Bücher


22
Sep 11

Fotoepochen?

Auf den Punkt - Harald SchmittBuchrezension: Auf den Punkt

Es macht einen schon neugierig, liest man den Untertitel des Buches von Harald Schmitt “33 Jahre als Fotoreporter für den stern”. Ging es mir doch häufig so, sowohl bevor ich das Fotografieren anfing, als auch jetzt: an den Bildern im Stern bleibt man oft hängen. Spannend, eine Geschichte erzählend und oft prima auf den Punkt gebracht.

Demnach ist es auch sehr interessant, was Herr Schmitt zwischen all den Bildern unterbringt: welches Gewicht die Fotos für ein Story haben, warum der schreibende Journalist den fotografierenden Kollege seine Kameratasche tragen sollte. Welche Entwicklung der Fotomarkt für gut recherchierte Bilderserien durchgemacht hat und im Moment durchmacht. In welche juristischen Fettnäpfchen man als Fotograf treten kann.
Wobei man eindeutig sagen muss: das Buch ist kein tiefschürfendes Sachbuch, sondern lässt die Bilder für sich sprechen – das Text-Bild-Gewicht liegt wohl bei etwas 30 zu 70. Und das ist gut so. Denn genauso wie im stern bebildern, beziehungsweise unterstützen die Bilder den Text von Harald Schmitt sehr gut und geben so sinnvolle Denkanstöße. Alle Bilder sind durchgehend sehr gut beschriftet, jedoch nur mit dem inhaltlichen Ereignis, nicht mit technischen Entstehungsdaten des Bildes. Auch sehr schön die vielen analogen Bilder mit den damals üblichen Farbstichen diverser Filme, Körnungen und der technischen Imperfektion.

Unterm Strich lässt sich zu dem Buch sagen: gute Bilder, angenehmer Text zum Lesen. Doch lässt sich das Bild weder als Bildband noch als Sachbuch oder ausführlicher Berufsbildeschreibung einordnen – das Buch liegt irgendwo in der Mitte.

Auf den Punkt von Harald Schmitt
dpi-Verlag 1. Auflage 2011, Hardcover
304 Seiten, Format 25 x 20,4 cm
ISBN: 978-3827330260
39,80 EUR

Mehr Informationen bei dpi oder auf amazon.


20
Sep 11

Fische fotografieren?

Vor einigen Tagen habe ich meine Buchrezension “Unterwasserfotografie mit Kompaktkameras” fertiggestellt, heute könnt ihr diese auf fotografr.de nachlesen – viel Spaß dabei. Für mich war es mal ein ganz anderes Thema, in welches ich mich da eingelesen habe.


31
Mai 11

Modelfotograf?

Auch wenn ich jetzt ein paar Tage und Wochen nicht oder nur wenig fotografiert und gebloggt habe, ich war nicht untätig. Unter anderem habe ich mal wieder eine Buchkritik für fotografr.de – geführt von dem sehr geschätzten Kollegen Michael Kirchner – geschrieben.

Das zu rezensierende Buch hatte den Titel “Jamari Lior – Modelfotograf werden”, nachzulesen ist das ganze hier.


21
Mai 11

Groß aufgeblitzt

Vor kurzem schrieb ich bereits einen Bericht über das Buch “The Moment it Click” von dem amerikanischen Fotografen Joe Mc Nally – heute folgt die Buchkritik zum zweiten Buch von ihm. Joe ist bekannt geworden für seine kreative Nutzung von Systemblitzen für Editorial-Bilder.

The Hot Shoe Diaries – Big Light from Small Flashes

Das zweite Buch ist laut Klappentext im Jahr 2009 erschienen, recht genau ein Jahr nach dem Vorgängerbuch. Joe behält seine Schreibweise des ersten Buches bei: immer einige Seiten, manchmal zwei, manchmanl fünf, berichtet er über die Enstehung einzelner Bilder. Er lässt sich in seiner bekannt etwas flapsigen Ausdrucksweise über seine Beweggründe aus, das Bild so und und nicht anders auszuleuchten.

Dabei finden sich zum Glück immer wieder selbstgemalten Schemas zu der Ausleuchtung und Position der Lichter – diese sind mehr als witzig. Doch das Buch ist, wie auch das Vorgängerbuch, deutlich mehr als nur die Auflistung von Ausleuchtungsbeschreibungen. Der Autor liefert wieder sehr viel Infos zwischen den Zeilen, viele Fingerübungen, um generelle Workflows zur interessanten Ausleuchtung von Aufträgen kennenzulernen. Und wohlgemerkt: alles mit Systemblitzen, meist mit dem Nikon SB-800 oder SB-900 – manchmal auch mit ein gutes Dutzend Blitzen.

Man sollte nicht erwarten, das Buch flüssig und gut in einem Rutsch durchlesen zu können, dafür ist es viel zu stark mit wertvollen Informationen vollgepackt. Ich empfehle eher das kontinuierliche Lesen von ein bis zwei Geschichten pro Tag – man vergisst dadurch nicht so schnell, was man gelesen hat.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


4
Apr 11

Träumereien eines Fotografen

Wie viele aus dem Fernsehen wissen, begleitete Christian Schuller, Fashion-Fotograf, eine Staffel von Germany´s Next Topmodel im Jahre 2010 als Jurymitglied. Kurz nach der Staffel kam sein Buch mit Fotografien heraus, die währen dieser Zeit entstanden sind. Ob das Buch nur ein müder Aufguss der Sendung ist oder doch mehr, dazu habe ich Euch eine kurze Buchkritik geschrieben

90 Tage. Ein Traum

Um gleich mit der ersten Annahme aufzuräumen: nein, im Buch sieht man nicht nur und auch nicht alle Bilder aus der Show. Teils sind ganz eigene Sets entstanden, teils wurden die Ideen aus der TV-Show weiterentwickelt und ausgebaut. Ganz klar nehmen dabei die häufig über die kompletten zwei Seiten gedruckten Bilder den größten Raum ein. Lange Einführungstexte findet der Leser, lediglich zwei kurze Interviews mit Christian und seiner Frau Peggy zu Beweggründen, Ideenfindung und dem kreativen Prozess. Diese hätten meines Erachtens noch etwas tiefer gehen können.

Fast schon obligatorisch und wohl auch den vielen Fans von GNTM geschuldet sind einige Seiten mit Schnappschüssen hinter den Kulissen. Interessant für Fotografen: ein paar Kontaktabzüge von ganzen Bilderserien und den Markierungen und Kommentaren von Herrn Schuller.

Auch angenehm: der Modelhype um die einzelnen Mädchen findet sich in dem Buch überhaupt nicht wieder – die Bilder transporieren die Stimmung die der Fotograf abbilden wollte, die Models dabei sind gut eingesetzt, werden aber nicht überbetont. Sehr interessant: Christian Schuller rückt mit der Ausführung seiner Bilder regelmäßig deutlich vom immer scharfen, perfekt ausgeleuchteten und einwandfrei zugeschnittenen und aufgeräumten Foto weg. Und sie wirken trotzdem. Oder gerade deswegen.

Ein stimmiges Buch. Mit etwas mehr Inhalt für derzeit 35 Euro hätte ich die Höchtswertung vergeben. Auch die vielen weißen Seiten fallen beim zweiten Durchblättern erst auf.

Meine Empfehlung:


26
Jan 11

Ausgeleuchtet

Wie es der Zufall so will, umgibt mich seit einiger Zeit Joe McNally. Für uneingeweihte: Joe ist ein Editorial-Fotograf, der bereits seit Jahrzehnten im Geschäft ist. Bekannt ist er für verrückte, ideenreiche und häufig materialintensive Ausleuchtung seiner Bilder.

Bereits vor zwei (!) Jahren habe ich ein Buch von ihm geschenkt bekommen (The Hot Shoe Diaries), im September hörte ich seinen Vortrag auf der Photokina in Köln und erst vor wenigen Tagen schenkte mir eine Bekannte (danke Dani) ein zweites Buch von ihm, über das ich heute ein paar Zeilen schreibe: The Moment it Clicks.

Ich liebe den Aufbau und den Inhalt des Buches. Ja, ich weiß, schlechte Dramaturgie, gleich meinen Schluss vorneweg zu nehmen. Aber ich kann nicht anders.

Das Buch gehört zu der Sorte Fotobücher, die fast keine technischen Details bieten, dafür aber viele Bilder und was noch wichtiger ist: der Gedankengang, die Problemstellungen und die Entstehungsgeschichte der Fotos. Dabei schreibt Joe für meinen Geschmack sehr flapsig, was aber, wenn man ihm live erlebt hat, seine Art ist.

Was das Buch so wertvoll macht, sind auch die Infos zwischen den Zeilen. Im Buch liest man persönliche Gefühle, die echte Haltung des Fotografen und seine Laune heraus. Joe hält mit nichts zurück, was auch dazu führen kann, manch nebensächliche, aber interessante Geschichte zu hören (bzw. zu lesen).

Für jeden Fotografen empfehlenswert, der seinen Horizont nicht nur technisch, sondern auch kreativ erweitern will. Für technische Skizzen, Belichtungswerte und Setaufbauten habe ich das Internet. Für Erfahrungen solcher Fotografen zu lesen, gute Bücher.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


18
Okt 10

Neue Rezension

Ich habe wieder mal ein Buch für fotografr.de rezensiert. Diesmal das Buch “Entfesselt Blitzen – Kreative Fotografie mit Systemblitzen” von Hendrik Roggemann. Zu lesen ist die Rezension hier.

Viel Spaß beim Lesen, ich bin gespannt auf Eure Kommentare.


20
Apr 10

Gast-Rezensent

Heute ist nach einiger Zeit wieder ein Gastartikel von mir auf Fotografr – Magazin für Fotografie entschieden.

Als Thema habe ich wieder eine Buchrezension von Michael Freeman mit dem Titel Schwarz-Weiß-Fotografie: “Ihr Weg zu überzeugenden Bildern” genommen. Der gesamte Artikel ist hier nachzulesen. Viel Spaß beim Lesen.


28
Jan 10

Rezension: Fashion-Buch

Heute steht nun endlich einmal wieder eine Buchrezension an. Das Buch habe ich bereits kurz nach Weihnachten ausgelesen, jedoch einige Zeit gebraucht, um mir über mein Fazit im Klaren zu werden. Weshalb und warum das etwas gedauert hat, lest selbst.

Fashion-Fotografie

Das Buch des deutschen Fashion-Fotografen Michael Gelfert kommt mit dem schlichten Titel “Fashion-Fotografie” daher und ist im mitp-Verlag in der ProfiFoto Edition erschienen. Quadratisch, mit 220 Seite und einem Taschenbucheinband.
Was beim ersten Durchblättern des Buches sofort ins Auges sticht: das Buch enthält sehr viele und sehr große Bilder. Diese sind qualitativ gut abgedruckt, auch der Inhalt scheint gut strukturiert zu sein.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung und einer Einteilung, welche Arten der Fashion-Fotografie existieren. Ebenso werden in weiteren Kapiteln die Ausrüstung, Wirkung von diversen Lichtformern, Shootings on Location und im Studio besprochen. Zum Ende sind einige Praxis-Tipps aufgeführt.

Auf dem ersten Blick klingt dies nach viel und guten Inhalt. Doch leider täuscht dies. Michael Gelfert begeht den Fehler, in vielen Beispielen, die er anführt, zu oberflächlich zu bleiben. Er verliert zu vielen Punkten nur allgemeine Wort, kratzt lediglich an der Oberfläche. Etwas zu gut gemeint hat er es mit der Anzahlt der Beispielfotos und der Größe derer. Zur Wirkung diverser Lichtformer wird pro Lichtformer immer eine komplette Doppelseite mit zwei Fotos und einige Zeilen Text verbraucht. Damit füllt der Autor bereits 52 Seiten. Es ist sicher essentiell als Fotograf die Wirkung seiner Lichtformer zu kennen. Allerdings suche ich als Leser so etwas nicht in einem Fashion-Buch, sondern auf den Seiten der Reflektor- und Blitzhersteller im Internet.

Ein weiterer negativer Punkt ist die starke Techniklastigkeit des Buches. Besonders schlimm ist dies, da im Klappentext als erste Frage gestellt wird “… Sie sind auf der Suche nach Inspiration und neuen Ideen?…”. Aus dem mir vorliegenden Buch Inspirationen für eventuell anstehende oder zu planenden Fashion-Fotoshootings zu ziehen dürfte nicht nur mir schwer fallen. Drei ausführliche Fashion-Shootings an der Zahl werden im Buch bis in das allerkleinste Detail technisch erklärt. Doch die Frage nach dem “wie” man als Fotograf auf solche Ideen kommt, wie man sie zur Reife bringt und dass die von ihm genannten (licht)technischen Problemstellungen ziemlich am Ende der Kette bei der Realisierung eines Fotoshootings stehen, diese bleibt unbeantwortet.

Das Buch macht unterm Strich nichts falsch. Es verfehlt einfach das Thema und bringt zu wenig Inhalt. Gute Tipps findet man ein paar, so zum Beispiel die Erklärung, wie am einfachsten ein Model vom Fotografen bezüglich Mimik und Gestik dirigiert werden kann. Solche kleinen Highlights sind jedoch rar gesät, rechtfertigen kein komplettes Buch für zur Zeit 39,95 Euro und retten aus meiner Sicht das Buch vor einer glatten “sechs”, um in Schulnoten zu sprechen.

Meine Empfehlung:


27
Mai 09

Fotos auf Reisen

Travel Photography – Documenting the World’s People and Places

Endlich habe ich es mal wieder geschafft, eines meiner angefangenen Bücher zu Ende zu lesen. Meist lese ich an drei Büchern gleichzeitig, deshalb dauert das bei mir immer etwas.

Eigentlich bin ich ja kein großer Reisefotograf, vor allem nicht durch meine beiden jungen Söhne. Da ich jedoch die Kamera immer mit rumschleppe und viel im lokalen Terrain unterwegs bin, dachte ich, das Buch treffe auf mich zu.

Das Buch ist auf englisch und sehr verständlich geschrieben. Es bietet einen Rundumschlag um alle (mir) denkbaren Themen zur Reisefotografie. Der Autor selbst, Bob Krist, war auch einige Jahre Fotograf für National Geographic und kennt sich mit dem Thema aus. Auch sehr sympathisch: er ist ein Verfechter des Prinzips “weniger ist mehr” und fotografiert nicht mit dem High-End-Equipment, sondern mit “normalen”, also Mainstream-Kameras und -Objektiven. Warum, das erklärt er ausführlich im Buch.

Im Buch selbst sind viele Bilder zu finden, allerdings für manche vielleich enttäuschend, ohne die technischen Aufnahmedaten wie Blende, Belichtung, ISO, … Auch der Tech-Talk hält sich in Grenzen, es geht vielmehr um Informationen und Denkmuster.

Wer kein Problem mit dem Englischen hat und auf eine gut lesbare Lektüre zum Thema Reisefotografie Lust hat, findet in diesem Buch das richitge. Das Buch ist (für mich) keine Bibel mit einer Wow-Offenbarung aber solide geschrieben. Alles hat Hand und Fuß.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung