Bücher


22
Jan 09

Familie Lehmann

Der kleine Bruder

Sven Regener dürfte vielen bekannt sein, seitdem sein Buch “Herr Lehmann” verfilmt wurde. Die Buchkritik dazu habe ich bereit im Jahre 2006 geschrieben. Zu dem gleichen Protagonisten im Buch, Frank Lehmann, hat der Autor zwei weitere Bücher geschrieben “Neue Vahr Süd” und nun im September 2008 “Der kleine Bruder”. Die Bücher bauen aufeinander auf, sind aber nicht zwingend notwendig, um den Fortgang der Geschichte zu verstehen. Allerding ist es vom Lesen her um einiges angenehmer, sich die Bücher in Reihenfolge zur Gemüte zu führen.

Zur Geschichte: Die Geschichte im dritten Band dreht sich nun um die Reise von Frank Lehmann zu seinem Bruder nach Westberlin (das Buch spielt in der Zeit vor dem Mauerfall). Dieser ist seit einiger Zeit in der dortigen Kunstszene aktiv und hat Frank bei seinem letzten Besuch in Bremen angeboten, jederzeit vorbeikommen zu dürfen.
Herr Lehmann trifft bei seiner Ankunft in Berlin jedoch seinen Bruder nicht an, sondern eine seltsam zusammengewürfelte Wohngemeinschaft. Keiner weiß wo sein Bruder Karl steckt. Und warum sein Bruder von allen Freddie genannt wird, versteht er nun auch nicht.

Wer die Vorgängerbücher kennt, kann sich ausmalen, wie die Suche nach dem älteren Bruder verläuft: chaotisch, nicht eben zielführend und mit den üblichen Ablenkungen. Sven Regener bleibt seinem Schreibstil und seinem Hauptcharakter treu und lässt ihn seltsame Menschen begegnen, aberwitzige Überlegungen anstellen und auch einiges dahinplätschern.
Im Vergleich zu den ersten beiden Bändern fehlt ein wenig der Spritz hinter der Geschichte und den Handlungen des Frank Lehmann. Der Protagonist stolpert eher durch die Geschichte, markige Sprüche und markante Geschehnisse fehlen irgendwie. Man leidet, denk und fühlt nicht so stark mit. Sowohl als allein stehendes Buch als auch als Folgebuch überzeugt es nicht restlos. Schade drum.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Buch-Empfehlung


30
Dez 08

Bei der Arbeit

Annie Leibovitz – At Work

Das neue Buch von Annie Leibovitz war dieses Jahr eines der wenigen Buchgeschenke. Umso lohnender, dachte ich. Doch ein wenig Angst blieb, ist das doch seit längerem wieder ein komplett englisches Buch.

Wer Annie Leibovitz nicht kennt: sie ist eine Portrait-Fotografin, die bereits jede Berühmtheit vor der Linse hatte, von den Rolling Stones über George W. Bush bis hin zu Bruce Willis und anderen Stars. Dabei arbeitet sie viel on Location.

Das Buch ist kein Technikbuch. Angaben über Verschlusszeiten, ISO-Angaben und ähnlichem sucht man für die vielen Beispielbildern vergeblich. Die Fotografin richtet ihren Blick und die Beschreibung eher auf die Gesamtsitution, warum das Bild oder die Bilderserie so und nicht anders entstanden ist. Dabei sind die Kapitel groß gewählt, soll heißen sie umfassen größere Themengebiete, wie zum Bespiel “Groups”, “War” oder “Fashion”. Manchmal widmet sie einem Kapitel aber auch einer einzelnen Gegebenheit, wie dem Prozess um O.J. Simpson. Die Kapitel sind nicht zu lang, es ist also ohne weiteres möglich, jederzeit zu unterbrechen. Dies habe ich jedoch nicht gemacht, ich habe das Buch in drei großen Stücken gelesen.

Zwar schließt Annie ihr Buch mit zwei Kapiteln namens “die zehn häufigsten Fragen” und “Technik”, aber das Buch ist klar an die allgemeine Situation am und um ein Fotoshooting gerichtet. Dabei fließen eigene Gedanken, Tipps und die Berichterstattung ineinander über. Manchmal holt sie meines Erachtens zu weit aus. Trotzdem wirkt das Buch nie langweilig oder langatmig.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


19
Okt 08

Die ewige Stadt

Quattro Stagioni: Ein Jahr in Rom

Gemeint damit ist natürlich Rom. Die Stadt, die jedes Kind kennt und wenigstens schon einmal gehört hat. Hier spielte Stefan Ulrichs neuestes Buch. Der Autor war praktischerweise Korrespondent in Rom für die Süddeutsche Zeitung.

Zur Geschichte: Als die Familie Ulrich von München nach Rom umzieht, sind die Erwartungen hoch: tolles Essen, immer Sonne, gesellige Menschen, Cappuccinoschlürfen auf der Piazza Navona. Doch die Dolce Vita lässt erst mal auf sich warten: Die Wohnung ist bei der Ankunft in chaotischem Zustand, die italienische Bürokratie toppt die deutsche bei weitem, und auch sonst hält das Leben in Italien für die Rom-Anfänger einige Überraschungen bereit.

Man sollte das Buch nicht lesen, wenn man schon länger keinen Urlaub hatte und Italienliebhaber ist. Das Buch ist locker geschrieben und folgt grob einem roten Faden. Das Buch beginnt mit dem Umzug, über die bürokratischen Hürden und den italienischen Alltag.

Das Fazit des Buches ist gemischt: Zwar ist die lose Erzählfolge der einzelnen Handlungsstränge angenehm zu lesen, aber der Leser wird nicht in das Buch und die Geschichte gezogen. Ein bestimmter Handlungstrang soll Spannung hineinbringen, wird auch über das Buch hinein aufgebaut, jedoch zum Ende der Geschichte nicht ordentlich aufgelöst, bzw. abgeschlossen. Trotz allem ein angenehmes Buch, jedoch nicht mit hohen Anspruch oder stark bleibenden Erinnerungen nach der Lektüre.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


28
Apr 08

Italienische Geschichten

Maria, ihm schmeckt’s nicht!

So, seit Ewigkeiten mal ein Buch gelesen. Aber eigentlich nicht aus eigenen Antrieb, sondern aus sanften Zwang. Dies entwickelte sich wie folgt:

Vor kurzem hatte ich Geburtstag und bekam viele Dinge von meinem Wunschzettel geschenkt. Unter anderem sogar ein Buch. Und man glaube es kaum, es ging nicht um Fotografie oder Computer. Doch damit nicht genug, ich hatte gerade die ersten sechs Seiten angeschnuppert, da mopste es meine Frau und las es innerhalb von zwei Tagen durch. Nun lag also dieses Buch auf unserem Wohnzimmertisch, bereits von meiner Frau gelesen und eigentlich mir geschenkt. Nun musste ich doch ran.

Das Buch heißt “Maria, ihm schmeckt’s nicht!” und wurde von Jan Weiler geschrieben. Jetzt fällt mir auch wieder ein, warum ich das auf dem Wunschzettel hatte: Vor knapp einem Jahr habe ich Weilers erstes Buch gelesen, “In meinem kleinen Land“. Dieses war ganz gut und dann dachte ich mir, warum nicht auch noch sein zweites Buch bei Gelegenheit lesen.

Zur Geschichte: Als der alte Ego des Romans mit der Heirat seiner Frau in eine italienische Familie heiratet, sind Eigenarten und Aufeinandertreffen der Kulturen vorprogrammiert. Bei den vielen Besuchen im italienischen Heimatdorf seines Schwiegervaters stolpert Jan Weiler über die diversen Besonderheiten seiner italienischen Verwandtschaftssippe.

Das Buch macht richtig Spaß zu Lesen. Das hat mehrere Gründe. Die eine ist sicher, dass nicht nur der (platte) Witz im Vordergrund steht, sondern die einzelnen kleinen Geschichten, die erzählt werden. Man merkt, dass nicht alles auf Komik getrimmt ist.
Der andere Grund ist, dass eigentlich Einblicke in eine italienische Sippe gegeben werden soll. Das tut das Buch sicher auch. Aber gleichwohl bekommt man ein Spiegel vorgehalten, wie deutsche Verhaltensmuster häufig aussehen.

Einen Höhepunkt hat der Roman sicherlich, wenn der Schwiegervater, das Bindeglied der Familie und der eigentliche, heimliche Held der gesamten Geschichte von seiner Kindheit und seinem eigenen Vater erzählt. Klingt zwar komisch, ist aber tatsächlich so.
Leider liegt dieser Höhepunkt nicht gegen Ende des Buches, sondern in etwa mittendrin. Es folgt zwar noch einige gute Geschichtchen, aber nicht mehr die großen Hightlights. Das ist auch schon der einzige Kritikpunkt.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Buch-Empfehlung


1
Okt 07

Neuester Coup?

Der Schrecksenmeister

So, endlich. Nach bereits einigen uneingehalten Ankündigungen und somit auch etlicher Verspätung ist das neueste Buch von Walter Moers im Handel erhältlich. Anfangs hieß es, es wird ein Fortsetzungsroman von einer bereits bekannten Figur aus einem der Vorgänger. Doch das Buch namens “Der Schrecksenmeister” spielt nur in der gleichen Welt, hat aber sonst keine Parallelen.

Zur Geschichte: Als Echos Frauchen stirbt, findet sich das sprechende Krätzchen schnell in der Gosse wieder. Ohne großartige Überlebenschancen in einer bekannterweise krankmachenden Stadt Swedlaya ist es bereits bald dem Tod geweiht und droht zu Verhungern.
Das Angebot des örtlichen Schrecksenmeister kommt in diesem Moment wie gerufen: Freie Kost und Logis im Schloss bei bestem Essen. Doch für einen hohen Preis: Zum nächsten Vollmond will der Alchimist dem Krätzchen das Körperfett für eine sehr komplizierten Experimente.

Was von der Story her zu Anfang als etwas seltsam klingt, liest sie sich amüsant und abwechslungsreich. Jedoch macht Moers einige Dinge meines Erachtens falsch, die ich in den anderen Büchern sehr gut fand: Er läßt sich viel weniger Zeit, die Charaktere zu entwickeln. So wirken diese nicht besonders tief, bei manche Beweggründe erscheinen nicht glaubhaft.

Auch setzt er mittlerweile einiges an Wissen aus der von ihm erdachten Welt Zamonien voraus. Orte oder Gegebenheiten werden erwähnt, ohne auf diese auch nur kurz einzugehen. Der Spannungsbogen nimmt nur lansgam zu. Speziell zur Mitte des Buches kehrt ein gewisser Schlendrian ein, der Lesefluß nimmt etwas an Fahrt ab.

Würde man hier aufhören, wäre die Kritik nicht besonders gut, ja sogar schlecht. Doch ich habe es selbst kaum geglaubt, Walter Moers kriegt noch die Kurve und legt einen fulminanten Schluss hin, der auch an seine Vorgängerbücher nicht heranreicht. Somit doch noch im Gesamten eine durchschnittliche Leistung.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


20
Jul 07

Science Fiction von 1957

Das Tal des Lebens

Im Januar berichtete ich im Rahmen einer Buchkritik von John Christopher (englische Wikipedia-Seite zum Auto)und seiner Science-Fiction-Buchreihe “Tripods”. Im Zuge dieses Buches bin ich auf die Suche nach weiteren Büchern vom gleichen Autor gegangen und stieß auf das aus dem Englischen übersetzte Buch “The Death Of Grass”. Die Beschaffung des Buches gestaltete sich, trotz des Alters, nicht besonders schwierig. Über eine der zahlreichen Gebrauchtbuchplattformen, in diesem Falles AbeBooks, für nicht mal fünf Euro und einem lesbaren Zustand.

Zur Geschichte: Als Nachrichten nach Großbritannien dringen, in Fernost seien die kompletten Reispflanzenbestände mit einem Virus befallen, der sie verdorren lässt, und hunderte Millionen Menschen dadurch sterben, nimmt die Zivilisation dies zwar erschrocken, aber doch distanziert zur Kenntnis. Im Laufe der Zeit befällt das Virus jedoch nicht nur Reispflanzen, sondern auch sämtliche Getreide- und Grasarten. Die öffentliche Ordnung und die Zivilisation drohen unterzugehen.

In diesen Tagen versucht John seine Familie zu seinem Bruder aufs Land zu retten. Dieser besitzt einen Hof in einem abgelegenen Tal und hat frühzeitig auf Rüben und Kartoffeln umgestellt. Doch ganz London ist auf der Flucht aus der Stadt, auf der Suche nach Nahrungsmittel…

Die Geschichte beginnt großartig: in die scheinbare Normalität des englischen Alltags schleichen sich langsam und immer stärker die Unsicherheit und der Schrecken ein. Die Nachrichten werden immer ernster, die Menschen immer besorgter.

In der Sprache im Buch und in der Handlung sind deutlich das Entstehungsalter zu lesen: Hauptpersonen sind Männer, Handys tauchen nicht auf und die Formulierungen sind gewählt, lassen sich aber gut lesen.

Im zweiten Teil des Buches verliert Christopher jedoch den weiten Blick der ersten Hälfte, es geht nun um die Dynamiken in der Gruppe. Leider ist dies nicht perfekt ausgeführt, manche Motive bleiben oberflächlich.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


18
Jun 07

Kabarettisten zu Intelligenz

Gibt es intelligentes Leben?

Als Comedian hat mir Dieter Nuhr bisher immer ganz gut gefallen. Zwar nicht jede Pointe, aber doch seine Art, Dinge zu betrachten und mit oder über diese zu spaßen. Dabei geht es bei nur meist um die alltäglichen Dinge und dem Verhältnis der beiden Geschlechter zu- und untereinander.

Umso erstaunter war ich dann über den Titel von seinem neuesten Buch. Er will plötzlich über das Thema Intelligenz schreiben. Könnte doch ein bisschen kompliziert werden. Schreibt Nuhr nun plötzlich Sachbücher? Oder ist es am Ende gar nicht von ihm, sondern von einem Ghostwriter. Nichts von alledem. Tatsächlich schreibt er zu diesem Thema ganze 256 Seiten, jedoch in vermeintlich komischer Art und Weise. Hierfür hat er unter anderem verschiedene Länder bereist und brachte seine dabei gemachten Erfahrungen ein.

Tja, leider ist das Buch der volle Reinfall. Zwar nähert sich Dieter Nuhr mit dem direkten Vergleich von Religionen, Kulturen, Länder, Sitten und Natur dem Thema durchaus interessant an. Allerdings springt er dabei ständig von einem Standpunkt zum anderen, bei jedem Absatz ist er schon wieder woanders. Und wozu das Ganze? Um an oberflächlichen Differenzen ein paar Lacher abzusahnen. Was in einem Bühnenprogramm im Fernsehen funktioniert wirkt in Buchform absolut lächerlich. Die Überschriften der Kapitel suggerieren eine Unterschiedlichkeit in deren. Jedoch wiederholt er sich ständig in seiner “Argumentation”. Für mich ist das Buch durchgefallen.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


10
Jun 07

Deutschland ist schön

Hach, war Pfingsten schön. Jedenfalls meine letzte Woche, die ich Urlaub hatte. Obwohl sie völlig anders verlief, als ich sie mir vorgestellt hatte. Es fing alles damit an, dass ich mir für die acht freien Tage (ich hatte bereits ab Freitag letzte Woche frei) nur die Steuererklärung und das Setzen von einigen Randsteinen im Garten vorgenommen hatte. Eigentlich ein übersichtliches “Programm”.

Aber es kam anders. Aus dem zweiten Punkt, dem Setzen der Randsteine wurde es dann doch etwas mehr: Aufrüstung der äußeren Wärmedämmung im Fußsockelbereich, einbuddeln von Wassersteckdosen im Vorgarten und Pfalsterung sowie Erweiterung der Terasse. Und somit ist heute, am Sonntag, weder die Steuer noch das Gartenprojekt irgendwie in der Nähe der Fertigstellung, beziehungsweise Erledigung. Und das waren ja nur die Sachen, die ich unbedingt erledigen wollte. Das Bloggen und Fotografieren kam reichlich zu kurz. Deshalb also heute mal wieder ein Blogeintrag, in diesem Falle eine Buchkritik.

In meinem kleinen Land

Als Wirtschafler muss ich meinen Hut ziehen vor Jan Weiler. Oder vor dessen Effizienz. Denn was liegt näher, als auf einer neunmonatigen Lesereise durch Deutschland über die einzelnen Auftrittsorte ein paar Zeilen zu schreiben, was einem so auffällt. Dies dann mit einigen persönlichen Geschichten und Anektoden gewürzt und zwischen zwei Buchdeckel gepackt, schon ist man fertig. Nicht schlecht.

“In meinem kleinen Land” ist Jan Weilers mittlerweile drittes Buch. Es liest sich sehr gut, man ist interessiert bei der Sache dabei, denn wann liest man schon mal etwas über Themen “wie sind wir Deutschen wirklich” und “wo ist Deutschland am schönsten”. Viele Städte werden genannt, aus Franken und Bayern leider nicht so viele, in unserer Umgebung sind dies Erlangen und Bamberg. Leider ist es erschreckend, wie wenig an dem einen Tag bei Herrn Weiler von Erlangen rüberkam und hängengeblieben ist.

Mehr als amüsant sind jedoch seine Randnotizen und Beobachtung des Alltages. Hier konnte ich mich einiger Lacher nicht erwehren. Durch die relativ kurzen Kapitel lässt sich das Buch häppchenweise genießen. Eine zusammenhängende Story über mehrere Kapitel entsteht jedoch selten.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


23
Mai 07

Kost für Zwischendurch

Resturlaub

Wer für seinen Pfingsturlaub noch Bücher sucht, weil er noch überhaupt keines hat oder noch ein paar extra benötigt, für den liefere ich heute noch eine kurze Buchkritik zu einen Roman, der einige Zeit in der Spiegel-Bestsellerlsite verbracht hat. Es ist bereits das zweite Buch von Tommy Jaud, namens “Resturlaub.

Zur Geschichte: Peter Greulich ist Franke, wohnt in Bamberg, ist Mitte dreißig und langsam der letzte seines Freundeskreises, der noch nicht geheiratet hat, aus der Stadt aufs Land gezogen ist und ein Haus mit einer Kiesauffahrt gekauft hat. Und dann steht auch noch der jährliche Urlaub auf Malle an, natürlich wie immer im gleichen Hotel mit den gleichen Leuten. Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Resturlaub erinnert von seinem Titelhelden her ein bisschen an “Herr Lehmann” von Sven Regener. Er ist etwas verpeilt, nimmt das Leben nicht ganz voll und macht sich ständig seltsame Gedanken über seine Umwelt. Als ob das nicht für den Leser lustig genug wäre, reden die Figuren im Buch häufig Dialekt, sei es Fränkisch oder Schwäbisch. Natürlich gehört es zu einem solchen Buch dazu, dass die Handlung etwas chaotisch und wirr ist. Jedoch verfolgt man dies beim Lesen mit viel Amüsement.

Tiefgang sollte man aber nicht erwarten. Die Gedanken und die Story bewegen sich auf dem Niveau einer guten Vorabendserie. So ist das Buch auch bei einem durschnittlichen Lesetempo in zwei bis drei Tagen ausgelesen. Also ein nettes Häppchen für Zwischendurch, vielleicht zwischen zwei dicken Schinken, zum “Runterkommen” bestens geeignet.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung


2
Mai 07

Entwicklung der Bilder

Wer kennt nicht das “Deutsche Museum” in München. Wir Jungen natürlich alle, haben wir doch unzählige Male die Flugzeuge, Autos, Raumschiffe und andere tolle Dinge in den Ausstellungshallen bewundert. Sicherlich waren auch ein paar Mädchen da, doch in meiner Kindheitserinnerung waren diese in der Minderzahl (was sich natürlich möglicherweise mittlerweile geändert haben könnte…). Deshalb nun für alle Fotografen und Interessierten am Medium Bild:

Im Deutschen Museum in München wird ab voraussichtlich 8. Mai die Ausstellung “Foto+Film” vollständig überarbeitet wiedereröffnet. Im Kern ist die Ausstellun eine Daueraustellung mit einer Fläche für wechselnde Sonderausstellungen. Mehr Infos dazu hier. Dazu passend auch zu diesem Thema ein Sachbuch, welches ich vor kurzem erst fertiggelesen habe.

50 Klassiker Photographen

Das Buch ist eines aus einer ganzen Reihe von Sachbücher zu unterschiedlichen Themenbereichen. Zur Zeit gibt es etwa 30 Stück davon. Der Aufbau ist verständlich und übersichtlich gehalten: Auf drei bis fünf Seiten wird jeweils eine Person beschrieben, mit der letzten Seite wir eine biographische Zusammenfassung und Informationen zum technischen oder sozialen Umfeld geliefert. Verweise auf lesenswerte oder sehenswerte Medien fehlen nicht und die Texte werden mit guten Bilden geschmückt. Eine Zeittafel im Klapenteil ergänzt das Ganze.

Welche Bücher ich mir sicher noch zu Gemüte führen werde: Architektur, Design, Comics, Erfindungen, Film und Unternehmen. Positiv ist auch, dass die Kapitel nicht zu umfangreich sind. denn wer liest ein Sachbuch schon am Stück oder setzt sich drei Stunden für ein einzelnes Kapitel hin? Mehr zu den Büchern beim Verlag.

Meine Empfehlung: Buch-Empfehlung