Der kleine Bruder
Sven Regener dürfte vielen bekannt sein, seitdem sein Buch “Herr Lehmann” verfilmt wurde. Die Buchkritik dazu habe ich bereit im Jahre 2006 geschrieben. Zu dem gleichen Protagonisten im Buch, Frank Lehmann, hat der Autor zwei weitere Bücher geschrieben “Neue Vahr Süd” und nun im September 2008 “Der kleine Bruder”. Die Bücher bauen aufeinander auf, sind aber nicht zwingend notwendig, um den Fortgang der Geschichte zu verstehen. Allerding ist es vom Lesen her um einiges angenehmer, sich die Bücher in Reihenfolge zur Gemüte zu führen.
Zur Geschichte: Die Geschichte im dritten Band dreht sich nun um die Reise von Frank Lehmann zu seinem Bruder nach Westberlin (das Buch spielt in der Zeit vor dem Mauerfall). Dieser ist seit einiger Zeit in der dortigen Kunstszene aktiv und hat Frank bei seinem letzten Besuch in Bremen angeboten, jederzeit vorbeikommen zu dürfen.
Herr Lehmann trifft bei seiner Ankunft in Berlin jedoch seinen Bruder nicht an, sondern eine seltsam zusammengewürfelte Wohngemeinschaft. Keiner weiß wo sein Bruder Karl steckt. Und warum sein Bruder von allen Freddie genannt wird, versteht er nun auch nicht.
Wer die Vorgängerbücher kennt, kann sich ausmalen, wie die Suche nach dem älteren Bruder verläuft: chaotisch, nicht eben zielführend und mit den üblichen Ablenkungen. Sven Regener bleibt seinem Schreibstil und seinem Hauptcharakter treu und lässt ihn seltsame Menschen begegnen, aberwitzige Überlegungen anstellen und auch einiges dahinplätschern.
Im Vergleich zu den ersten beiden Bändern fehlt ein wenig der Spritz hinter der Geschichte und den Handlungen des Frank Lehmann. Der Protagonist stolpert eher durch die Geschichte, markige Sprüche und markante Geschehnisse fehlen irgendwie. Man leidet, denk und fühlt nicht so stark mit. Sowohl als allein stehendes Buch als auch als Folgebuch überzeugt es nicht restlos. Schade drum.
Meine Empfehlung: 
Empfehlung meiner Frau: 





