Posts Tagged: Fotografie


3
Jan 10

Kreativ werden und bleiben

Heute möchte ich mich mit einem Thema beschäftigen, welches essentiell und wirklich zentral für jeden Fotografen ist. Die Kreativität. Erstmal eine kurze Definition, was dies für mich bedeutet. Kreativ bin ich, wenn ich aus eigenem Antrieb heraus eigene Bildideen und Projekte entwickle und dies regelmäßig und stetig.

Und hier liegt auch schon das Problem: ständig und stetig kreativ zu sein ist schwierig. Aber nicht unmöglich. Und es betrifft jeden Fotografen. Selbst die Fotografen, welche “lediglich” Kundenvorstellungen erfüllen und umsetzen, werden früher oder später um eigene Ideen gefragt, beziehungsweise es wird verlangt. Und hier liegt auch der eigentliche Preis eines Fotografen: neben dem Handwerk, das er beherrschen muss und seiner Erfahrung, wird die Kreativität und deren Umsetzung bezahlt.

Nachdem ich die ersten Jahre eher mit dem Basis Handwerk und meiner technischen Ausstattung gerungen habe, ist in letzter Zeit immer stärker die Kreativität in den Vordergrund getreten. Denn stetige kreative Bildumsetzungen schlägt sich in erhöhter Aufmerksamkeit potentieller Kunden nieder, Zufriedenheit der Auftraggeber und schlussendlich der Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit.

Zur Erforschung des kreativen Prozesses und dessen Anregung, Lenkung und Steuerung gibt es mannigfach Literatur. Ich möchte hier meine Methodik vorstellen, wie ich kreativ bleibe. Die halbe Miete ist meines Erachtens eine gute Organisation der eigenen Ideen. Klingt seltsam, klappt aber.

1. Für alle folgende Punkte gilt: immer etwas zu schreiben/notieren bereit haben. Dies kann das Smartphone sein, ein Notizbuch, eine Schreibtischunterlage, Haftnotizen und vieles mehr. Ziel ist es, sobald mir etwas einfällt, dies aufzuschreiben. Und zwar sofort. Denn Kreativität ist (jedenfalls bei mir) flüchtig. Nachdem ich auch noch etwas vergesslich bin, habe ich nicht das eine Medium, welches ich für meine Notizen verwende: ich trage in sämtlichen Taschen ein kleines Notizbuch mit Stift mit mir herum, ich habe meinen ipod Touch für kurze Notizen, mein Handy und im Zimmer ein große beschreibbare, magnetische Tafel.

2. Ich nehme mir bewusst ein oder mehrmals in der Woche die Zeit, Bilder zu studieren, Videos zu schauen, Webseiten zu besuchen, Bücher zu lesen. Und dies nicht nebenher erledigen, sondern ausschließlich. Dazu reichen bereits zwei Stunden in der Woche, diese aber dann fest. Nicht: “…ach, heute muss ich noch schnell das erledigen…” oder ähnliches. Aber sich auch eingestehen, wenn man das Gefühl an dem Tag hat, nichts kreatives vollbringen zu können, dies auf den nächsten Tag zu schieben. Nur nicht komplett wegschieben. Falls mir während dieser Zeit eine gute Idee, eine Requisite, eine Location auffällt: Stopp und notieren. Dann weiter. Sehe ich interessante Bilder, speichere ich diese ungeordnet in einen “Ideenordner” direkt auf oberste Ebene auf meinem Computer für einen leichten Zugang. Sehenswerte Videos speichere ich ebenfalls.

3. In regelmäßigen Abständen führe ich alle meine Notizen in eine Quelle zusammen. Seit einigen Wochen ist das nun ein Mindmap. Mein Werkzeug der Wahl ist eine Mindmap-Programm, eine Freeware für den Mac namens Freemind. Dies kann auch jedes andere Programm oder auch eine andere Lösung sein.
Was mir jedoch positiv zuspielt: die leichte Einteilung von verschiedenen Ober- und Unterknoten, deren Verschiebung, Zusammenfassung und Neuordnung. Auch das schnelle Auf- und Zuklappen einzelner oder aller Knoten erleichtert den Überblick immens und lässt mich schnell von einem Oberpunkt zu einem gewissen Zweig schnell ins Detail navigieren. Ich gliedere derzeit wie folgt mein Mindmap. Wohlgemerkt, dieses ist erst etwa acht Wochen alt.

Übersicht Mindmap

Auf diesem Wege kommen immer mehr Bruchstücke von Fotoshootings zusammen. Diese gruppiere ich grob nach Themen, etwa alle zwei Wochen. Wichtig: in meinem Mindmap verwalte ich nicht die tägliche oder wöchentliche ToDo-Liste, lediglich wenn ein Shooting kurz bevor steht, landen einzelne Aufgaben aus dem Mindmap in der täglichen Aufgabenliste.
Die Mindmap öffne ich etwa ein- bis zweimal in der Woche. Manchmal klappe ich nur die Knoten wieder auf und zu. Oft fliegen dabei auch ein oder mehrere Punkte heraus, neue kommen während der Betrachtung hinzu. Somit kristallisieren sich schnell Projekte heraus. Diese werden dann ebenfalls in das Mindmap aufgenommen. Die genau Ausarbeitung dazu erfolgt jedoch in einem anderen Medium, hierfür folgt demächst noch ein weiterer Post, der das Thema “Fotoshooting – Vorbereitung – Durchührung – Nachbereitung” behandelt.

4. Der letzte Punkt: immer eine Kamera dabei haben! Und ich meine nicht den kompletten Rucksack mit allen Objektiven und der schweren Kamera. Es reicht ein Kamerahandy, eine kleine Kompaktknipse oder ähnliches. Denn die Devise lautet: sehe ich etwas oder jemand interessante wenn ich gerade auf dem Weg zum Kunden bin oder eben Erledigungen mache: abdrücken. Dabei geht es nicht um das technisch perfekte Bild. Es kann verrauscht, falsch belichtet und was weiß ich noch was sein. Aber es erinnert mich an die echt coole Location, die ich da gesehen habe.

Ich hoffe, der Artikel war lesenswert und ein oder mehrere Punkte helfen Euch weiter. Ich freue mich auf Eure Rückmeldung.


1
Jan 10

Die Pläne für 2010

Für mich ist immer schwer, eine Planung meiner Projekte für ein ganzes Jahr durchzuführen. Aber nur weil es schwierig ist, sollte ich nicht darauf verzichten.
Denn beim Fehlen einer mittel- bis langfristigen Planung gerate ich in Gefahr, kreativ auf der Stelle zu treten. Bereits 2009 hatte ich eine grobe Jahresplanung aufgestellt und es hat mir gut getan. Dabei war und ist mir wichtig, Projekte mit eher kurzfristigen Charakter und solche mit aufwendiger Planung gut zu mischen. Dabei ist gar nicht so wichtig, alle Projekte zu realisieren. Wenn ich mir die Planung vom letzten Jahr anschauen, haben sich einige geplante Shootings anders entwickelt, andere habe ich gar nicht umgesetzt und ein paar zusätzlich entwickelten sich aus dem laufenden Jahr heraus.
Ein wichtiger Punkt dabei ist natürlich auch, ständig kreativ und in Bewegung zu bleiben. Zu diesem Thema “Kreativ bleiben”, folgt im Laufe des Monats Januar ein Artikel. Nun aber zu den geplanten Projekten:

  • Bereits Anfang Januar steht mein zweites Fotoshooting mit der Schneiderin Provoqué, der Visagistin Kamyara Jameson und dem Model Satine Douce an. Als Location steht eine alte, renovierte Klavierfabrik zur Verfügung. Thematisch werden wir uns im 50er/60er-Jahre-Stil.
  • Das zweite große Projekt für 2010 wird von der Fertigstellung das ganze Jahr über laufen und in einer großen Aktion in 2011 münden. Ich möchte nicht zu viel verraten. Es sei jedoch gesagt: falls es klappt ist es sowohl kreativ als auch technisch sehr anspruchsvoll und sehr publikumswirksam für meine Arbeit
  • In 2010 werde ich auch meine “Sport”-Shootings fortsetzen. Es wird eine zweite Auflage des “Jump”-Shootings mit den Trampolinspringern geben, außerdem wahrscheinlich noch ein bis zwei weitere Sportarten, je nachdem wie mir die Zeit langt. Eine Sportart davon spielt im Wasser, die andere hat mit schnellen Bällen zu tun. Ob die dritte Sportart zustande kommt, welche mit Tieren zu tun hat, kann ich noch nicht versprechen
  • Ein paar Shootings werden wieder mit amerikanischen Autos zu tun haben. Hier werde ich drei Epochen/Settings bearbeiten: 80er-Stile, 60er-Stile und Moderne.
  • Dazwischen wird es immer wieder ein paar “einfache” Fashion- oder Lifestyle-Shootings geben, je nachdem, wie ich es zeitlich einrichten kann. Das Problem dabei: die bisher genannten Shootings laufen alle auf reine Selbstkostenbasis. Hiermit verdiene ich keinen einzigen Cent. Und jedes freie Fotoshooting blockiert Zeit und Aufwand, die für meine Kunden investieren könnte. Nichtsdestotrotz werde ich diese Shoots mehr oder minder komplett durchziehen, um mich weiterzubilden, eigene Ideen zu verwirklichen und Zusammenarbeiten mit neuen und alten Bekannten auszubauen.

Nachdem iche immer wieder gefragt werde, ob man bei meinen Shootings zuschauen/mitarbeiten kann, hier ein paar Punkte, wie man sich einbringen kann:

  • Ich habe immer gerne Begleitungen bei Fotoshootings dabei, denn es gibt genug zu tun. Dabei muss man nicht unbedingt einen fotografischen Hintergrund besitzen. Es reicht ein waches Auge, Hilfsbereitschaft und Motivation. Die Fotoshootings tendieren dabei von einer Stunde bis Ganztagesshootings, sie finden sowohl am Wochenende als auch unter der Wochen statt.
  • Zwar habe ich durch ein paar Zusammenarbeiten in 2009 die eine oder andere Visagistin zur Hand, ich freue mich trotzdem über Stylisten, Visagisten, Make-up-Artists und Designer, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben. Es entstehen gute und solide Bilder für beide…
  • Wer der Meinung ist, eine interessante Fotolocation bieten zu können, ist herzlich willkommen mir zu schreiben. Ergebnis sind repräsentative Fotos der eigenen Location für Eigenwerbung oder das persönliche Album. Wer mir eine der folgenden Locations bieten kann, hat ein Fotoshooting fast schon sicher: moderne, weiträumige, stylische Küche/Esszimmer; minimialitisch, modern eingerichtetes Haus/Wohnung; villenähnliches Haus mit schönem, schlichtem Garten/Grünanlagen
  • Und zu guter letzt biete ich angehenden Fotografen gerne Einzelcoachings persönlich/über Instant Messenger über frei wählbare Zeiten und Themen. Vorstellbar ist On-Location-Fotografie, die eigene Arbeit in die Selbständigkeit bringen, Kreativität herausbilden und fördern, … zu anständigen Konditionen für beide an.

Für alle Punkte gilt: Fragen kostet nichts, ich beiße nicht und ich beantworte gewöhnlich alle ernsthaft gemeinte E-Mails. Mailt Eure Anfrage gerne an info@foto-mauer.de.

Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen: uns allen ein erfolgreiches Jahr 2010!


30
Dez 09

2009 und der Rückblick

Mensch Leute, war das ein Jahr… solch einen Rückblick für ein ganzes Jahr zu schreiben ist gar nicht so einfach. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll… Um es mir etwas einfacher zu machen, kategorisiere ich ein bisschen den Rückblick in ein paar Rubriken.

Anfangen möchte ich mit dem kreativen Teil meiner Fotografie. Viel im Jahr 2009 war durch Ausloten von machbaren Projekten geprägt. Der Höhepunkt dabei waren sicher die großen eigenen Projekte: “Der Cowboy und das Mädchen” im April, die “Jump“-Serie im mit den Erlanger Trampolin-Turnern im August, dem Themenshooting zu CSI im Oktober und das GlamChic-Shooting im November in einer Schwabacher Loft. Bei allen Projekten hatte ich wunderbare Teams, ein paar Wochen Vorbereitungszeit, Shootings über einen kompletten Tag und tolle Ergebnisse.

Zigarettenhalter

Die Shootings waren für mich sehr gut, um Ideen umzusetzen, die (technische, organisatorische und kreative) Grenzen zu sehen und ganz bewusst an Unstimmigkeiten zu feilen. Im Laufe der Footshootings machte es häufig “klick” an gewissen Stellen, durch die intensive Beschäftigung mit einem Thema, einer technischen Hürde oder den Models wuchs ich persönlich in meiner Erfahrung. Dies wäre sicher auch durch kleinere Fotoshootings möglich gewesen, hätte aber wahrscheinlich deutlich länger gedauert. Trotzdem habe ich zwischendurch genug kleinere Shoots gestreut und auch die Begleitung diverser Konzerte (unter anderem mit RookieJam und Spyder Murphy Gang) glich das ganze sehr gut aus.
Die bewusste Entscheidung, in bessere Objektive zu investieren, auf den Mac umzusteigen und hochwertiges Equipment zu kaufen taten ihr zusätzliches, um die Qualität der Bilder zu steigern.

Das wunderbare Team!

Auch mein Kundenkreis von Fotografie Mauer hat sich erweitert. Waren es im Jahr 2008 noch größtenteils Privatkunden mit Hochzeiten, Portraits und Familienfeiern kamen im Jahr 2009 einige kleinere und größere Firmen und Freiberufler als Kunden hinzu. Die dabei entstandenen Fotoaufnahmen haben mir immensen Spaß gemacht. Besonders spannend zu sehen war, wie meine Fotos im Endprodukt eines Grafikers oder einer Agentur aussehen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Massagepraxis Tauch - Flyer Außen

Der dreitägige HappyShooting-Workshop im Juli in Tübingen zum Thema “Mensch” und der eintägige Workshop in München bei Calumet mit dem Hochzeitsfotografen Mike Larson brachten mir ganz neue Sichtweisen nahe. Besonders toll war auch die Tatsache, neue Fotografen kennenzulernen. Mit einigen habe ich noch regelmäßig Kontakt, tausche mich gedanklich aus, gebe und nehme. Vielen Dank an Euch.
Besondere Freude bereitete mir auch die Mitgliedschaft im Fotoclub Schwabach. Die Teilnahme an diversen Ausstellungen und Wettbewerben macht sehr viel Spaß. Außerdem habe ich viel über die Präsentation meiner eigenen Bilder in der “Nicht-digitalen” Welt gelernt. Der krönende Abschluss war der vierte Platz vor einigen Tagen bei den Herriedener Fototagen unter 21 teilnehmenden Fotoclubs.

Alle vier

Ich möchte hiermit nochmal all meinen Kunden, Freunden, Models, Assistenten, Visagisten, befreundeten Fotografen, Mitlesern und meiner Familie für das Superjahr 2009 danken! Die nächsten Tage folgt dann die Aussicht auf 2010…