Vor einiger Zeit erwähnte ich meine Anschaffung der Eye-Fi Pro-X2 Karte. Diese Karte ist eine SD-HC Karte mit einem integrierten W-Lan Modul. Heißt: mittels dieser Karte funke ich die mit der aufgenommenen Daten von meiner Kamera an ein anderes beliebiges Gerät. Mein damaliger Artikel behandelte größtenteils die Geschwindigkeit der Datenübertragung, nicht jedoch meine Arbeitsweise mit diesem Werkzeug. Diese Informationen möchte ich nun nachreichen, da hierzu immer wieder Fragen kommen.

Eye-Fi Karte & iPad
Anfangs waren die Funktionen der Karte arg eingeschränkt: sie konnte sich nur über einen W-Lan-Router in ein Netzwerk anmelden. Außerdem musste zum Ändern der Einstellungen auf der Karte eine Internetverbindung bestehen. Doch die Einschränkungen wurden durch einige Firmware-Updates größtenteils aufgehoben: die Karte kann selbst ein Netzwerk erstellen und direkt Bilder an ein beliebiges W-Lan fähiges Gerät übertragen. Dies läuft dabei direkt ab, eine Server von Eye-Fi, wie mancherorts im Internet behauptet, wird nicht angesprochen. Man braucht auch keine direkte Internetverbindung für die Übertragung der Daten. Lediglich für Funktionen wie das automatische Geotagging der Bilder beim Übertragen oder das direkte Hochladen zu Flickr und anderen Diensten erfordert verständlicherweise eine Verbindung in das weltweite Netz.
Mein Workflow sieht wie folgt aus: die Eye-Fi-Karte kommt bei meiner Nikon D-7000 in den zweiten SD-Kartenslot. An der Kamera stelle ich ein, dass auf die Karte im ersten Kartenslot die RAW-Dateien gespeichert werden, auf der zweiten Karte lediglich die Jpeg-Daten in kleinster Auflösung – für eine Beurteilung der Schärfe und des Bildaufbaus völlig ausreichend. Zusätzlich kann ich der Karte in den Einstellung sagen, welche Daten diese überhaupt übertragen soll: Jpeg-, RAW- oder Videodateien. Somit ist es auch bei dem Einsatz von nur einer Karte in der Kamera möglich, nur die kleinen Jpeg-Dateien zu übertragen und die RAW-Dateien für später auf der Karte zu lassen.
Doch Achtung: die Karte hat nur 8 GB Speicherplatz, bei meiner D7000 reicht das für gut 200 Fotos – nicht viel für ein Fotoshooting. Und bei der Einsatz von nur einer Karte sollte man peinlich genau darauf achten, die Funktion “Endless Memory” auszuschalten. Diese bewirkt, dass bei Erreichen eines vorher festgelegten prozentualen Füllstandes der Karte die neuesten Dateien die ältesten überschreiben – schlecht, wenn das die RAW-Dateien für später sind. Bei meinem Einsatz von zwei Karten ist dieser Punkt zu vernachlässigen, wenn die Jpeg-Dateien, die bereits auf dem Rechner sind, überschrieben werden – diese benötige ich gewöhnlich nicht mehr.

Eye-Fi-Karte in der Nikon D7000
Ich übertrage meine Bilder für mich oder meine Kunden zur Zeit sowohl auf den iMac, als auch auf das Mac Book Pro (MBP) und das iPad – aber nie gleichzeitig. Leider kann die Eye-Fi Karte nur eine Verbindung gleichzeitig aufbauen. Heißt: vor Beginn des Praxiseinsatzes muss ich in den Einstellungen festlegen, wohin meine Karte die Bilder übertragen soll.
Auf dem iMac und dem MBP landen die Bilder in einem vorher definierten Ordner. Diesen lasse ich von Lightroom (Version 3.6) überwachen und automatisch in Lightroom importieren. Damit der Kunde auch bei einer späteren Durchsicht nur seine Bilder zu sehen bekommt, erhalten die Bilder beim Import in Lightromm ein paar vorher festgelegte Stichwörter. Über eine sogenannte Smart-Sammlung werden nur die Bilder mit genau diesen Stichworten angezeigt.
Die Übertragung der Bilder auf das iPad ist mittlerweile noch einfacher. Es ist kein Jailbreak des iPad mehr notwendig. Für die Eye-Fi Karte gibt es eine kostenlose App mit Bildbetrachter, welche die übertragenen Bilder anzeigt. Eine Unterdrückung des Stromsparmodus liefert die App mit. Die Bilder landen ohne Zutun des Nutzers in dem allgemeinem “Aufnahmen”-Ordner. Leider lässt sich hier kein anderer, neuer Ordner definieren. Nachteil daran: hat man hier noch andere Bilder (was sehr wahrscheinlich ist, da auch die iPad-interne Kamera die Bilder dort ablegt), bekommt diese der Kunde auch zu sehen. Zusätzliches Manko: das Löschen von ein paar hundert Bildern nach einem Fotoshooting muss einzel pro Bild auf dem iPad erfolgen oder man lädt erst alle Bilder in iPhoto auf dem Mac importieren und dann automatisch löschen. Ein einfachere Lösung wäre hier deutlich angenehmer.
Eine zweite wünschenswerte Funktion, die ich bereits bei einer anderen App gesehen habe, wäre ein direkter Zugang vom Sperrbildschirm zu den übertragenen Bildern. Dadurch könnte ich als Fotograf mein iPad mit allen persönlichen Daten, E-Mails und ähnlichem ohne Bedenken einem Kunden bei einem Fotoshooting in die Hand geben ohne Angst haben zu müssen.
Von eine Übertragung von RAW-Dateien oder gar Filmdateien würde ich generell abraten: immer wieder einbrechende Übertragungsraten durch meine Bewegungen als Fotograf machen hier keinen Spaß aus der Sache. Hier ist immer noch die beste Wahl eine USB-Kabel, das mittels Klebenband gesichert wird, die beste und schnellste Wahl (doch aufpassen, dass durch Züge oder Ruckeln nicht die USB-Buchse der Kamera beschädigt wird – dies geht sehr schnell) oder in Zukunft der Ethernet-Anschluss, den die Profikameras (Nikon D4, Canon EOS-1D X) neuerdings bieten.
Auch der Einsatz der Eye-Fi Karte in SD-Kartenadaptern für CF-Kartenslots in Kameras muss von Einzelfall zu Einzelfall kritisch geprüft werden: generell scheint die Übertragung der Daten in den Adaptern zu funktionieren, jedoch habe ich hier von befreundeten Fotografen gehört, dass die Abschirmung zusätzliche Abschirmung der Adapter oder sogar das Gehäuse professioneller Kameras ein Problem geben kann.
Die Vorteile des (geringen) Aufwandes sind vielfältig:
- Sofortiger und sehr positives Feedback vom Kunden
- Bei Auftragsproduktionen können die Entscheidungsträger leichter korrigieren – effizinteres Arbeiten
- Für Reportagefotografie entfällt das lästige Kartenleeren
Noch Fragen? Immer her damit, ab in die Kommentare. Ich freue mich drauf.