Nein, Tethered Shooting ist nicht gefährliches. “Tethered” kommt aus dem englischen und heißt soviel wie “angebunden”. Der Begriff kommt aus der Fotografie und meint den Aufbau, wenn die Kamera direkt an einen Bildbetrachter (Monitor, Beamer) angeschlossen ist.
Nachdem ich vor ein paar Tagen vor der Aufgabe stand, einige Selbstportraits zu machen und gleichzeitig ein neues Lichtsetup ausprobieren wollte, kam ich in Nöte. Ich hatte keine Lust, ständig von der Kamera auf dem Stativ vor die Blitze und vor dem gewünschten Hintergrund hin und her zu laufen. Denn wie sonst sollte ich die Bilder kontrollieren.
Rein kabeltechnisch ist das ganze kein Hexenwerk: Ich verbinde die Kamera mit dem Computer mittels eines langen USB-Kabels, stelle die Kamera auf den PTP-Modus (Picture Transfer Protocol, ein Bildaustauschprotokoll) und schaltet die Kamera an. Wichtig, die Kamera verbraucht bei diesem Setup die Batterie schneller. Ich wählte als USB-Verlängerung ein “aktives” Kabel mit einer Länge von fünf Metern. Mit einem solchen Kabel lassen sich auch Längen des USB-Kabels über fünf Meter lösen. Ein solches Kabel kostet etwa acht Euro, ich kann mehrere hintereinander stecken und ich benötige keinen Treiber oder ähnliches.
Nachdem das Anschlußproblem gelöst war, machte ich mich auf die Suche nach einem Programm, welches mir die Bilder von der Kamera automatisch in mein Betrachtungsprogramm (in meinem Falle Adobe Lightroom) herunterlädt und anzeigt.
Von meinem Kamerahersteller gibt es dazu Camera Control Pro 2, dies kostet aber leider um die 140 Euro. Somit fiel das erstmal weg. Nach einigem Suchen fand ich für Windows und Mac jeweils ein Programm für Nikon-Kameras. Für Windows ist dies DIYPhotobits.com Camera Control 4.0. Die Macher haben zwar bereits vor einigen Tagen eine Beta für Mac released, jedoch stieß ich für den Mac noch auf folgendes Programm: Mountainstorm. Zum Ausprobieren der Mac-Programme bin ich noch nicht gekommen, dieser Bericht beschäftigt sich lediglich mit der Windows-Plattform.

Das Programm von DIYPhotobits.com ist grafisch nicht besonders aufregend, bietet aber die Funktionen, die man braucht.
Ich lege den Zielort fest, an dem die heruntergeladenen Bilder gespeichert werden sollen, drücke auf “Start Tether” und schon funktioniert es. Sobald ich nun auf den Auslöser drücke, wird das Bild von der Karte auf die Festplatte kopiert. Das Bild bleibt dabei auf der Speicherkarte erhalten. Ich kann auch einige Einstellungen der Kamera vom Computer aus fernsteuern und auch Zeitabstände festlegen, wie häufig die Kamera auslösen soll.
Als letztes ist Lightroom noch korrekt zu konfigurieren. Ich arbeite dabei mit Lightroom 2.3. Ich empfand es als sinnvoll, ein neues Projekt anzulegen.

In diesem Projekt wähle ich nun unter dem Menüpunkt “Datei” die Option “Automatisch importieren” und Einstellungen für den automatischen Import. Es erscheint folgender Dialog:

Hier stelle ich den von Lightroom zu überwachenden Ordner ein, ob die importierten Bilder woanders hin verschoben werden sollen und ob die Datei unbenannt werden soll. Als letztes kann ich der Datei noch Metadaten oder Entwicklungseinstellungen und Stichwörter mitgeben.
In der Praxis brauche ich für ein RAW-Bild meiner Nikon D80 (etwa acht MB groß) fünf bis zehn Sekunden, bis das Bild in Lightroom erscheint. Dabei arbeitet die Nikon D80 und mein Port am Computer mit USB 2.0m. In der Praxis wäre eine schnellere Übertragungsrate sicherliche wünschenswert.