Vor ein paar Tagen bereits habe ich kurz über die neue Podcasting-Funktion von Apples Musikwiedergabeprogramm iTunes berichtet. Bastian hat mir dann netterweise ein paar Podcasts empfohlen und auch durch eigene Suche habe ich verschieden Sendungen angehört.
Dabei sind mir einige recht bemerkenswerte Punkte aufgefallen. So lassen sich meilenweite Unterschiede in der Aufnahmequalität feststellen: Auf der einen Seite stehen Podcasts mit einer glasklaren Sprachqualität, regelmäßig eingesetzte auflockernde Elemente (zum Beispiel.
Erkennungsjingles, Eingangs- und Schlussmelodien) und einem klaren inhaltlichen Aufbau. Auf der anderen Seite werden Aufnahmen präsentiert, die so wirken, als ob sie im Freien mit einem Handy-Mikrofon neben einer Großbaustelle aufgezeichnet wurden.
Meiner Meinung nach lässt sich ein direkter Vergleich zu der Qualität von Homepages im weltweiten Datennetzt herstellen: Auch hier gibt es weniger gute Seiten (positiv ausgedrückt), die von Usability, Farbwahl und Design noch nie etwas gehört haben und absolute Kleinode, die sowohl vom Content, als auch vom Aufbau überzeugen.
Wobei ich nicht sagen will, dass hinter einem nicht so guten Podcast eine schlechte Internetpräsenz stehen muss. Mir geht es mehr um den generellen Trend. Auch wenn der Hype um das neue Publikationsmedium “Podcast“ stark ist und derzeit viele auf den Zug aufspringen: die Angebote der Toplisten werden sich annähern, die Qualität der bekannten (oder derjenigen, die bekannt bleiben wollen) wird steigen und bald wird es auch für dieses Medium viele Howto´s und vielleicht sogar Standards geben (ein sinnvolles Standard wäre zum Beispiel ein kurzer Abriss des Inhalts am Anfang einer längeren Podcast-Folge).
Mich persönlich haben die vorhanden Podcasts nicht ganz überzeugt. Viele waren noch mit den bereits oben genannten Unzulänglichkeiten belastet. Auch fehlt diesem Medium die Möglichkeit, einen Absatz gedanklich beim Lesen zu überspringen oder vorzublättern.
Was allerdings für die Podcasts spricht, ich die Unterstützung für sehbehinderte Mitmenschen. Hier finden sich keine oder nur wenige Stolperfallen. Durch die Audiodateien gehen auch Dialekte und regionale Unterschiede in der Sprache nicht verloren, im Gegensatz, sie werden sogar noch verbreitet.
Und während sich Podcasts langsam durchsetzen, steht schon die nächste logische “Medien-Unart“ in den Startlöchern, der Videoblog. Breitbandanschlüssen sei Dank, werden wir nicht nur auditiv, sondern bald auch noch visuell mit den kleine Sorgen unserer nächsten Mitmenschen bedacht. Ob es andere interessiert oder nicht. Die Aussage meiner besseren Hälfte, Privatleute überschätzen sich mit solchen öffentlich gemachten “Publikationen“ ist nicht aus der Luft gegriffen. Und als Schlusssatz passt ein Satz, von dem ich nicht mehr weiß, woher er stammt: “Und wir werden sehen, wo die Reise hingeht.“