Der Schrecksenmeister
So, endlich. Nach bereits einigen uneingehalten Ankündigungen und somit auch etlicher Verspätung ist das neueste Buch von Walter Moers im Handel erhältlich. Anfangs hieß es, es wird ein Fortsetzungsroman von einer bereits bekannten Figur aus einem der Vorgänger. Doch das Buch namens “Der Schrecksenmeister” spielt nur in der gleichen Welt, hat aber sonst keine Parallelen.
Zur Geschichte: Als Echos Frauchen stirbt, findet sich das sprechende Krätzchen schnell in der Gosse wieder. Ohne großartige Überlebenschancen in einer bekannterweise krankmachenden Stadt Swedlaya ist es bereits bald dem Tod geweiht und droht zu Verhungern.
Das Angebot des örtlichen Schrecksenmeister kommt in diesem Moment wie gerufen: Freie Kost und Logis im Schloss bei bestem Essen. Doch für einen hohen Preis: Zum nächsten Vollmond will der Alchimist dem Krätzchen das Körperfett für eine sehr komplizierten Experimente.
Was von der Story her zu Anfang als etwas seltsam klingt, liest sie sich amüsant und abwechslungsreich. Jedoch macht Moers einige Dinge meines Erachtens falsch, die ich in den anderen Büchern sehr gut fand: Er läßt sich viel weniger Zeit, die Charaktere zu entwickeln. So wirken diese nicht besonders tief, bei manche Beweggründe erscheinen nicht glaubhaft.
Auch setzt er mittlerweile einiges an Wissen aus der von ihm erdachten Welt Zamonien voraus. Orte oder Gegebenheiten werden erwähnt, ohne auf diese auch nur kurz einzugehen. Der Spannungsbogen nimmt nur lansgam zu. Speziell zur Mitte des Buches kehrt ein gewisser Schlendrian ein, der Lesefluß nimmt etwas an Fahrt ab.
Würde man hier aufhören, wäre die Kritik nicht besonders gut, ja sogar schlecht. Doch ich habe es selbst kaum geglaubt, Walter Moers kriegt noch die Kurve und legt einen fulminanten Schluss hin, der auch an seine Vorgängerbücher nicht heranreicht. Somit doch noch im Gesamten eine durchschnittliche Leistung.
Meine Empfehlung: 





