Leise Servus

Kamareschutz INun ist es also soweit. Seit gestern verabschiede ich mich gedanklich von meiner allerersten digitalen Spiegelreflexkamera, der Nikon D70. Gekauft im Mai 2005 hat sie mich drei Jahre treu begleitet und meine Art und Weise Dinge und Personen um mich herum zu betrachten, wesentlich verändert.

Was ist passiert? Anfang Juni bliebt beim Auslösen der Kamera immer wieder der Spiegel hängen. Zusätzlich verlor sie dabei die seit dem letzten Einschalten geänderten Einstellungen. Ich schickte die Kamera zum Nikon-Service nach München ein. Nach zwei Wochen und 140 Euronen weniger erhielt ich meine Kamera zurück, mit dem Hinweis, der SQ Motor sei erneuert worden. Frohen Mutes konnte ich nun also wieder fotografieren. Doch leider trat dieselbe Fehlerkonstellation nach einigen Tagen wieder auf.

Zusammen mit einem bitterbösen Brief verließ mich meine Kamera nun zum zweiten Mal Richtung München. Der zweite Kostenvoranschlag war ein kräftiger Schlag in die Magengrube:

Leider ist ein weiteres Fehlerbild dazugekommen; Unsere kostenpflichtige Reparaturempfehlung:
Blendensteuerung erneuern . Connct fpc erneuern. Kulanzpreis im Lohn : statt netto 132€ werden nur 88€ netto berechnet.

Insgesamt beliefen sich die geschätzten Reparaturkosten auf 174 EUR. Ich schluckte erstmals schwer. Wieso sende ich überhaupt eine Kamera zu einem zertifizierten Nikon-Support ein, wenn diese nicht mal den Fehler finden und einfach irgendein Teil austauschten? Warum wurde der Fehler nicht beim ersten Reparaturgang gefunden?
Die Dame am Telefon blieb auf diesem Ohr taub. Ihre lapidare Aussage, ein Fehler könne immer mehrere Ursachen haben, trieb mich fast zur Weißglut.

Sollte ich also nun ingesamt 310 EUR für eine drei Jahre alte Kamera mit gut 30.000 Auslösungen investieren? Nach dem Gedankenaustausch mit zwei Fotokollegen entschied ich mich dagegen, stritt bei der Reparaturwerkstatt eine kostenlose Rücksendung heraus (wenigstens etwas) und bestellte notgedrungen eine neue Kamera. Die Wahl fiel auf eine Nikon D80, der direkte Nachfolger der D70.

Natürlich hätte ich viel lieber bis zur Photokina Ende September gewartet, wird doch hier eventuell die D90 vorgestellt. Auch ein D300 lachte mich an, lag aber jetzt im Moment mit einem Straßenpreis von 1400 EUR jenseits meines Geldbeutels. Und eine Kamera, auf die ich mich tagtäglich verlassen kann, brauche ich, sind doch Aufträge meinerseits zu erfüllen.

Nun warte ich also gespannt auf nächste Woche, wenn meine neue Kamera eintrifft, mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

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Ein Kommentar

  1. Das natürlich traurig, was der Service da abgeliefert hat. Die Entscheidung D80 war aber bestimmt die richtige. Wer weiss ob die d90 nicht noch etwas länger dauert, nach der Hammervorstellung der D700. Die D300 kann sicher sehr viel, aber für einen cropsensor ist das doch verdammt viel Geld. Und den Unterschied wirst auf den Bildern hinterher sicher nicht sehen, ausser bei High ISO vielleicht… Überlege mal welch tolle Linsen du dir für die Differenz kaufen könntest…