Filme


8
Okt 07

Mafia und Polente

Departed

Wahnsinn, was für eine Schauspielriege für diesen Film aufgefahren wird. Die weiblichen Rollen sind hingegen eher Randthema im Film und somit nicht allzu bekannt besetzt. Doch sonst spielt in in diesen Film von Martin Scorsese fast alles was Rang und Namen hat mit. Umso verwunderlicher, dass keiner der Schauspieler einen Oscar erhalten hat, geschweige denn nominiert war (sieht man mal von Mark Wahlberg als Nebendarsteller ab). Die vier gewonnen Oscar beziehen sich “lediglich” auf den Regisseur, das Skript, der Schnitt und bester Film.

Zur Geschichte: Polizeikadett Billy (Leonardo DiCaprio) wird von seinen Vorgesetzten Captain Queenan (Martin Sheen) und Sergeant Dignam (Mark Wahlberg) offiziell als ungeeignet aussortiert, um ihn undercover in den inneren Kreis des Bostoner Mafia-Dons Frank Costello (Jack Nicholson) einzuschleusen. Der hat seinerseits mit dem Captain Ellerby (Alec Baldwin) untergeordneten Detective Colin Sullivan (Matt Damon) die Polizei infiltriert. Als Informationen davon durchsickern, beginnt ein Wettlauf, wer den jeweiligen Maulwurf zuerst aufspürt und kaltstellt.

Leider hat mich der Film etwas enttäuscht. Zu viel Blut, eine sehr verwobene Handlung mit zwei oder drei (zugegeben: kleinen) losen Enden und ein rätselhafter Schluss. Unverständlich meines Erachtens, wieso für das Skript ein Oscar vergeben wurde. Auch nicht einleuchtend, warum die Schauspielleistung von Matt Damon und Leonardo DiCaprio (ja, er kann wirklich spielen!) nicht durch eine Nominierung gewürdigt wurden. Altmeister Jack Nicholson spielt in manchen Szenen durch seine sehr gute Interpretation des Mafiabosses die ganzen Anwesenden an die Wand.

Somit ist für mich wieder einmal erkennbar, dass die amerikanischen Zuschauer/Juroren sehr auf Geschichten stehen, die stark ineinander gepackt und verknüpft sind (siehe bereits Syriana) und diese mit Oscars bedenken, ungeachtet der Tatsache, dass eine Story bis zu einem gewissen Grad noch verständlich und logisch sein sollte,

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


7
Sep 07

Hetzjagd beendet

Das Bourne Ultimatum

Nach nunmehr dem dritten Teil soll also Jason Bourne alias Matt Damon zur Ruhe kommen. Dem Helden, bei dem wir im ersten Teil mitgefiebert haben, aufgrund der soliden Story und der handfesten filmischen Umsetzung. Bei dem Helden, als wir im zweiten Teil aufgrund des massiven Einsatzes der Handkamera kaum mehr mitkamen und bei dessen Verlauf wir uns von Franka Potente verabschieden mussten. Ob der dritte Teil der wirklich langersehnte ist?

Zur Geschichte: Nach seiner Flucht quer durch Europa und dem Tod seiner Freundin ist die Vergangenheit von Ein-Mann-Eliteeinheit Jason Bourne (Matt Damon) noch immer weitgehend unbekanntes, aber höchst gefährliches Terrain. Von Rache angetrieben und gnadenlosen Profikillern gehetzt, flüchtet Bourne nach einem heftigen Gefecht aus Moskau über Paris, Madrid und London bis nach Tanger und New York, um sein eigenes Geheimnis zu enthüllen. Mörderische Regierungsagenten, die Bundespolizei und Interpol sind ihm dicht auf den Fersen.

Der Film macht fast alles richtig. Eine gute Story, mit fast keinen Logiklücken. Sparsam eingesetzte Musikuntermalung, solide Dialoge, viel Action, interessante Schauplätze, minimalste Spezialeffekte und sehr gute Schauspieler. Diese Punkte stehen bei Bourne auf der Habenseite.

Doch leider gesellt sich ein einziger Punkt auf die Soll-Seite. Doch dieser ist leider einer der wichtigsten von allen: die Kameraführung und die Kamerainstellungen. Wem schon im zweiten Teil aufgrund der wackligen Kameraführung schlecht geworden ist, der sollte sich für den letzten Teil der Trilogie eventuell eine Kotztüte bereitlegen. Denn die Handkamera zerstört die sehr gut choreographierten Zweikämpfe und macht es fast unmöglich, auf alle interessanten Details zu achten. Und warum die Kamera bei Dialogen über weite Strecken nur eine Gesichtshälfte oder sogar nur das Auge zeigt, während der Rest der Leinwand durch den Schatten des Gegenüber schwarz ist, bleibt unergründet.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


6
Sep 07

Dänischer Humor

Adams Äpfel

Ich habe keine Ahnung, ob ich schon jemals einen dänischen Film angeschaut habe. Zwar fallen mir ein paar ein (“Dänische Delikatessen“, “Old Men in New Cars“), aber eine richtige Aussage über die dänische Filmkultur könnte ich jetzt nicht treffen. Vielelicht wird es Zeit, dies zu ändern.

Zur Geschichte: Ausgerechnet der naive Pfarrer Ivan (Bond-Gegner Mads Mikkelsen), der schon an leichteren Fällen kläglich gescheitert ist, soll dem ultrabrutalen Nazi Adam (Ulrich Thomsen) als Bewährungshelfer den Weg zurück in die Gesellschaft ebnen. Adam wiederum wird seiner Freude über soviel Glück kaum Herr, staunt aber nicht schlecht, als das weltfremde Weichei sich als veritables Stehaufmännchen entpuppt und auch durch roheste Gewalt nicht vom Pfad der Tugend abzubringen ist.

Mann, ich hab schon lange keinen so schwarzhumorigen Film mehr gesehen. Vor lauter Zynismus habe ich mich beim Lachen fast verschluckt. Wer diesen Film anschaut, sollte eine gehörige Portion Ironie vertragen können.

Doch der Reihe nach: Die Story ist klasse und eigentlich ziemlich gewöhnlich. Das besondere ist die Ausführung, die anfängliche schablonenhafte Zeichnung der wenigen Charaktere die auftreten sind zu wahr. Interessant wird es, die Aktionen der einzelnen Personen zu beobachten, als sie immer wieder aufeinandertreffen. Bei den dann enstehenden Situationen reibt man sich die Augen und denkt sich “das kann doch nicht wahr sein, das kann er doch nicht machen…!”.

Dabei spielen die Schauspieler einen großartigen Part und überzeichnen deutlich. Erzähltempo, Spannungsbogen, Witz und Storyende passen optimal zusammen. Ein kleiner Film mit einer großen Story.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


5
Sep 07

Hobbit auf Abwegen

Alles ist erleuchtet

Nachdem Elijah Wood durch seine Rolle als Frodo Beutlin im Herr der Ringe-Epos weltbekannt geworden war, folgten kurz nach dem letzten Teil der Mittelerde-Saga zwei völlig untypische Rollen. Die eine in dem Schwarz-Weiß-Neothriller “Sin City” als Serienkiller, die andere in einer abgedrehten Geschichte eines Amerikaners auf Suche nach seinen Verwandten. Der deutliche Rollenwechsel sollte Elijah davor bewahren, in die Fantasy-Ecke gesteckt zu werden. Obs geklappt hat?

Zur Geschichte: Auf der Suche nach Spuren seiner unlängst verstorbenen Großeltern reist der amerikanische Jude Jonathan (Elijah Wood) in die Ukraine. Dort findet er in dem vom westlichem Lifestyle bereits tief durchdrungenen Alex (Eugene Hutz) und einem Straßenköter schnell zuverlässige Begleiter für seine bevorstehende Odyssee durch ein schönes, doch auch ziemlich fremdes Land, in dem man auf typische US-Stadtneurotiker und ihre politisch korrekten Anwandlungen nicht eben gewartet hat.

Der Film legt einen guten Start hin, der Zuschauer amüsiert sich sehr über die etwas verschrobene Figur des Hauptdarstellers und dessen Zusammentreffen mit der polnischen ukrainische Landkultur. Dabei legt der Film von Anfang an ein ruhiges Tempo ein, man hat häufig sehr ruhige Kameraeinstellungen, die Bilder wirken etwas wie in Watte gepackt. Das größtenteils unbekannte Schauspielerensemble agiert dabei glaubwürdig. Auch Elijah Wood schafft es vorzüglich, den seltsamen Charakter zu mimen, der tief in seinem Wunsch nach dem Finden der Vergangenheit steckt.

Leider hilft der positive Start und die guten schauspielerischen Leistungen nicht über die Tatsache hinweg, dass zum letzten Drittel des Filmes die Geschichte verwirrender und die Stimmung tragisch-unglaubwürdig wird. Ein bisschen weniger Tränendrüse und ein oder zwei Geschichtswendungen weniger wären hier mehr gewesen. So bleibt man mit dem Gefühl zurück, einen eigentlich guten Film gesehen zu haben, wenn man ihn verstanden hätte.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


10
Aug 07

Kriegsfotos

War Photographer

Über HappyShooting bin ich auf den Dokumentarfilm “War Photographer” aufmerksam geworden. Davor war mir der Film überhaupt nicht aufgefallen. Im Jahre 2002 war der Film bereits für einen Oscar nominiert.

Zur Geschichte: Getreu dem Motto seines Vorbildes Robert Capa, das da lautet “Wenn das Bild nicht gut ist, dann war der Photograph nicht nah genug dran”, geht der 1948 in Massachusetts geborene Kriegsphotograph James Nachtwey näher ran als jeder andere seiner aktiven Kollegen. Kosovo, Palästina, Ruanda, Indonesien und Afghanistan heißen die Stationen, auf der die Kamera den Ausnahmejounalisten begleitet und dabei sowohl hautnahen Einblick in dessen Arbeit als auch in Situationen vor Ort vermittelt.

Der Film ist nichts für schwache Gemüter. James Nachtwey geht mit seinem Foto in Bereiche, wo es wehtut. Menschliches Leiden in Kriegs- und Krisenregionen und soziale Missstände sind sein Thema. Dabei fotografiert er nie mit Teleobjektiven mit großen Brennweiten, sondern geht ganz nah ran. Dabei entsteht jedoch nicht der Eindruck, er labe oder verdiene am Leid der Menschen. Sein Herantreten ist immer respektvoll und unaufdringlich. Die Bilder, die dabei enstehen, sind mehr als beeindruckend, bei manchen Bilder steht einem das Wasser in den Augen.

Der Kritikpunkt, der aufkommt, ist die Frage: Warum machen die Fotografen und Kameramänner das überhaupt? Was treibt sie an, solch unermeßliches Leiden festzuhalten. Ein befreundeter Kameramann von Nachtwey findet darauf keine Antwort, Nachtwey selbst versucht diese Frage zu beantworten.

Interessant bei dem Film ist die Technik, welches Sich der Zuschauer auf das Geschehen hat: Mittels eines Aufsatzes an der Fotokamera von Nachtwey blickt er in wechselnder Folge in die Fotografierrichtung des Fotografen und auf von schräg vorne auf den fotografierenden Nachtwey. Als Ergänzung wurde der Fotograf auf den meisten Station von einem Kamerateam begleitet.

Durch diese Mischung entsteht ein bewegender Dokumentarfilm, der mehrere Einblicke bietet: in das Handwerk eines Fotografen, in das Handwerk eines Kriegsfotografen und in die Hintergründe des Fotojournalismus.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung


7
Aug 07

Kasachisch nicht lustig

Borat

Nachdem ich auf den ersten Anhieb in Schwabach keine gute Videothek gefunden habe (was nicht heißt, es gebe keine), habe ich mich zum DVD-Verleih von Amazon angemeldet. Dabei haben meine Frau und ich festgestellt, dass wir überhaupt nicht so viele wirklich sehenswerte Filme verpasst haben. Auf der Liste standen nach einer halben Stunde Suche gerade einmal acht DVDs.

Die Lieferung erfolgte in von Amazon gewohnter Schnelligkeit. Leider habe ich es verpasst, für die Liste eine Priorität festzulegen. Somit war die erste DVD “Borat”.

Zur Geschichte: Der kasachische TV-Journalist Borat (Sacha Baron Cohen) soll im Auftrag von Volk und Vaterland nach Amerika reisen, um die Heimat mit detaillierten Erkenntnissen über die westliche Kultur zu befruchten. Voller Stolz brechen Borat und sein Azamat Bagatov (Ken Davitian) auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um sich sogleich an grenzenlos unfreundlichen New Yorkern die Zähne auszubeißen. Weiter geht die Expedition quer durchs Land von Ost nach West, um erstens den Amerikanern ihre Geheimnisse zu entlocken und zweitens Traumfrau J.C. (Pamela Anderson) zu erobern.

Puh, was für ein schlechter Film. Die angeblichen Witze waren so schlecht, ich konnte mich nicht mal drüber aufregen. Die Simulation einer Dokumentations-Parodie hält nicht was sie verspricht. Sicher ist Cohen kein schlechter Comedian, doch Borat traf weder bei mir noch bei meiner Frau irgendeinen Nerv. Die Story wirkt so zusammengeschustert. Keine Ahnung, wie dieser Film Preise gewinnen konnte und für einen Oscar nominiert werden konnte. Verständlich jedoch die Aufregung in Kasachstan und bei den unfreiwilligen Darstellern über diesen auf Film gebannten Mist

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


31
Jul 07

Zombie-Rückkehr

Vielleicht (ziemlich sicher) erwähnte ich es bereits: ich liebe Zombie-Filme. Deshalb warte ich auch gespannt auf den dritten Film-Teil der Resident Evil-Reihe. Der heutige Trailer von “Resident Evil: Extinction” verspricht jedenfalls viel. Hoffentlich nicht zu viel.

Was macht der Reiz der Zombies und deren filmische Darstellung aus? Einerseits sicher der Auferstehungs-Gedanke, in diesem Falle jedoch ein mörderischer. Andererseits sich der Überlebens-Gedanke der Menschen: Die Übermacht der Untoten, die Gefahr der Infektion und meist der negative Ausgang solcher Film. Extremsituationen wie eine solch feindliche Welt reizten schon immer das Publikum. Siehe auch die Mad Max-Reihe und viele andere.

Oder welcher Gedanke reizt euch an dem Genre? Oder könnt ihr Zombies & Co. überhaupt nicht abhaben?


24
Jul 07

Zauber und Grauen

Harry Potter und der Orden des Phönix

Ich glaube es immer noch nicht: Nach recht genau einem Jahr war ich zum ersten Mal wieder im Kino. Unglaublich! Leider hat es ausser dem Fremdsprachenkino Roxy kein Kino geschafft, den Film im Originalton zu zeigen. Deshalb, dieses Mal Harry Potter auf deutsch und ich muss sagen… aber nein, das lest ihr am besten in der Kritik.

Zur Geschichte: Seit Harry Potter (Daniel Radcliffe) Zeuge von Lord Voldemorts (Ralph Fiennes) Auferstehung wurde, leugnet das Zaubereiministerium diese Tatsache. Minister Fudge setzt die sadistische Professorin Umbridge (Imelda Staunton) als Spionin in Hogwarts ein – ausgerechnet im so wichtigen Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste. Um sich dennoch auf den Angriff des dunklen Lords und seiner Schergen vorzubereiten, gründen Harry, Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) “Dumbledores Armee”.

Der fünfte Teil der Serie ist definitiv kein Film mehr für Kinder oder jüngere Jugendliche. Zwar bietet die Handlung immer wieder positive Lichtblicke und Momente des Schwelgens und Innenhaltens, jedoch werden diese weniger. Anzusiedeln ist der Film mittlerweile irgendwo zwischen Grusel, Thriller und Fantasy. Spannend ist auf alle Fälle. Die Thematik der Pubertät wurde sehr gekonnt umgesetzt, bei Harry und dem Zuschauer drängt sich häufiger das Gefühl des “Nicht-verstanden-werdens” auf.

Auch für Nicht-Buchleser (zu denen ich gehöre) bleibt die Handlung verständlich, man ahnt jedoch immer wieder deutlich, dass die Welt des fünften Buches komplexer war. Die deutsche Synchronisation leidet leider etwas. Viele Wortspiele gehen verloren, manche Wortwechsel wirken arg gestakst. Die schauspielerische Leistung bewegt sich durchgehend auf hohem Niveau. Ärgerlich ist bei der digitalen Umsetzung die starken Unschärfen bei schnellen Szenen (dieses Problem haben jedoch viele Filme im digitalen Zeitalter).

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung


11
Jun 07

Revival der Body Snatcher

Nicht nur Zombiefilme erleben eine Auferstehung, auch das Genre der Horro-Thriller rund um “Invasion of the Body Snatchers” bringt neue Blüten zu Tage. Oder wenigstens eine. So ist unter dem Titel “The Invasion” eine ähnliche Neuauflage mit Nicole Kidman und Daniel Craig geplant.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich hat der Film aus dem 1978-Jahr damals als zwölfjähriges Kind wahnsinnig bewegt und richtig schockiert. Habe damals nächtelang davon geträumt. Und Donald Sutherland war natürlich auch großartig. Mal sehen, ob die Neuauflage ähnlich gut ist (Trailer).


27
Mai 07

Anthony Hopkins in Höchstform

Das perfekte Verbrechen

So, nun kommt also langsam wieder die Zeit, in der ich mich gelegentlich frei bewegen kann. Heißt: Ohne Kind mal ein paar Stunden unterwegs sein. Das höchste der Gefühle ist, wenn sowohl meine Frau als auch ich gemeinsam etwas ohne den kleinen Racker unternehmen können. Dem war zwar am Samstag nicht so, dennoch habe ich die Zeit gefunden, mit Michi ins Kino zu gehen. Dabei stellte ich erstmals fest, wie lange ich schon nicht mehr im Kino war. Das war am 30. Juli letzten Jahres, in Fluch der Karibik II. Na, da wurde es aber Zeit.

Zur Geschichte: Der pedantische Statiker Ted Crawford (Anthony Hopkins) wird vom Vorwurf der Ermordung seiner Frau Jennifer (Embeth Davidtz) freigesprochen. Das ruft den aufstrebenden Staatsanwalt Willy Beachum (Ryan Gosling) auf den Plan, der nun alles daran setzt, ihn des Mordes zu überführen – erhebliche Zweifel fechten ihn auf seinem Feldzug für Gerechtigkeit nicht an. Er zerrt Crawford wieder vor Gericht, doch der setzt sich mit allen Tricks zur Wehr. Ein Duell, das keine hinterlistige Intrige und Finte auslässt, nimmt seinen langen Lauf.

Der Film ist einfach nur erstklassig. Alles passt zusammen. Die beiden Darsteller Hopkins und Gosling spielen ein interessantes Katz-und-Maus-Spiel. Anfangs werden die Dialoge noch mit einem Augenzwinkern geführt, als Zuschauer schmunzelt man häufiger, obwohl der Mord bereits in den ersten zehn Minuten begangen wird. Auch das Wissen, dass Hopkins der Mörder sein muss, nimmt nichts von der Spannung weg, sondern verstärkt diese nur noch im Laufe der Handlung immer mehr. Musik, Einstellungen, der sparsame Einsatz der Handkamera und nur zwei sichtbare Schnittfehler runden ein sehr gutes Bild ab. Selbst den Abschluss wird nicht in de Länge gestreckt oder vergeigt. Astreiner Thriller, der ruhig und flitzebogenspannnend erzählt wird. Lohnt sich.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung