Heute steht nun endlich einmal wieder eine Buchrezension an. Das Buch habe ich bereits kurz nach Weihnachten ausgelesen, jedoch einige Zeit gebraucht, um mir über mein Fazit im Klaren zu werden. Weshalb und warum das etwas gedauert hat, lest selbst.
Fashion-Fotografie
Das Buch des deutschen Fashion-Fotografen Michael Gelfert kommt mit dem schlichten Titel “Fashion-Fotografie” daher und ist im mitp-Verlag in der ProfiFoto Edition erschienen. Quadratisch, mit 220 Seite und einem Taschenbucheinband.
Was beim ersten Durchblättern des Buches sofort ins Auges sticht: das Buch enthält sehr viele und sehr große Bilder. Diese sind qualitativ gut abgedruckt, auch der Inhalt scheint gut strukturiert zu sein.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung und einer Einteilung, welche Arten der Fashion-Fotografie existieren. Ebenso werden in weiteren Kapiteln die Ausrüstung, Wirkung von diversen Lichtformern, Shootings on Location und im Studio besprochen. Zum Ende sind einige Praxis-Tipps aufgeführt.
Auf dem ersten Blick klingt dies nach viel und guten Inhalt. Doch leider täuscht dies. Michael Gelfert begeht den Fehler, in vielen Beispielen, die er anführt, zu oberflächlich zu bleiben. Er verliert zu vielen Punkten nur allgemeine Wort, kratzt lediglich an der Oberfläche. Etwas zu gut gemeint hat er es mit der Anzahlt der Beispielfotos und der Größe derer. Zur Wirkung diverser Lichtformer wird pro Lichtformer immer eine komplette Doppelseite mit zwei Fotos und einige Zeilen Text verbraucht. Damit füllt der Autor bereits 52 Seiten. Es ist sicher essentiell als Fotograf die Wirkung seiner Lichtformer zu kennen. Allerdings suche ich als Leser so etwas nicht in einem Fashion-Buch, sondern auf den Seiten der Reflektor- und Blitzhersteller im Internet.
Ein weiterer negativer Punkt ist die starke Techniklastigkeit des Buches. Besonders schlimm ist dies, da im Klappentext als erste Frage gestellt wird “… Sie sind auf der Suche nach Inspiration und neuen Ideen?…”. Aus dem mir vorliegenden Buch Inspirationen für eventuell anstehende oder zu planenden Fashion-Fotoshootings zu ziehen dürfte nicht nur mir schwer fallen. Drei ausführliche Fashion-Shootings an der Zahl werden im Buch bis in das allerkleinste Detail technisch erklärt. Doch die Frage nach dem “wie” man als Fotograf auf solche Ideen kommt, wie man sie zur Reife bringt und dass die von ihm genannten (licht)technischen Problemstellungen ziemlich am Ende der Kette bei der Realisierung eines Fotoshootings stehen, diese bleibt unbeantwortet.
Das Buch macht unterm Strich nichts falsch. Es verfehlt einfach das Thema und bringt zu wenig Inhalt. Gute Tipps findet man ein paar, so zum Beispiel die Erklärung, wie am einfachsten ein Model vom Fotografen bezüglich Mimik und Gestik dirigiert werden kann. Solche kleinen Highlights sind jedoch rar gesät, rechtfertigen kein komplettes Buch für zur Zeit 39,95 Euro und retten aus meiner Sicht das Buch vor einer glatten “sechs”, um in Schulnoten zu sprechen.
Meine Empfehlung: 