Besuchen im italienischen Heimatdorf seines Schwiegervaters stolpert Jan Weiler über die diversen Besonderheiten seiner italienischen Verwandtschaftssippe.

Das Buch macht richtig Spaß zu Lesen. Das hat mehrere Gründe. Die eine ist sicher, dass nicht nur der (platte) Witz im Vordergrund steht, sondern die einzelnen kleinen Geschichten, die erzählt werden. Man merkt, dass nicht alles auf Komik getrimmt ist.
Der andere Grund ist, dass eigentlich Einblicke in eine italienische Sippe gegeben werden soll. Das tut das Buch sicher auch. Aber gleichwohl bekommt man ein Spiegel vorgehalten, wie deutsche Verhaltensmuster häufig aussehen.

Einen Höhepunkt hat der Roman sicherlich, wenn der Schwiegervater, das Bindeglied der Familie und der eigentliche, heimliche Held der gesamten Geschichte von seiner Kindheit und seinem eigenen Vater erzählt. Klingt zwar komisch, ist aber tatsächlich so.
Leider liegt dieser Höhepunkt nicht gegen Ende des Buches, sondern in etwa mittendrin. Es folgt zwar noch einige gute Geschichtchen, aber nicht mehr die großen Hightlights. Das ist auch schon der einzige Kritikpunkt.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Buch-Empfehlung

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